1. Berliner Spreebrücken Marathon


Marathon Nr. -



28.04.2018

Startzeit: 09:05 Uhr

Startnummer: 6

Startgebühr: 25 EUR

Marathonauflage: 1

Start: Berlin, Platz am Kaisersteg

Ziel: Berlin, Platz am Kaisersteg

 

Laufzeit: 02:07:03 h (19,9 km)

HM-Zeit: -

Pace: 06:25 km/min (19,9 km)

Herzfrequenz: 153

Rundenanzahl: -

Kalorienverbrauch: 2181

Finisher: 4 (Marathon)

Rang: DNF (Abbruch)

Zeitverschiebung: -

Reisekilometer: 28

Temperatur (min): 18 C

Temperatur (max): 24 C

Wind: -

Niederschlag: -

Wetterstand: sonnig

Höhenmeter: 54



Bei Halbzeit war an der Jannowitzbrücke leider Schluss

Wie kann man nur so "blöd" sein?!

Dafür gab für alle diese wunderbare Erinnerungsmedaille...
Dafür gab für alle diese wunderbare Erinnerungsmedaille...

Stephan alias Torpedo, der gebürtige Berliner mit seinem feinen Charisma, hatte für uns wiedermal ein neues Laufevent organisiert.  Schon 2017 hatte Torpedo die Idee (s)einem Berliner Spree-Brücken-Marathon zu organisieren.

 

Jetzt, am letzten April-Wochenende klappte es endlich - wunderbar! Für alle Teilnehmer*innen war dieser etwas andere Berlin-Marathon das Highlight der noch jungen Laufsaison. Torpedo’s Ruf für schöne und ausgefallene Finisher-Medaillen wurde er auch dieses Mal wieder voll gerecht. 

 

Der Start- sowie Zielort war in Berlin Platz am Kaisersteg mitten im alten Ost-Industriestandort Oberschöneweide, direkt am neuen Kaisersteg. Torpedos Bezug zu diesem Ort ist ein sehr persönlicher, denn hier verbrachte er seine Schulzeit und die ersten Jahre seiner Jugend und fast 15 Jahre lang gehörte er auch zu den gut 50.000 Menschen, die hier täglich zur Arbeit gingen…

 

Torpedo erzählte mir, wie sich vor allem Ost-Berlin nach der Wende veränderte, teilweise niederging. Erst jetzt in den letzten Jahren erfolgt ein Imagewechsel am Spreeknie. 

Der von Torpedo ausgedachte, markierte und abwechslungsreiche Streckenverlauf ging dann viele Kilometer entlang der Spree, eine bunte Mischung durch Industrie- und Wohngebiete, aber auch durch viel Park- und Waldgebiete bis hin zur historischen Mitte von Berlin, mit dem alten Hafen, dem neuen Schloss und den vielen historischen Brücken gab es für die Marathonis zu sehen…. 

 

Somit war für uns Marathonis die gesamte Laufstrecke sehr interessant, abwechslungsreich und gab uns einen völlig neuen Blick auf unser Berlin. Als Ur-Berliner und Läufer hat Torpedo einfach ein gutes Auge und Händchen um so einen schönen Kurs zu stecken. Für mich und die anderen Läufer*innen war das verständlicher-weise prima. Ich wäre diese Idee nie gekommen, obwohl icke och en Berliner bin… Gut gemacht, lieber Stephan!

Bei dieser tollen Lauf-Idee konnte ich wirklich schlecht nein sagen, als ich vor ein paar Monaten seine Ausschreibung im Facebook gelesen hatte. Zu reizvoll las sich dieser Lauf, erst recht weil es für mich nicht so weit weg von meinem Wohnort war. 

Dann postete vor ein paar Wochen auch noch den feinen Medaillen-Entwurf, so dass es für mich schon „Pflicht“ war, dort dabei zu sein und diese einzigartige Finisher-Medaille zu erlaufen. 

 

Ich wusste schon, dass eine Woche nach meinem Wien-Marathon es für mich der Zweite Marathon innerhalb einer Woche sein würde, aber das bin ich ja schon gewohnt. Dieser etwas andere Berlin-Marathonlauf würde für mich keine Belastung darstellen. Wie ich allen oftmals angedeutet habe, ist für mich jede Marathon-teilnahme wie ein Training unter Wettkampfbedingungen und deshalb kein Leistungsdruck für mich... Also, einfach anmelden, bezahlen und mitmachen!

 

Laut Ausschreibung sollten wir mindestens 25 alte und neue Brücken sowie Stege über die Spree und deren Kanäle gut 30-mal überqueren…. 

 

Einige Wochen später nach meiner Anmeldung kam die Anfrage von unseren gehörlosen Freundinnen aus Hamburg, sie wollten bei uns übernachten lassen. Am Wochenende war eine Abschiedsparty für die Schließung des Gehörlosenklubheimes in Berlin. Sie wollten gern unbedingt bei der Abschiedsfeier dabei. Mit meiner Frau hatten wir darüber eine lockere Absprache gemacht und zum Glück blieb dieser Lauftermin. Diese Damen konnten mit meiner Frau dann in Berlin etwas bummeln.

 

Entspannt war ich mit meinem Auto am Lauftag zum Startbereich, in Oberschöneweide gefahren. Wie fast immer bei Torpedo’s Läufen waren schon einige bekannte Gesichter vor Ort. Ich bekam die Startnummer 6 und hatte fast noch eine Stunde haben wir Zeit bis zum Startschuss des Premierelaufs. Das Wetter sollte wieder warm werden und es war fast nur mit Sonne zu rechnen. Einen Tag vorher hatte Stephan uns nochmals daran erinnert, dass wir unbedingt eine Trinkflasche mitführen sollten, es gab nur ca. alle zehn Kilometer einen Verpflegungspunkt (VP), also für die Halbmarathonis 2 VP und für die volle Laufdistanz drei Verpflegungsstationen. 

 

Stephan hatte wenige Tage kurz vorm Beginn dieses Laufwettbewerbes etwas Sorgen, da ein paar Helfer*innen abgesagt hatten er so neue Unterstützer*innen brauchte für die Verpflegungspunkte brauchte. Zum Glück meldete sich sein geschätzter Lauffreund „Matze“ Weiser (ein Ultraläufer von LG Mauerweg e. V., Berlin) und bot unkompliziert seine Unterstützung an. Somit ging unser aller großer Dank an „Matze“!

Vor dem Start schon das traditionelle, kurze Briefing von Torpedo. Die Strecke war für uns sicher markiert (rot, blau und gelb). Man konnte leicht erkennen wo es für Halbmarathonis bzw. Marathonis lang gehen sollte. Torpedo hatte wie immer am Vortag (s)einen Markierungs-Marathon mit dem Rennrad und Bio-Sprühkreide absolviert. Somit war alles, einschließlich dem tollen Laufwetter, alles gut vorbereitet. Die Strecke führte uns durch das alte Industriegebiet Oberschöneweide, an der Spree entlang, dann über die neue große Brücke in Baumschulenweg, am Plänterwald und am alten/neuen Spreepark vorbei, über die Insel der Jugend, in den Treptower Park wo dann die Halbmarathonis am Bahnhof auf ihren Rückweg abbogen.

 

Wir Marathonis liefen weiter an der Spree Richtung ARENA und dort über viele kleine Brücken kurz in den Görli und dann zur historischen Oberbaumbrücke (alter Ost/West-Grenzübergang), an der Eastside Gallery und dem Engelbecken vorbei, hin zum alten historischen Berliner Hafen, zur Fischerinsel, bis zum alten Stadtkern Berlins und über den Osthafen und die Stralauer Halbinsel zurück in den anderen Teil des Treptower Parks zum russ. Ehrenmal, dann um den Karpfenteich, zurück durch den Plänterwald ins alte Ostberliner Industriegebiet von Oberschöneweide.

 

Als wir von ihm die Streckenbeschreibung angehört hatten, war für uns schon im Kopf sehr viel zum Einprägen. Aber Stephan hatte uns zugesichert, wir würden uns nicht verlaufen, so dann wir uns einfach an den Verlauf der Spree halten würden. Die Streckenbeschaffenheit war mit Asphalt und gepflasterte Gehwegen, sowie mit Wald- und Parkwegen abwechslungsreich, also sehr gut für uns Marathonis gewählt.

Mit fünf Minuten „Verspätung“, kurz nach 09.00 Uhr kam dann der Startschuss und schon waren wir alle unterwegs, anfangs fast alle noch zusammen in der Gruppe, nur ein paar Walker*innen ließen sich locker zurückfallen und wir sahen die gut erkenn-baren Markierungen von Stephan leicht. Es gab ein paar Ampeln, wo wir mal bei Rot anhalten mussten, denn laut Torpedos Ausschreibung gelten die Straßenverkehrs- sowie Parkordnungen. Das war für uns selbstverständlich ein Gebot der Fairness und Rücksichtnahme.

 

Ein paar Kieze und Orte auf der Laufstrecke kannte ich schon lange und brachten mir Erinnerungen zurück. Mein Gott, wie die Zeit schnell verging. Alle waren in freudiger und angenehmer Laufstimmung und keiner hatte Grund zu klagen. 

 

Nach den ersten sechs Brückenüberquerungen kamen wir an der alten Fähre an und es ging am schattigen Plänterwald und der Spree entlang bis zum ersten Verpflegungspunkt (VP) am "Klipper", an der Bulgarischen Straße (bei Km 8) ankamen und erstmals von „Matze“ begrüßt wurden. Ich habe ihm sofort zu seiner erfolgreichen Teilnahme im März beim 11. Lake Supermarathon am Plattensee in Ungarn (4 Tage 196 km) gratuliert. So eine Teilnahme will ich auch eines Tages mitmachen und die Balaton-Umrundung steht somit auf meiner Planungsliste. Nicht schlecht oder?!

 

Kurz nach dem VP 1 vorm Treptower Park gab es dann die Streckentrennung für HM und Marathonis zu sehen. Dann waren nur noch fünf Marathonis (darunter eine Frau namens Jana) unterwegs. Ich versuchte immer im Anschluss dieser Gruppe zu bleiben. Ich lag ab und zu mal hinten zurück, alles wegen meiner Lieblingsbeschäftigung beim Laufen nämlich das Fotografieren... 

 

Irgendwann bemerkte ich dann ein unangenehmes Druckgefühl am linken Fuß und es wurde schleichend immer heftiger und irgendwann sehr schmerzhaft. In meinen Gedanken dachte ich beim Laufen nach, welche Ursache der Schmerz haben konnte? Schnell fiel es mir ein, dass es an meinen neuen Laufschuhen lag!!! Mit diesen Schuhen hatte ich schon im Training ca. 25 km (aber 3 x in kürzeren Strecken) getestet und es war angenehm. 

 

Meine Konzentration, immer in der Gruppe zu bleiben, fiel es mir schwer, denn ich musste auf meinen Laufstil anpassen. Es sollte bis zum Ende dieser gesamten Strecke für mich locker und angenehm bleiben. Das war nicht einfach... Ich dachte aber noch nicht ans Aufgeben.

Zu Jörg, mein lieber Lauffreund aus Eberswalde mit dem ich schon ein paar Läufe schon zusammengelaufen bin, habe ich dann angedeutet, dass ich wahrscheinlich nicht den Marathon komplett laufen werde können. 

 

Schon auf dem ersten Drittel der Strecke waren viele schöne Brücken bzw. Stegen zu überqueren bzw.  zu sehen, Einige kannte ich überhaupt noch nicht. Mein Gott, ich hätte nie gedacht, dass in Berlin soooo viele Brücken zu sehen gibt und auf der Strecke war ja nur ein Bruchteil aller Berliner Brücken zu sehen. Nach dem kurzen Abstecher in den „Görli“ ging es Richtung der bekannten „East Side Gallery“ über die Oberbaumbrücke, wo viele Tourist*innen zu sehen waren. Und schwupps waren wir schon an der Schillingbrücke da. Dort habe ich mich dann vernünftigerweise für den Ausstieg bei der Halbmarathon-Marke entschieden. 

 

Das war ca. bei Km 19 und Micha, der in der Marathongruppe als vorbildlicher Führer war (er hatte in seiner Sportuhr die Route abgespeichert und konnte uns mit der richtigen Wegeführung unterstützen), hatte mir zu meinem „Ausstieg“ empfohlen, ich sollte bis zur Jannowitzbrücke weiterlaufen, so dass ich dann leicht mit der S-Bahn bis zum Zielort (Oberschöneweide) zurückfahren könnte. Das war ein guter Rat und ich biss mich durch. Leider konnte ich den Schmerz nicht wegzustecken.

 

Ich musste einsehen, dass heute und hier (m)ein „Ausstieg“ sinnvoll und vernünftig ist. Aber gleichzeitig ärgerte ich mich über meinen eigenen „Laufanfängerfehler“, mit neuen Schuhen einen Marathon laufen zu wollen… Somit konnte ich meinen vier Laufgefährten nur noch alles Gute für ihren Spree-Brücken-Marathon wünschen. 

 

Mit der S-Bahn fuhr ich zurück nach Berlin-Oberschöneweide und die vielen Passagiere schauten wegen meinem Läufer-Outfit (Anzug & Hut) immer wieder interessiert zu mir... Damit sich keiner im Ziel Sorgen macht, gab ich eine kurze Mitteilung an Stephan, dass ich nicht mehr in der Lage bin weiterlaufen. In der Bahn fragte ich mich immer wieder, wie kann man nur so „blöd“ sein?! So ein Anfängerfehler darf bei mir nicht passieren, denn ich wusste schon immer, dass man NIEMALS wenig oder unbenutzte, neue Laufschuhe beim Wettkampf benutzen sollte! Wirklich peinlich für mich... Am frühen Morgen hatte ich zwei Paar Laufschuhe in der Hand, einmal neu und einmal alt. Einige Zeit hatte ich mich für die neue entschieden und das war mein Schicksal gewesen.

 

Nach meiner Ankunft im Start/Ziel Bereich wartete ich auf meine Frau mit ihrer Freundin Susana.

 

Da einige Hamburg und Harzquerung Starter*innen leider nicht beim Spree-Brücken-Marathon starten konnten hat Torpedo, der ja selber nun auch nicht mitlaufen konnte, vorgeschlagen, zeitnah eine kleine Zweitauflage des Spree-Brücken-Marathons anzubieten, zu organisieren. Für mich ist somit klar, dass ich dann diese interessante Laufstrecke komplett mit Torpedo und anderen Laufverrückten zusammen laufen werde! 

 

Ansonsten war es für mich wirklich ein sehr schöner Gruppenlauf und deshalb möchte ich noch einmal beim Organisator Stephan alias Torpedo herzlich für seine Mühe bedanken. Ohne ihn wäre es dieser schöne Spree-Brücken-(Halb)Marathon ganz bestimmt nie stattgefunden.

Bisher hatte ich diese tolle Berliner Spreebrücken besichtigt...

Brücke am Kaistersteg
Brücke am Kaistersteg
Abteibrücke zur Insel der Jugend
Abteibrücke zur Insel der Jugend
Obere Freiarchenbrücke
Obere Freiarchenbrücke
Brücke an der Edisonstraße
Brücke an der Edisonstraße
Elsenbrücke
Elsenbrücke
Oberbaumbrücke
Oberbaumbrücke
Brücke an der Edisonstraße
Brücke an der Edisonstraße
Brücke am Landwehrkanal
Brücke am Landwehrkanal
An der Schillingbrücke Engeldamm
An der Schillingbrücke Engeldamm
Minna-Toddenhagen-Brücke
Minna-Toddenhagen-Brücke
Ernst-Heilmann-Steg
Ernst-Heilmann-Steg
An der Michaelbrücke
An der Michaelbrücke



Strecke (Route)


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