10. Allermöher-Triple-Marathon


Marathon Nr. 67 + 68



22.06.2019

1. Marathon

Startzeit: 05:00 Uhr

Startnummer: 49

Startgebühr: 11 EUR

Marathonauflage: 10

Start: Hamburg,  Moorfleeter Deich 

Ziel: Hamburg, Moorfleeter Deich

Laufzeit: 04:52:48 h

HM-Zeit: 02:21:05 h

Pace: 06:39 km/min

Herzfrequenz: 153

Rundenanzahl: 16

Kalorienverbrauch: 3584

Finisher: 23

Rang: 13

Reisekilometer: 556

Temperatur (min): 11 C

Temperatur (max): 20 C

Wind: schwach

Niederschlag: -

Wetterstand: wolkenlos, später leicht bewölkt

Höhenmeter: 32


2. Marathon

Startzeit: 11:00 Uhr

Startnummer: 49

Startgebühr: 11 EUR

Marathonauflage: 10

Start: Hamburg,  Moorfleeter Deich 

Ziel: Hamburg, Moorfleeter Deich 

Laufzeit: 05:38:09 h

HM-Zeit: 02:35:59 h

Pace: 07:56 km/min

Herzfrequenz: 137

Rundenanzahl: 16

Kalorienverbrauch: 3458

Finisher: 20

Rang:  12

Reisekilometer: 556

Temperatur (min): 25 C

Temperatur (max): 27 C

Wind: schwach

Niederschlag: -

Wetterstand: leicht bewölkt

Höhenmeter: 32



Mein erster Marathon-Doppeldecker an einem Tag

Zwei neue Herausforderungen innerhalb einer Woche

Mein erster Doppel-Marathon an einem Tag war geglückt...
Mein erster Doppel-Marathon an einem Tag war geglückt...

Im letzten Jahr hatte ich schon diesen 9. Allermöher-Triple-Marathon in Hamburg in meiner Planung aufgenommen. Kurzfristig hatte ich mich doch auf die erste Premiere vom 1. Lüneburger Heide-Staffellauf und Ultramarathon entschieden.  Schon immer war mein gewünschter Traum, einmal den ersten 100-km-Lauf teilzunehmen und dabei war dort das Zeitlimit von 15 Stunden angegeben - für mich wirklich eine akzeptable Zeit als erfahrener, fleißiger Marathonläufer (17 Marathonläufe, davon 3 Ultraläufe) für 2018 schon mitgemacht). Leider klappte mit diesen Traum im letzten Jahr nicht. Völlig unterschätzt habe ich mich dort und werde im Jahr 2020 höchstwahrscheinlich dort wiederholen. 

 

Schon lange habe ich für den Monat Juni im Internet nach den aktuellen Marathonterminen nachgeschaut und dabei bekam ich einen Schreck. Dieser 10. Allermöher-Triple-Marathon sollte der letzte sein und keine weitere in den nächsten Jahren geben. Das war für mich schon an erster Stelle traurig, denn sowas gab es bundesweit nicht so viele mit dem Triple-Marathon zu finden. Das Besondere an diesem Triple-Marathon in Hamburg war es, dass aus 3 einzelnen Marathons, die nacheinander gelaufen werden mussten.

 

Aus diesem Grund habe ich mich schon im Februar dort ohne Wenn und Aber alle DREI MARATHONLÄUFE angemeldet. Das Beste an diesem Triple-Marathon war einfach so, dass jede Marathonlauf eine Erinnerungsmedaille gab und somit auch bis zu drei Marathonläufe an einem Tag in meiner Statistik für bisherige Marathonteilnahmen aufsammeln konnte. Für mich war das auch wieder eine einmalige Herausforderung und ich wollte mal für mich einfach nur so testen, wieviel Marathons ich an einem Tag mitmachen könnte? 

 

In der Ausschreibung stand vieles Positives für mich drauf, z.B. 

günstiger Startpreis pro Lauf, alle drei zusammen auf einmal noch preiswerter

  • brettflacher Kurs (1 minimale Steigung)
  • alle 2,650 km Vollverpflegung für Teilnehmer*innen
  • direkt am Start/Ziel ein Hotel/Restaurant zur Verfügung
  • pro Marathonlauf eine Finishermedaille und Online-Urkunde
  • Duschmöglichkeiten in ca. 1,5km Entfernung in der Tankstelle (24 Std. geöffnet)
  • Toiletten - jeweils 2 öffentliche im Start- / Zielbereich und auf der Hälfte der Strecke (8-20 Uhr geöffnet)
  • Parkplätze - direkt am Start- / Zielbereich, ansonsten große Wiesen mit viel Platz zum Faulenzen und privates Grillen
  • Zielzeiten für 1. und 2. Marathon: 6 Stunden, den dritten mit 7 Stunden
  • auch nur 1 oder 2 Starts waren möglich
  • günstiger Startpreis pro Lauf, alle drei zusammen auf einmal noch preiswerter
  • brettflacher Kurs (1 minimale Steigung)
  • alle 2,650 km Vollverpflegung für Teilnehmer*innen
  • direkt am Start/Ziel ein Hotel/Restaurant zur Verfügung
  • pro Marathonlauf eine Finishermedaille und Online-Urkunde
  • Duschmöglichkeiten in ca. 1,5km Entfernung in der Tankstelle (24 Std. geöffnet)
  • Toiletten - jeweils 2 öffentliche im Start- / Zielbereich und auf der Hälfte der Strecke (8-20 Uhr geöffnet)
  • Parkplätze - direkt am Start- / Zielbereich, ansonsten große Wiesen mit viel Platz zum Faulenzen und privates Grillen
  • Zielzeiten für 1. und 2. Marathon: 6 Stunden, den dritten mit 7 Stunden
  • auch nur 1 oder 2 Starts waren möglich
  • Nachmeldungen am Start möglich, aber keine Medaillengarantie!

Da könnte man wirklich KEINER klagen und alles passte zu meinen Vorstellungen, deshalb meine festgelegte Entscheidung für diese harte Herausforderung. Mein Ziel war von Anfang an klar, dass ich mindestens zwei Marathonläufe mitmachen wollte und den Rest würde sich dann nach dem zweiten Lauf entschieden, ob ich weiter oder Schluss mache... Verluste hatte ich an diesem Wettkampf sowieso nicht, bei einem langen Ultralauf wie 100 km war das große Risiko und bei Abbruch zählte dann kein Marathon, auch wenn ich schon über 42,195 km gelaufen hatte. Das war meine schmerzliche Erfahrung beim letzten Abbruch meines 100-km-Laufs in Lüneburg.

Am Freitag habe ich zu mir gesagt: „Feierabend, Wochenende, endlich frei!“ Gleich von der Arbeitsstelle fuhr ich mit dem Pke nach Hamburg und dabei erreichte ich auf der Autobahn fünf deutsche Bundesländer in die Richtung Hamburg (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg). Eine Seltenheit für mich, denn ich war schon immer kein leidenschaftlicher Autofahrer und ich brauchte mit meiner Frau zusammen die jährliche Fahrleistung von ca. 5.000-6.000 Kilometer. 

Für diese Teilnahme habe ich in Hamburg keine Hotel- oder Hostelübernachtung gebucht. Es lohnt für mich nicht, denn der erste Marathonstart begann schon um 5 Uhr frühmorgens. Die letzte Möglichkeit, die ich noch nie in meinem Läuferleben bisher gemacht habe, war das Schlafen im Auto. Einmal hatte ich schon zu Hause unterm Carport ausprobiert, wo ich nach 3 Stunden schlechten Schlaf im Kofferraum abgebrochen hatte. Es war am Anfang von mir leicht vorgestellt, aber im Endeffekt war das viel zu unangenehm. Deshalb hatte ich durch diese schlechte Erfahrung die andere Schlafmöglichkeit genommen und ich werde mit dem Schlafsack am Beifahrersitz für ein paar Stunden Schlaf beteiligen. Ich hoffte immer wieder, dass ich diesmal den nötigen Schlaf bekommen könnte. Drei Marathons nacheinander an einem Tag zu laufen, brauchte man ja ein gutes Schlafvolumen, sonst würde es mit der nötigste Laufleistung nicht optimal klappen. Die Fahrt war angenehm und zum Glück gab auf der Autobahn kein Stau.

Mit Hilfe des Navigationsgerätes konnte ich leicht den Parkplatz P2, wie in der Ausschreibung richtig beschrieben, finden und es standen erstaunlich ein paar Wohnmobile. Darüber war ich ehrlich gesagt froh und ich war nicht allein am großen sichtbaren Parkplatz. Dahinter war die längste Straße des Stadtteils: Der Moorfleeter Deich - er führt von fast Tiefstack im Norden bis zum Eichbaumsee im Süden. Entsprechend vielfältig ist sein Charakter. Hier finden sich Einfamilienhäuser ganz unterschiedlicher Bauweise, Industrieanlagen - die größte Werft hat hier ihren Platz - Radfahrerstrecke, Ost-Tangente zur Alten Dove Elbe und zum Holzhafen. Gewächshäuser gibt es hier auch. Moorfleet war ein südwestlicher Hamburger Stadtteil im Bezirk Bergedorf. Ich fand die Umgebung wirklich schön und war in Hamburg schon mehrere Male wegen Marathonläufe. Immer wieder war ich von Hamburg fasziniert und dort gaben sicher noch mehrere schöne Ecken, die ich gern kennenlernen wollte.

 

Ein kurzer Rundgang in der kleinen Umgebung und ich fand es wunderbar, denn an einem Parkplatzschild "P2" stand darunter ein aufgehängtes Kfz-Zeichen in roter, auffälliger Schriftfarbe "Triple-Marathon". Ein perfekter Hinweis für alle Triple-Teilnehmer*innen! Unweit war der festen Parksandweg um den Eichbaumsee zu sehen. Ein öffentliches, geschlossenes Toilettenhäuschen stand dort und so könnte es mir vorstellen, dass dort in der Nähe der Start- und Zielbereich wäre. Alles Weitere ließ ich mich bis morgen überraschen und zum Glück war um diese Abendzeit noch etwas hell. Es flogen viele Mücken herum und für mich war die schlimme Unerträglichkeit, deshalb nur kurz im Freien und ab ins geschützte Auto. Schnell habe ich am Beifahrersitz mein bescheidendes Schlafplatz umgewandelt und es war schon okay, alles nur noch die Zeit der Eingewöhnung.

 

Mit der schwachen Akkuleistung am Smartphone wollte ich meine mitgebrachte Akku-Powerbank wiederaufladen, leider ging es nicht! Es war ausgerechnet dort am Parkplatz, wo keine Steckdosen gaben, eine DEFEKTE Powerbank!  Oh Gott, an erster Stelle habe ich an die Kommunikationsverbindung mit meiner Frau sowie das Fotografieren für meine Triple-Teilnahme gedacht. Wie sollte ich ohne aufgeladenes Smartphone überleben? Kurzer Bescheid an meiner Frau und dann musste ich die mobile Verbindung sowie das Gerät ausschalten, um den restlichen Akku von 26% für morgen erhalten zu bleiben. Mit voller Frustration ging ich dann nach einer Stunde schlafen.

Zum Glück konnte ich den Schlaf doch relativ einsammeln und mit Hilfe meiner GPS-Sportuhr klingelte der Weckruf schon um 4 Uhr. Es war doch überraschend etwas hell und aus der Ferne konnte ich zwei parkenden Pkws das bewegliche Helferteam für den baldigen Triple-Marathon erkennen. Sie schleppten alles, was sie aus bisherigen Erfahrungen für die Durchführung dieser Laufveranstaltung brauchten. Zum Glück war für dieses Helferteam alles in der Nähe.

 

Ein schnelles, kleines Frühstück durfte bei mir nicht verpassen und ein weiteres Pech hatte ich in Folge! Aus dem Kofferraum konnte ich meine wichtigsten Laufausrüstungen wie den Startnummernband, Gürteltasche für den Transport meines Smartphones, Brustlampe für den dritten Marathonlauf sowie die Kompressionsstrümpfe nichts finden. Da fiel mir erst ein, dass diese Sachen leider zu Hause mit der Tüte verpackt waren, aber nichts mitgenommen! Ärgerlich war das für mich schon.... Lustig war das aber, dass ich meine allerwichtigste Laufausrüstung doch mitgebracht habe, nämlich das Laufkostüm und Hut sowie Laufschuhe. Bisher hatte ich diese Pflichtausrüstung noch nie vergessen, sonst wäre das die reine Katastrophe für mich und vor allem peinlich als bekannter Kostümläufer gewesen!

 

Neben dem Wohnmobil saß eine Frau und aus der Nähe konnte ich dann erkennen, das war die eindeutige Startnummernausgabe. Ein sehr bekannter deutscher Marathonläufer namens Mario Sagasser zu sehen, der fast mit seiner Frau Doris auf der ganzen Welt auf Marathonreisen war. Er ist zurzeit der 1. Vorsitzender des 100 MC Deutschland (100 Marathon Club). Der 100 Marathon Club ist ein Club für Marathon- und Ultra-Marathonläufer. Es hat eine Mitgliedschaft, die in erster Linie in Großbritannien basiert, aber mit zusätzlichen Mitgliedern von außerhalb Großbritanniens. Es ist an UK Athletics angeschlossen. Ihn habe ich letzten Mal in Berlin beim 1. Olympia Marathon im Jahre 2016 gesehen.  Für mich war es eine kleine Ehre, am Start mit Mario zu laufen.

Ich hatte auch durch dieses Läuferpaar Sagasser aus den Medien zufällig mitbekommen und das war einmalig schön. Seine Frau Doris bekam zum 50. Geburtstag von ihrem Ehemann eine Reise nach Tunis. Sie reisten immer verbunden mit der Teilnahme an einem Marathonlauf. Die größte Überraschung  erlebte Doris Sagasser aber auf der Geburtstagsparty. Ihr Gatte spendierte seiner Frau noch einen weiteren Ausflug – und zwar nach Grönland.

Sie wollten zusammen in Aasiaat, eine Stadt in Grönland, den 1000. Marathon laufen, Doris ihren 400. und Mario seinen 600., der eigens ein Schild mit der Aufschrift 400 + 600 = 1000 gebastelt hatte. Diese magische Marke haben die Ausdauersportler nun tatsächlich geknackt. Eine tolle Aktion von Mario!

Als ich bei Sabine, die Frau von dem Cheforganisator Peter Kellermann, war und meine Startunterlagen abholen wollte. Da gab es eine Unklarheit mit meiner Zahlung für die Teilnahmegebühren. Auf ihrem Blatt stand es drauf, dass ich bis jetzt noch nicht eingezahlt hatte. Erstaunlich war das für mich auf alle Fälle, denn überall auf meinen bisherigen Marathonteilnahmen hatte noch keiner bei mir um die fehlende Zahlung geklagt. Kurz schaute ich in meinem Smartphone nach, wann ich bei diesem Triple-Marathon angemeldet habe - das war am 12. Februar! Nebenbei schaute ich kurz auf die niedrige Akkuleistung und beendete die Handynutzung sofort, denn es zeigte dann nur noch 23% Restleistung! Oh Gott!

 

Peter kam kurz vorbei und er zeigte mir den Kontostand aus seinem Handy, mein Name stand wirklich NICHTS drauf! Mist, wie peinlich war das für mich! Ich als bekannter Kostümläufer habe keine Zahlung eingegeben und was dachten sie dabei an mich danach? Zum Glück war das Orga-Team sehr verständlich und hatte mir das volle Vertrauen gegeben. Ich sollte nach dieser Teilnahme nachträglich bezahlen und ich bekam trotzdem meine Startunterlagen. Mehr hatte ich an einer Ablehnung gerechnet und das wäre mir sehr ärgerlich gewesen. Das war die unangenehmste Situation, wo ich an diesem Wettbewerb zum dritten Mal in Folge einfach Pech hatte. Ich konnte gar nicht mehr anders als zu glauben, dass mir das Pech an den Hacken klebte. Es war fast so, als hätte die anderen mein Glück "weggenommen" und jetzt stände ich da... Für meine Gedanken hatte nur einer die Verantwortung: ICH SELBST! Niemand anderer und deswegen habe ich zu mir gesagt: Ab jetzt sollte Zeit für einen Schlussstrich geben. Alles vorbei!

 

Ein kurzer Blick auf dieSportuhr und noch 20 Minuten bis zum Start blieben für mich übrig! Oh Gott schon wieder, die Zeit drängelte und ich ließ mich schnell umziehen. In meinen Hintergedanken war ich immer noch bei diesen Pechsträhnen und ich blieb ein wenig mit einem verunsicherten Gefühl kurz vor dem Startschuss...

 

Als ich die Startnummer genau angesehen hatte, fiel mir sofort ein! Das war die gleiche Startnummer „49“ wie in der letzten Woche beim Mitternachtsmarathon in Hoyerswerda. Das sollte für mich ein gutes Omen sein und daran wollte ich es meine positive Glaube behalten. Ungewöhnlich war es für mich schon, als ich mein Startnummernschild mit den Sicherheitsnadeln auf mein Kostüm festbinden sollte. Den Smartphone musste ich dann die ganze Zeit in der Hand schleppen, um bei Bedarf in dieser Umgebung etwas zu fotografieren.

 

5 Minuten vorm Start war ich mit der ersten Startgruppe da. Peter Kellermann machte dann ein kurzes Briefing und immer noch war ich verwirrt. Keine Ruhe vorm Start, das gab noch nie bisher bei mir. Einige Fotoaufnahmen waren wie immer für mich die selbstverständliche Pflicht und einige bekannte Gesichter waren schon zu leicht erkennen. Schon ging der Start pünktlich los. Wir sollten gegen die Uhrzeigerrichtung auf dieser Strecke laufen. Noch war der frühe Morgen mit 11 Grad angenehm frisch und ich ließ ganz locker joggen. Drei Marathontage waren noch sehr lang und dabei durfte ich nicht gleich am Anfang meine Kräfte verpulvern...

Bei der ersten Marathonetappe um 5:00 Uhr waren nicht nur die Triple-Teilnehmer*innen, sondern auch einige Einzeletappenteilnehmer dabei. Für die erste Runde ließ ich genau alles beobachten, was es in der Umgebung zu sehen war und wo ich notfalls die Toiletten finden könnte. Alles war übersichtlich und die Laufstrecke von 2,650 Kilometer war fast flach. Eine sehr gute Wahl für uns! Es gab ein kleiner Streckenteil, wo die Hunde ohne Leine sich frei herumlaufen könnten, zu erkennen. Das hatte Peter schon in der Ausschreibung sowie vor kurzem vor Ort uns darauf hingewiesen. Wir sollten uns beachten, dass es besonders auf der gegenüberliegenden Seite des Sees zu Begegnungen mit freilaufenden Hunden kommen kann. Wir sollten gegebenfalls unser Lauftempo verringern! Es gab aus seiner Erfahrungen, dabei kam einige zu Bissen und einer wurde mit dem Armbruch ins Krankenhaus gebracht! Da sollte ich mich in dieser Situation nicht unterschätzen. Deswegen hatte der Veranstalter auch noch an den Ständern für die Hundebesitzer ein Schild aufgestellt (siehe Foto). Das fand ich toll von dem Orga-Team!

Die erste Laufrunde war nach 16 Minuten doch schön und ab jetzt fokussierte ich nach meinem Wohlfühltempo. Die zweite Runde ließ ich etwas Fotos machen, denn ich wusste schon sicher, dass in der zweiten Marathonetappe durch die Mittagszeit ein anderes Erscheinungsbild im Hintergrund bekommen könnte, durch Sonne und vielen Leuten beim Gassi gehen mit Hunden usw.

Nach einer Stunde erreichte ich mit meiner geplanten Zeit von fast 10 km und es kam langsam die aufsteigende Sonne. Einige Läufer waren schon teils vorne und den Rest hinten. Jeder bestimmte sein eigenes Lauftempo und ich war fast die ersten beiden Stunden allein unterwegs. Die Strecke war nicht kompliziert und durch mehrmalige Runden konnte man sogar schon auswendig merken.

 

Ab und zu mal motivierte bei Rundendurchläufen das Orga-Team uns respektvoll und das gefiel mir gut, denn sie wollten unbedingt, dass wir mit unseren Teilnahmen Spaß am Laufen haben sollten.

Ab und zu mal motivierte bei Rundendurchläufen das Orga-Team uns respektvoll und das gefiel mir gut, denn sie wollten unbedingt, dass wir mit unseren Teilnahmen Spaß am Laufen haben sollten.

 

Nach 25 km, wo meisten im Erholungstempo ich mich befand, war dann mein Lauf um einen Gang weniger geschaltet. Ich habe mich schon im Voraus gerechnet, dass ich unter 5 Stunden bis zum Ziel schaffen würde und ich sparte mir etwas Kraft für meinen zweiten Versuch um 11 Uhr. Ich habe noch nie Erfahrungen mit zwei oder drei Marathon nacheinander zu laufen und deshalb nahm ich dort bei meinem ersten Marathonteil mit kleiner Vorsicht teil. Ab 10 Uhr wurde langsam wärmer und ich habe noch genug kühle Klimatisierung im Kostüm. Nach 4:52 Stunden erreichte ich mit angenehmer Laune zum Ziel. Ich war damit zufrieden und bekam dann die erste von drei Finishermedaillen. Ich war außerdem auch noch froh, dass ich mindestens ein Marathon in meiner Statistik aufgebaut hatte. Was danach noch kam, war für mich nur noch Nebensache?!

Noch eine gute Stunde habe ich meine Ruhepause zur Verfügung und diese freie Pausengelegenheit nutzte ich mir einen halben Stundenschlaf im Auto. Das klappte wunderbar und ich brauchte mich nicht weiteres für meine zweite Marathonteilnahme kümmern. Alles blieb wie beim ersten Teil und auf die zweite Etappe war ich darüber gespannt, wie weit ich mich noch erreichen könnte. Keine Erschöpfungserscheinung in meinem Körper war zu spüren und das war für mich ein gutes Zeichen. Nur das warme Wetter machte mir zu schaffen. Als ich zum Ziel ankam, war die Tagestemperatur um 11 Grad schnell gestiegen von dem ersten Startschuss. Einfach cool bleiben und auf die bessere, regelmäßige Trinkversorgung sollte ich in dem zweiten Etappenlauf achten.

Olli Michaelis im grünen Laufshirt hatte mich gefragt, ob ich im Januar dieses Jahres auch beim 5. Funchal-Marathon in portugiesischen Madeira war. Er hatte mich dort auch mein gleiches Outfit erkannt und ich lachte kurz zu. Ich erklärte ihm genauer, auf die Kopfbedeckung sollte er auch achten. Ich wusste schon gleich, wen er damit meinte?! Es war der bekannte Berliner Kostümläufer Henry Grohmann, mit dem ich noch guten Kontakt habe und er ebenfalls gleiches Laufkostüm hatte. Nur er besaß einen weißen Hut und ich hatte außerdem ihm gesagt, er war nicht der Einzige, der mich verwechselte... Bisher hatte ich meisten die Anfragen bekommen, ob ich an einigen bestimmten Orten war. Viele hatten sich nicht auf die Farbe des Hutes geachtet und ich gab immer ehrlich zu, dass ich nicht dort war. Bis heute war das immer so und ich fand ein wenig lustig, so konnte ich wenigstens mitbekommen, wo er an den Marathonwettkämpfen war? Ich freute mich immer wieder für Henry, der in letzter Zeit viel um die Europa seine Marathonläufe teilnahm... Man lebt und läuft auch nur einmal im Leben, deswegen soll man viel um die Welt erleben.

Bevor der Startschuss zum zweiten Mal freigegeben wurde, gab wieder ein Briefing von Peter Kellermann. Es waren einige Neuteilnehmer zu erkennen und zum größten Teil waren die Erstteilnehmer noch zu erkennen. Alle waren stehend im Pavillon unterm Sonnenschutz. Es war richtig mit 25 Grad warm und das schon bei 11 Uhr! 

 

Das Ehepaar Sagasser war mit den Einzeletappenläufen fertig und sie bleiben noch ein wenig an dem Verpflegungsstand. Für die beiden erfolgreichen Teilnahmen an diesem Wettkampftag beglückwünschte ich und so konnte ich endlich ein gemeinsames Foto machen. Nun ging meine zweite Marathonreise an dem gleichen Tag weiter und ich lief bewusst ganz langsam als beim ersten Mal.

Wenn man nach 16 Runden für einen kompletten Marathon mit dem zweiten Anlauf ein Vergleich machte, konnte man schon an die vielen Veränderungen dieser Laufrunde erkennen. Am frühen Morgen waren wir als Teilnehmer im Mittelpunkt, weit und breit waren noch keine Menschen mit den Hunden zu sehen. Aber nach 11 Uhr war das Erscheinungsbild vollkommen anders und es wimmelten viele Leute, die vor allem fürs Spazierengehen mit seinen Hunden waren. Ein kleiner Teil waren die Radfahrer mit seiner Tour und einige auch zum Grillen gekommen. 

 

Obwohl das Eichbaumsee so groß und wunderschön aussah, war das Baden an diesem See verboten! Der Grund war die Gesundheitsgefährung durch immer wieder auftretende, potenziell giftige Blaualgen. Außerdem erfolgten weiterhin Untersuchungen am See. Dieser See wurde durch Grundwasser gespeist. Er entstand in den Jahren 1972 bis 1976 durch Sandabbau aus einem Seitenarm der Dove-Elbe. Im Norden und Osten des Sees befanden sich die beiden Badestellen mit Sandstrand und Liegewiese.

 

Für mich war es immer ein zusätzlicher Genuss, wenn ich beim Laufen unterwegs die Umgebung mit vielen Ereignissen gesehen habe, wie z.B. was die Menschen um diese Zeit machten, wie das Wetter momentan spielte und nebenbei machte ich ab und zu mal Gedanken darüber, was an diesem Lauf so gut mir gefiel?! Auch im Fokus auf meine Laufleistung war ich beteiligt, machte ich was falsch oder könnte es beim nächsten Mal besser machen? So waren die Gedankenspiele bei mir an diesem Tag.

 

In der ersten Laufstunde war mein Tempo wie beim ersten Marathonteil fast gleich. Aber danach wurde ich erheblich immer langsamer und erreichte die Halbmarathondistanz um 15 Minuten langsamer als am Anfang. Ich machte viele Abwechslungen zwischen Walken und Laufen. Als ich mit den letzten 15 Kilometer auf meine Uhr angeschaut habe, habe ich schnell umrangiert. Weil ich dann an diesem Zeitpunkt wusste, ich könnte das Zeitlimit von 6 Stunden schaffen. Ich bemühte mich ein weniger schnell zu laufen.

Viele Menschen schauten auf mich zu und einige fragten mich, weshalb ich mich in diesem Anzug laufe??? Einfache Erklärung von mir: Ich wollte Hamburg sowie die Anwesenden gern GLÜCKLICH machen und es gab ein paar Gelächter, das war mir vollkommen egal. Bis heute sagte ich immer wieder zu mir selbst, ich bin STOLZ, überall ein gehörloser Kostümläufer zu sein! So sah ich immer dieses Motto in meinem Kopf auf allen Marathonteilnahmen. 

 

Nachdem das freundliche Zeitmessungsteam mir mitgeteilt hatte, dass ich noch 4 Runden laufen sollte. Ab dann waren die schwersten Runden für mich, so hatte ich das Gefühl - es wurde immer länger und ich käme nicht mehr zum Ziel....

 

Die letzten 12 Kilometer hatte ich dann leichte Muskelkrämpfe an meinen beiden Oberschenkeln und daran blieb ich zum größten Teil nur noch in Gehschritten. Ab da habe ich mich dann entschieden, dass ich auf den dritten Versuch für einen weiteren Marathonlauf verzichten möchte. Aus Schutz vor meiner Gesundheit sowie die Verletzungen habe ich mir einfach für diesen Schluss bestimmt. Ich habe in fast zwei Monaten die allergrößte Herausforderung für meine Teilnahme beim halben Deutschlandlauf und da wollte ich mich nicht für den dritten Marathon riskieren lassen. 

 

Mit großer, glücklicher Freude war ich bei einer Zielzeit von 5:38 Stunden mit meiner zweiten Marathonetappe fertig. Wirklich war ich mit meinen beiden Marathonläufen zu einem großen Ultralauf von 84,4 km sehr zufrieden und das war mein längster Lauf überhaupt, auch wenn ich eine kleine Pausenstunde eingelegt hatte. 

 

Ich bekam die zweite gleiche Finishermedaille und etwas platt war ich dabei auch schon. Mit einer Flasche alkoholfreies Weizenbier schaute ich kurz zu, wie die restlichen Triple-Teilnehmer noch am Start waren. Mein volles Respekt, dass sie noch für den dritten Marathonlauf weitermachen konnten. So sprachen sie für mich seine Erfahrung. Kein Marathonanfänger würde es diesen Triple NIEMALS schaffen. Ehrlich gesagt, ich habe vor ein paar Wochen auf meinen sicheren dreifachen Marathontriple getippt, aber nach diesen beiden Läufen gab ich selbst zu - ich hatte mich einfach wieder unterschätzt! Egal, ich habe meinen mutigen Versuch gemacht. Ganz vor allem war das ein sehr wertvoller Belastungstest für meine Deutschlandlauf-Teilnahme. In der letzten Woche beim Hoyerswerdaer Mitternachtsmarathon nur mit dem Walking von 7 Stunden und diesen Doppeldecker waren für mich die gute Experimente innerhalb einer Woche gewesen. 

 

Nicht länger als eine Stunde blieb ich noch und habe mich bei allem, die für ein wunderbares Marathonfest mit dem Cheforganisator unterstützt hatten, herzlich bedankt. Die Laufstrecke war doch unterhaltsam, das Verpflegungsangebot super und die harmonische Stimmung zwischen Helfern und Teilnehmern - alles TOP!

 

Später habe ich von Peter Kellermann mitbekommen, dass fast das Orga-Team seine Familie war. Seine Tochter Stefanie war mit ihrer Mutter Sabine am Verpflegungsstand und dazu sein Sohn Patrick sowie sein Freund Rainer Pufahl als Rundenzähler. Wirklich ein tolles, familiäres Team, das großes Herz für uns gab und vor allem den ganzen Tag seine Zeit aufopferte! DANKESCHÖN!

 

Schade, dass es nicht mehr mit diesem Allermöher-Triple-Marathon von Peter Kellermann und seine Familie fortsetzen könnte! 2009 war der Anfang und es wurde immer jedes Jahr wiederholt und wegen des Unwetters im 2016 wurde komplett ausgefallen, danach weiter bis an diesem letzten Marathon-Triple. Diese einmalige Geschichte für mich wird in guter Erinnerung bleiben...

 

In der Tankstelle habe ich mich schnell geduscht und dann lange, ruhige Heimfahrt nach Hause - trotz Pechsträhnen am Anfang war das eine gute Ende gekommen! Am Montag habe ich dann komplett meine fehlende Zahlung an Peter mit einer zusätzlichen Spende ausgeglichen! 


Strecke (Route)



Kommentare: 1
  • #1

    Georgios Gerasimou (Montag, 15 Juli 2019 17:22)

    Ein tolles erzählen und mit tolles Foto zeigen....Glückwunsch Doppel Marathon Erfolg