5. WHEW100 Run and Bike


Marathon Nr. -



05.05.2018

Startzeit: 7:01 Uhr

Startnummer: 206

Startgebühr: 80

Marathonauflage: 5

Start: Wuppertal, Mirker Bahnhof

Ziel:  Wuppertal, Mirker Bahnhof

Laufzeit: 08:28:06 h (70,7 km)

HM-Zeit: -

Pace: 08:35 km/min

Herzfrequenz: -

Rundenanzahl: 1

Kalorienverbrauch: 7811

Finisher: 44 (Run and Bike)

Rang: 36 (Run and Bike)

Zeitverschiebung: -

Reisekilometer: 924

Temperatur (min): 8 C

Temperatur (max): 25 C

Wind: ganz schwach

Niederschlag: -

Wetterstand: sonnig

Höhenmeter: 330 (nur Lauf)



Doppelrollenspiele zwischen Wupper und Ruhr

Zwei Regionen, sieben Städte, eine Strecke.

Für mich war es zum ersten Mal, im Wettkampf unterwegs als doppelte Kostümlaufer wie Jörg miterlebt zu haben...
Für mich war es zum ersten Mal, im Wettkampf unterwegs als doppelte Kostümlaufer wie Jörg miterlebt zu haben...

Ich wollte einmal den Ultramarathon von einer 100 km Lauflänge mit meinem gehörlosen Ultraläufer Jörg am Start beteiligen und seit langem hatte ich das besondere, deutsche Laufevent „WHEW100“, schon seit 5 Jahren von Guido G. organisiert, ins Visier. Darüber hatte ich mit dem gehörlosen Jörg schon mal darüber unterhaltet und er war richtig hellfroh, dass endlich einer wie ich aus der deutschen Gehörlosengemeinschaft den großen Mut hatte, einmal beim herausfordernden 100-km-Lauf mitzumachen. Es gab nicht so viele deutsche gehörlose 100-km-Läufer momentan zu finden.

 

Was aber leider nicht am positiven Ende ausgegangen war, mussten wir unsere Träume verzichten. Einige Monate später nach seiner halben Deutschlandlaufteilnahme im 2017 (8 Etappen) bekam eine traurige Diagnose für Jörg. Er hatte 2 Meinungen bei den Sportärzten vorsichtshalber geholt und leider hatte Jörg im Anfangsstadium die Arthrose an der linken Hüfte (Coxarthrose) bekommen. Das war nicht nur für ihn, sondern für alle, die mit Jörg näher kannten und teilweise mit ihm zusammengelaufen hatten, ein großer Schock. Ehrlich gesagt, als Erster im Bekannten-/Freundeskreis hatte er mir direkt per WhatsApp diese Traurigkeit mitgeteilt und für mich kamen natürlich ein paar Tränen. Schon immer hatte ich die Vorfreude bzw. große Hoffnung, eines Tages mit ihm beim 100-km-Lauf teilzunehmen. Für mich war es selbstverständlich eine große Ehre, mit Jörg als bisheriger Weltrekordhalter im 100-km-Straßenlauf der Gehörlosen zu starten.

Daraus wurde es leider nicht und ich suchte nach einer anderen

Lösung. Bei Jörg brauchte etwas Zeit mit dem Verdauen für seinen traurigen Schock. Er hatte auch in den nächsten Jahren viele interessante Laufpläne, speziell lange Ultraläufe, und sie mussten gezwungenermaßen alles weglassen. Einige Zeit später hatte Jörg sich endgültig entschieden, dass er mit seiner Hüftarthrose nicht durch lange Läufe noch mehr belasten möchte. Das bedeutet, er wird nie wieder Ultraläufe mitmachen und kann nur noch ab und zu mal Marathonläufe beteiligen. Er ist zur Zeit ein selbständiger Taubblindenassistent und bietet gern seinem taubblinden Marathonläufer Ralf B. seine Unterstützung an.

Ich hatte ebenfalls nach dem schönen Deutschlandlauf mein Versprechen für Jörg angeboten, dass wir eines Tages ein gezielter Marathonlauf bis zur Zugspitze zusammenlaufen werde. Daraus wurde leider auch nichts, da es für ihn mit dem Berglauf eine große gesundheitliche Belastung sein könnte. Da habe ich natürlich mein klares Verständnis und kam dann auf eine interessante Lösung zu. Mit meinem bescheidenden Vorschlag für Jörg bot ich eine gemeinsame Teilnahme beim WHEW100 „Run and Bike“ an und ich sollte mindestens 70 km laufen, um ihn etwas zu schonen. Was noch attraktiv und lustig sein könnte, habe ich zusätzlich ihm zusätzliche interessante Verfügung gestellt. Wir sollten in einer Doppelrolle als Kostumläufer mit Hut auftreten und er kann von mir locker ausleihen lassen. Darüber war er sofort begeistert und würde sehr gern in der Welt als Kostümläufer näher kennenlernen.

 

Für mich war es auch neu, dass ich bei einer Teilnahme abwechselnd mit dem Rad und Laufen mitmache. Eigentlich wollten wir aber vorher mit dem 2er Team anmelden, wo jeder 50 km alleine unterwegs laufen sollte. Das war irgendwie für uns blöd, denn allein unterwegs bei halber Strecke von 100 km könnte uns etwas langweilig sein. Außerdem kannte Jörg diese WHEW100-Strecke sehr gut und würde mir viele interessante Radstrecken zeigen. So hatten wir an diesem besonderen Ultralauf-Event

getroffen. Die gesamte Kosten für die Startgebühr sowie Laufshirt ging auf mich. Das sollte ein kleines Erinnerungsgeschenk für ihn sein.

 

WHEW100 ist ein 100 Kilometer Ultramarathon über alte Bahntrassen. Auf eine große Runde passieren die Läufer sieben Städte in NRW. Es gibt davon auch andere Wettbewerbe wie Ultramarathon Staffel, 100 km Run and Bike, 5 und 10 Kilometer zur Verfügung.

Das Bergische Land grenzt im Norden an das Ruhrgebiet. Als Wiege der Industriekultur verlaufen hier zwischen allen Ortschaften kleine Bahntrassen, auf denen früher bis in die kleinsten Ecken Waren und Rohstoffe transportiert wurden. Viele dieser Bahnen fahren nicht mehr. Aber die Trassen gibt es noch, und die meisten sind zu Wander- und Radwegen umgebaut. So führt auch die Strecke des WHEW100 durch sieben Städte, über jene alten Bahntrassen und entlang der Ruhr:

Wuppertal - Wülfrath - Velbert - Heiligenhaus - Essen - Hattingen - Sprockhövel - Wuppertal. Die Bezeichnung WHEW ist für die Abkürzung von Anfangsbuchstaben der Städte gemeint:

WUPPERTAL – HEILIGENHAUSEN – ESSEN – WUPPERTAL

 

Seit 2017 werden die 100-km-Strecke im-Uhrzeigersinn gelaufen. Die Rückmeldungen waren eindeutig: im Uhrzeigersinn ist besser. Zuerst die Hügel im Westen, dann den Ruhrradweg und im Anschluss die lange, aber flache Steigung zurück auf die Nordbahntrasse. Die letzten Kilometer lauft ihr hoch über der Stadt.

Für diese Teilnahme habe ich ein Wochenendbesuch bei Jörg geplant und es klappte alles wunderbar. Mit der Bahn erreichte ich in Mülheim an der Ruhr, der Wohnort von Jörg und am Abend ließ Jörg mit meinem Ganzkörperanzug ausprobieren. Auf einem Blick war doch hübsch bei ihm und seine gehörlose Frau Sabine fand ebenfalls gut. Davor hatten wir mit seinem MTB-Rad testen lassen, ob wir gleiche Sitzhöhe besaßen? Es ging gerade noch und mit einer kleinen Unsicherheit hatte Jörg mir informiert. Sein Vorderrad wurde der Schnellspanner etwas abgebrochen, so dass bei einer Reifenpanne im Wettkampf dann wir große Probleme haben könnten. Ein erfolgreicher Radwechsel wäre nicht möglich und zu einer zwingenden Aufgabe beim WHEW100 müssten wir annehmen. Wir blieben trotzdem cool und sahen uns bei unserer Teilnahme beim WHEW100 positiv an. Das war unsere beste Motivation.

 

Am frühen Morgen ließen wir nach dem Frühstück das hintere MTB-Rad herausnehmen, damit ins Auto problemlos ablegen konnte. Das hatten wir am Abend schon einiges ausprobieren lassen. Eine knappe Autostunde waren wir endlich in Wuppertal nahe am Bahnhof Birke da.

 

Der Bahnhof Mirke ist ein Gebäude mit Geschichte und einem hohen Bekanntheitsgrad. Er steht unter Denkmalschutz wie auch das gesamte Bahnhofsensemble. Er steht neben der Nordbahntrasse.

DIE NORDBAHNTRASSE ist eine seit 1999 vollkommen stillgelegte Bahnstrecke durch das Stadtgebiet Wuppertals. 2006 haben es sich der »Wuppertalbewegung e.V.« und die Stadt Wuppertal zur Aufgabe gemacht, aus der Nordbahntrasse einen Fuß- und Radweg zu machen, der nicht nur für hunderttausende Menschen einen attraktiven Freizeitweg mitten durch das Tal, sondern auch eine durchgehende Verbindungsfunktion zwischen den

Stadtteilen Vohwinkel, Uellendahl-Katernberg, Elberfeld, Barmen, Oberbarmen und Wichlinghausen bieten soll.

Bevor wir die Startunterlagen für uns abholen wollten, waren die Helfer schon vor Ort und fast im kompletten Aufbau. Es sah richtig erfreulich aus und mit unserer Teilnahme als Doppelrollenspiel im Laufkostüm konnte für uns bald beginnen.

Ich bekam ein Zeitchip und band an meinem linken Bein fest. Zusätzlich hatte ich für uns auch die bestellte Erinnerungsshirts erhalten und das war ebenfalls mein Geschenk für ihn.

 

Seit 6 Uhr gab es dort ein Läufer-Frühstück für die Starter der 100-km-Strecke sowie die Übernachtungsgäste zur Verfügung.

Die Zeit drängelte uns, so dass wir an erster Stelle das MTB aus dem Auto herausholen bzw. dem Hinterrad anschließen sollten. Dafür hatte Jörg schon genug Übung und Gott sei Dank war problemlos ausgeführt worden. Nun kam als letzte Aufgabe vor dem Start, nämlich das Anziehen unserer Laufkostüme. Es war seltsam interessant, wo wir gleichzeitig in einem großen Raum vom Mirker Bahnhof umgezogen haben. Es gab erstaunliche Blicke auf uns und das war nicht ungewöhnlich für mich.

 

Am Startfeld hatten wir genug Begrüßungen zu tun, vor allem für Jörg war es noch bekannter. Er war hier mehrmals anwesend mit seinen 100-km-Läufen. Jörg stellte mich dem Cheforganisator Guido G. vor. Seit 2014 organisierte er diesen Ultramarathon „WHEW100“ und die Beliebtheit mit diesem Laufevent wurde immer größer. An Jörg hatten viele mit seinem 100-km-Lauf gerechnet, jedoch wussten viele noch nicht von seiner Hüftarthrose und er deutete danach an, dass es für ihn nicht mehr möglich war, längere Distanzen zu laufen.

Einige Zeit später kam Oliver W., bekannter Organisator vom Deutschlandlauf zu uns und er war sehr überrascht, als er uns im Laufkostüm gesehen hatte. Für Oliver war interessant, dass der Jörg auch mitangezogen war.

 

Nun kam ein kleines Briefing und alle Starter*innen sollen bis zur kleinen Wendeschleife laufen und dann konnten wir über das Startbereich die volle 100 Kilometer teilnehmen.

 

Wir hatten uns locker vorher abgemacht, dass ich beim Start sowie zum Ziel mit dem Laufen übernehmen werde.

Anfangs liefen wir noch in der vollen Gruppe durch die interessante Bahntrasse, die ich noch nie gesehen hatte. An einigen Stellen standen noch ehemalige Haltestellenschildern. Dann traf ich dem Christian sowie seine Frau aus Münster, der für deutschbekannten 6-Stundenlauf von Münster bis heute immer noch organisiert. Das letzte Mal, dass wir uns getroffen haben, war beim 8. Horizontweg Marathon in Hamburg. Unglaublich, wie die Zeit schnell verging…

 


In die Richtung Velbert lief ich mit den anderen Teilnehmer*innen weiter. Jörg fuhr mit seinem Mountain-Bike neben mir weiter und wir hatten bis dahin noch in guter Stimmung. Meine Laufleistung war gut nach Plan. Es war oben nur blauer Himmel zu sehen und für alle war noch nicht zu warm. Nach flachen 8 Kilometern kamen dann einige Anstiege für mich. Ich blieb locker und hatte im Hintergedanken, wir hatten 15 Stunden Zielzeit zur Verfügung und das kann für uns nicht schiefgehen.

Ab 12 km bis zum unserem geplanten Wechselpunkt war der Anstieg noch mehr härter als vorher.

 

 

Die Laufstrecke war sichtbar gut markiert und an einigen Stellen konnte man auch die schwarz-gelbe Bänder leicht zu erkennen.

In Velbert bei 25 km fand unser erster Wechsel statt. Nun begann für mich eine Neuheit, dass ich mit laufendem Jörg unterwegs per Rad begleiten sollte.

Als unser Wechsel reibungslos war, begann für Jörg eine leichte Laufaufgabe, denn seine Strecke von 15 km ging es nur noch bergab. Das war ein seltsamer Zufall und wir mussten uns nur noch etwas lachen. Diese Strecke war der Panorama-Radweg Niederbahn und wurde viel erneuert, das gefiel mir gut. Sauber und eben war der Radweg, so dass viele Radfahrer, aber auch Inlineskater locker vorbei schlendern konnten. Für mich war es sofort auffallend spürbar, denn beim Radfahren war es mir im Ganzkörperanzug etwas zu kühl. Wir waren viel im Schattenbereich und das hatte ich nie erwartet. Bisher war ich überall im Kostüm nur beim Laufen anwesend und da war nicht so kalt wie diesmal. Auch wieder eine interessante Neuigkeit gesammelt!

 

Bei Kettwig war für Jörg nach 14 km Schluss mit dem ersten Lauf und die nächsten 25 km übernahm ich meine zweite Laufrunde. Alles noch in guter Verfassung und keiner von uns klagte.

Über die Stadt Werden, südlicher Stadtteil von Essen, kamen wir bei 50 km am Baldeneysee nach dem Ruhrstausee an. Der Baldeneysee ist der größte der sechs Ruhrstauseen. Er liegt im Süden der Stadt Essen und dient heute unter anderem dem Wassersport und als Naherholungsgebiet.

 

Zufällig sah ich ein Hinweis-Schild, dass die Stadt Essen die grüne Hauptstadt Europas 2017 anerkannt war. Erstaunlich für mich war das natürlich, denn ich hatte immer wieder gedacht. Essen liegt im Ruhrgebiet und dort ist wie bekannt ein großes Industriegebiet, wo viel Dreck und Rauch herauskam… Das war nicht dieser Fall! Später las ich im Internet nach, dass Essen von der Industriehochburg bis zur grünen Lunge des Ruhrgebiets positiv umgewandelt hatte. Mein Respekt!

 

Die durchgehend ausgebauten Fuß- und Radwege rund um den Baldeneysee haben eine Länge von etwa 14 Kilometern. Hier findet seit 1963 der Marathon „Rund um den Baldeneysee“ statt und damit einer der ältesten Marathons in Deutschland. Jörg teilte mir auch, dass im nächsten Jahr die Leichtathletik-Europameisterschaft der Gehörlosen in Essen sich stattfinden wird und für gehörlose Marathonläufer*innen werden dann beim „Rund um den Baldeneysee“ die Marathon-EM für Gehörlosen angeboten. Da hatte ich großes Interesse und möchte gern auch dort privat anmelden bzw. Marathonlauf mitmachen.

Jörg nahm den letzten Lauf von 16 km wie bisher locker mit. Im Hintergrund beim Radfahren staunte ich immer wieder, wie Jörg so leicht und entspannt beim Lauf war. Seine Krankheit mit der Hüftarthrose war bisher nicht auffallend, aber er selbst nahm beim Lauf die Vorsicht und möchte nicht in der Zukunft noch mehr durchs Laufen weiter belasten.

 

Die pralle Sonne war immer noch zu sehen und es wurde langsam wärmer. Die letzten 6 km von 16 km war dann für Jörg ein kleiner Anstieg dran. Unterwegs an den Radwegen waren viele Radtouristen zu sehen und wir mussten immer wieder mehr Rücksicht auf sie nehmen, das war nicht immer einfach. Dieser Ultralauf ist eine offene Laufveranstaltung und jeder sollte klar die Verkehrsregeln sowie die Parkordnung einhalten.

Für mich war es bemerkenswert, dass man bei der Fahrradfahrt die gute Kraft fürs nächsten Lauf auftanken konnte. Da hatte ich nicht vorgestellt und war einmalig ebenso interessant für mich.

 

Der letzte Wechselpunkt nach 75 km war am Sportplatz Wildhagen in Hattingen an der Ruhr. Ein paar Kilometer lief Jörg weiter bis zum unserem Disziplinwechsel. Es war der dritte Kontrollpunkt für die Zeitmessung.

Jörg konnte sein gesamter 30-km-Lauf aus zwei Teilen gut mitmachen und war selbst richtig froh, dass er nicht noch mehr lange laufen sollte. Es war für mich verständlich und ich wollte sowieso gern mehr als 50 km laufen. So viele Ultraläufe habe ich bisher nicht teilgenommen und deshalb mein großes Bedarf bei diesem Wettbewerb „Run and Bike“ mit langem Lauf.

 

Als ich die letzte Laufaufgabe übernahm, bemerkte ich schon nach einigen Kilometern meine konditionelle Schwäche. Es war einfach zu warm für mich und nach dem Disziplinwechsel war dann ein steiler Laufweg zur Stelle. Das war ungefähr 8 Kilometer lang und meine Sportuhr zeigte, dass der Akku auch bald leer war. Zum Glück hatte ich in meinem Trinkrucksack den Power-Akku mitgebracht und konnte unterwegs in der Hand aufladen. Bisher hatte ich noch nie mit dem Akku laden gemacht, denn bei bisherigen Marathonläufen waren durchschnittlich 4-5 Stunden und da hielt meine Sportuhr noch locker mit. Diesmal beim WHEW100 war das dann vollkommen anders, über 10 Stunden nonstop waren für diese Sportuhr einfach zu lang. Das Aufladen ging wie erwartet schnell und ich nahm später dem Ersatz-Akku wieder weg.

 

Nur noch eins hatte ich in meinen Gedanken, dass ein gesundes, glückliches Ankommen mit Jörg erfolgen sollte. Auf einmal gab eine wunderbare Abkühlung für uns, als wir in den Schulenbergtunnel von Hattingen durchquerten. Das war unheimlich angenehm. Es war ein 195 Meter langer, ehemaliger Eisenbahntunnel und seit 2008 wurde dieser Tunnel nach dem Umbau wieder freigegeben.

 

Die letzten 10 Kilometer beteiligte ich dann abwechselnd in Gehen und Laufen. Wir hatten noch viel genug Zeitpuffer, denn für alle hatte jeder das Zeitlimit von 15 Stunden. Kurz auf die Sportuhr nachgeschaut und mit Sicherheit schaffen wir bis zum Ziel unter 12 Stunden. 4 Kilometer vorm Ziel war so viele Leuten an der Nordbahntrasse in Wuppertal zu sehen und auf einmal hatte ich wirklich großen Appetit mit dem leckeren Eis. Ich kaufte für uns ein paar Eiskugeln und wir ließen uns an dieser Bahntrasse spazieren gehen bzw. genussvoll schmecken. Aus diesem Grund war es sinnvoll, denn es war richtig sehr warm.

 

Vor großer Freude erreichten wir gesund und glücklich zum Ziel und ein fröhlicher Empfang von zwei unsere gehörlosen Freunde Dieter sowie Frank (sie wohnen in Wuppertal) war auf einmal zu sehen. Es war eine schöne, gemeinsame Teilnahme. Unterwegs hatte Jörg mir viele interessante Orten bzw. Stellen beim Radeln bzw. Laufen gezeigt und er kannte in diesem Gegend sehr gut. Mit der gesamten, interessanten Strecke hatte ich nie Langeweile, denn Unterhaltung wurde immer dafür gesorgt und Spaß war die ganze Zeit stets da.

Ab und zu mal hatten die Soundbikes uns unterwegs große Stimmung gegeben und das war einmalig für mich. Eine tolle Idee vom Veranstalter!

Ohne zu Überlegen hatte es mir alles super gefallen und ein großes, dankbares Kompliment an Guido sowie sein freundliches, motivierendes Orga-Team. Der WHEW100 war ohne Wenn und Aber der tolle Ultralaufevent von Läufern für Läufer angeboten. Guido war selbst auch ein erfahrener Ultraläufer und hatte auch viele lange Ultraläufe erfolgreich mitgemacht.

 

Der „WHEW100“ war nun geboren, als dieser Gründer Guido einmal mit seinem Rad unterwegs auf den Trassen und Radwege war und beim Blick auf den Tacho hatte er festgestellt, dass diese Strecke genau von 100 Kilometern zurückgelegt hatte. Darum kam auf seine Idee, so etwas einmal in größerem Rahmen wie WHEW100 aufzuziehen.

 

Bis in den fröhlichen Abend blieben wir dort und es gab für alle Zielläufer*innen ein reichhaltiges Verpflegungsbuffett unterm Pavillon. Es wird bei mir in langer guter Erinnerung bleiben und da habe ich nebenbei ein interessantes Wettbewerb „Run and Bike“ viel kennengelernt. Ich werde gern für meine Laufbekanntschaft Werbung machen.

Mein kleiner Wunsch ist es immer noch, irgendwann mal noch einmal beim WHEW100 teilzunehmen, allerdings beim Sololauf von 100 Kilometer! Vielleicht wird es zu einer Stunde der Wahrheit kommen?

 

Jörg hatte sich alles für mein schönes Geschenk herzlich bedankt und für ihn war mal was anderes, beim Laufwettbewerb im Ganzkörperanzug aufzutreten. Dann hatte er ein gutes Bild bekommen, welche Auswirkungen mit dem Laufkostüm überall geben konnte. Die Doppelrollenspiele als Kostümläufer wurde uns geglückt.

 

Einige Zeit später hatte ich mitbekommen, dass 100-Kilometer-Trassenlauf WHEW100 den neuen Melderekord gegeben hatte. Allein nur für die 100-km-Strecke waren 142 von 159 Sololäufer*innen ins Ziel angekommen und fast 90 Prozent – ein gutes Ergebnis. Das freut mich umso mehr…



Strecke (Route)

25 km Lauf
25 km Lauf
14 km Radfahrt
14 km Radfahrt
24 km Lauf
24 km Lauf
16 km Radfahrt
16 km Radfahrt
22 km Lauf
22 km Lauf


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Kommentare: 2
  • #1

    Jörg Rosenbaum (Montag, 11 Juni 2018 21:36)

    Es war schöne "Teamradlauf" mit Robert und auch mit Köstum .... ;) Nochmals danke für Geschenk und auch T-Shirt.... Ich freue mich auf 2er Staffel mit Robert bei Berliner Mauerweglauf. Bei 100 Meilen mache ich mein letzten Ultralauf mit ca. 91 km wegen Coxarthrose (schon seit Oktober 2017). Ich mache regelmäßige Radsport wegen Ausdauer für Abschiedslauf und auch Begleitung für Taubblind bei Marathon weiter.

  • #2

    Rob Deafrunner (Dienstag, 12 Juni 2018 08:52)

    Ja, lieber Jörg, es war schön mit uns. Selbstverständlich mit meinem Erinnerungsgeschenk. So hast Du für immer in guter Erinnerung. Oh ja, mit unserer Teilnahme beim Mauerweglauf im August freue ich mich schon auch, das wird Dein letzter langer Lauf und ich denke, es wird auch wunderschön sein. Aber wir sehen uns sowieso in den nächsten Zeiten bei einigen Marathonläufen wieder... LG Robert