1. Kartbahnrun-Dinslaken


Marathon Nr. 84



04.01.2020

Startzeit: 10:02 Uhr

Startnummer: 176

Startgebühr: 35

Marathonauflage: 1

Start: Dinslaken, Kartarena

Ziel: Dinslaken, Kartarena

Laufzeit: 05:21:03 h

HM-Zeit: 02:38:40 h

Pace: 07:35 km/min

Herzfrequenz: 164

Rundenanzahl: 28

Kalorienverbrauch: 4027

Finisher: 124 (Marathon)

Rang:  93 (Marathon)

Reisekilometer: 958

Temperatur (min): 4 C

Temperatur (max): 6 C

Wind: schwach

Niederschlag: -

Wetterstand: bewölkt

Höhenmeter: 13



Kurvenreicher Marathon

Marathonlauf auf Europas längster Kartbahnstrecke

Video-Impressionen vom Marathonlauf "1. Kartbahnrun-Dinslaken"

Ein schönes Wiedersehen nach dem erfolgreichen Deutschlandlauf 2019 mit dem Organisator Oliver Witzke...
Ein schönes Wiedersehen nach dem erfolgreichen Deutschlandlauf 2019 mit dem Organisator Oliver Witzke...

Im Mai 2019 haben die beiden Männer, Oliver Witzke und Frank Pachura, im Facebook mit einer erstaunlichen Neuigkeit informiert. Seine Info mit dem 1. Kartbahnrun-Dinslaken am 4. Januar 2020 wollten sie uns den ersten einmaligen, außergewöhnlichen Lauftag in Deutschland anbieten. Ja, wir haben uns richtig verstanden, dass wir nicht mit den GoKarts auf dieser Kartstrecke fahren, sondern LAUFEN sollten. Für mich war das natürlich ein verlockender Antrieb und dass es von diesen supernetten Organisatoren kam, war das für mich schon das große Vertrauen auf seine Organisation 100% da! Oliver Witzke ist ja sehr bekannt durch seine großen Laufprojekte wie Deutschlandlauf, Transeuropalauf und vieles mehr und bei Frank Pachura ist natürlich auch kein Unbekannter. Er ist ein auffälliger Marathon- sowie Ultraläufer mit seiner Kamera unterwegs und auf seinen YouTube-Kanal "LaufeninDortmund" kann man seinen vielen interessante Laufvideos angeschaut werden. Er ist auch der Veranstalter der unglaublichen LiDoMa (Laufen in Dortmund Marathon) und deshalb habe ich vor diesen beiden Männern meinen großen Respekt.

 

Als leidenschaftlicher Genussläufer habe ich schon immer vor, alle außergewöhnliche Marathonläufe teilzunehmen und diesen Kartbahnrun durfte in meiner Marathonsammlung nicht fehlen. Deshalb ließ ich mich ohne Zögern dort anmelden und wie ich mich von meinem lieben gehörlosen Lauffreund aus Reutlingen Georgios alias Gogo gut erinnerte. Er würde gern im Winter ein Marathonlauf mitmachen und da dachte ich gleich für ihn diesen Januar-Lauf. Gogo war auch sofort mit diesem Angebot interessiert und teilte mir gleich zu, dass es keine gewöhnliche leichte Laufaufgabe für uns geben könnte. Diesen vielen Kurven und mehrmalige Rundenläufe könnten die unberechenbare Belastung erscheinen. Letztendlich hatte er auch für den Marathonlauf angemeldet und ich habe mich auf seine Teilnahme gefreut.

 

Davor hatten die Berliner Lauffreunde wie Stephan Schillhaneck-Demke (bekannt aus seinen organisierten Berliner Läufen "Torpedo"), Jana und Micha Bieler - ein sehr bekanntes Läuferpaar mit den aussagekräftigen Videotrailern von seinen Läufen und Dirk Gandecki auch schon lange angemeldet. Nicht nur an diesem Samstag, sondern auch am Sonntag wollen sie bei der Premiere in Wesel beim 1. WÜLSKENS Marathon einen Marathon-Doppeldecker mitmachen. 

Das geplante Teilnehmerlimit von 250 Läufern wurde kurz vorm Beginn des Kartbahnrun-Dinslaken auf ca. 400 aufgestockt. Ich war bis dahin wirklich sehr gespannt darauf, was am Ende für ein Laufgefühl für mich geben könnte? Ein Marathonlauf auf der asphaltierter Kartbahnstrecke habe ich noch nie erlebt, man durfte mit den vielen Kurven nicht vergessen. Das Orga-Team Frank und Oliver hatten in der Ausschreibung geschrieben:

 

"Auf einer Kartbahn zu laufen heißt die Ideallinie zu finden und die „Gegner“ durch geschickte Linienwahl auszubremsen. Lange Geraden sind vorhanden, doch gerade das Infield der -mit 2500m längsten Kartbahn Europas- hat es aufgrund seiner vielen Kurven in sich. Da heißt es taktieren…den Lauffluss nicht stören und die Kurven wie ein Rennfahrer von außen anlaufen, nach innen ziehen und wieder heraustragen lassen oder aber immer den engsten Radius wählen, was zur Folge hat, dass Du abbremsen und wieder Gas geben musst. DEIN Ding! 😉 Spannend ist das allemale. 🙂

Wir sind Feuer und Flamme für dieses Event, das also Seinesgleichen sucht. Mache mit und sei ein Teil des Kartbahnrun, den Du sicherlich so schnell nicht vergessen wirst!"

 

Das liest sich spannend und war mir sicher, dass allen Läufer*innen ein sehr spannender Lauf erwartet. Die Idee hatte Oliver schon einige Jahre im Kopf und er suchte an einer sehr langen Kartbahn, wo es wirklich viele Teilnehmer für solch einen Lauf brauchte. Die Kostenfrage war auch der Knackpunkt, denn die Miete einer solchen Bahn war sehr teuer. Er stieß nach einem passenden Ort auf Dinslaken, eine attraktive und vielseitige 70.000-Einwohner-Stadt zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Auf dieser Kartarena in Dinslaken wurde lange nichts getan, doch 2018 machte sich Stefan Böhmer, der Geschäftsführer dieser Kartarena, mit sehr viel Idealismus, Kraft, Zeit und Geld an die Arbeit. Danach erstrahlte "Kartarena" seitdem in neuem Glanz. Sie ist 2500 Meter lang und damit die längste Kartbahn in Europa, für das Orga-Team eine ideale Laufveranstaltung der besonderen Art!

Am Freitagabend waren Gogo und ich schon in Duisburg von der Bahnreise angekommen und ich war richtig froh, dass wir endlich mal ein gemeinsames Laufwochenende geplant bzw. organisiert haben. Am Sonntag wollen wir mit unseren ersten Marathondoppeldeckern beim 1. WÜLSKENS Wesel Marathon vervollständigen.  

 

Pünktlich am Samstagmorgen waren wir schon in der Kartarena da und die Organisatoren Oliver sowie Frank waren bei seinen Vorbereitungen zu sehen. Einige Pavillons für Umkleiden, Stände für die Verpflegungen sowie Startunterlagen-Abholung waren schon aufgestellt. 

 

Endlich konnten wir die Indoor-Strecke sehen und wir waren erstaunt, wie groß und übersichtlich die Karthalle war. Laut Angaben von dem Kartarena-Dinslaken war auf einer Gesamtfläche von fast 20.000 m² und damit "Europas längste In- und Outdoorkartbahn". Die Indoor-Strecke war 1.300 Meter lang und hatte die 8.500 m² Fläche und im Outdoorbereich dafür 1.200 Meter-Strecke mit einer 11.000 m² Fläche. Unvorstellbar groß für mich und auf diesem Moment habe ich mich wirklich wie ein kleines Kind gefreut.

 

An diesem großen Lauftag in dem Kartarena-Dinslaken waren 1km Kidsrun, 2,5 km Kidsrun, 5 km, 10 km sowie Halb- und Vollmarathon zur Verfügung gestellt. Dafür war der Lauf an dem Samstag von 10.00 - 16.00 Uhr für alle Distanzen reserviert und da war ich mir sicher, dass vielleicht nicht nur ich, sondern auch die Veranstalter etwas mit dieser Zeitspanne Sorgen machten. Wie ich selbst aus den Erfahrungen hatte, waren oftmals die Marathonzielzeiten mit dem Limit ein wenig überschritten. 

Die Hallentemperatur war vom Veranstalter schon vorher angekündigt, dass die Laufstrecke zu ungefähr gleiche Teilen drinnen und draußen lag. Es war kaum in der Karthalle wärmer als draußen. Erstaunlich war für mich, dass es kein typischer Benzingeruch in der großen Halle zu spüren war. Das fand ich prima und kurz vorm Startbeginn waren viele bekannte Teilnehmer*innen zu erkennen. Auch die Berliner Laufgruppe waren rechtzeitig da und es wurden viele Gruppenfotos besorgt.

 

15 Minuten vor 10 Uhr ein gemeinsames Briefing von Oliver und Frank für Marathon und Halbmarathon... Mit Gogo waren wir erstaunt, dass aus den geplanten 16 Laufrunden auf 28 Runden aufgestockt wurde. Frank Pachura hatte eine Stunde vor dem Premierenstart mit dem Messrad vermesst. Es wurde dann festgestellt, dass es keine 2,5-km-Laufrunde war, sondern 1,5 km. Diese überraschende Info haben wir mit kleiner Kommunikationshilfe von dem Berliner Torpedo (Stephan Schillhaneck-Demke) dankend bekommen, sonst hätten wir es nicht mitbekommen. Wie im Motorsport sollten wir mit der Startaufstellung fair entscheiden, dass die schnelle Hirsche nach vorne und den langsamen Igeln weiter nach hinten aufgestellt werden sollten. Frank begleitete uns direkt im Anschluss die Startaufstellung im Freien und da konnten wir uns erstmal kurz kennenlernen. Mein Gott, soviele Kurven und so groß war die Outdoor-Kartfläche! Zuerst werden die "Restmeter" gelaufen und dann die volle Runden.

 

Countdown lief und als der Startschuss über Funk an Frank, der im Freien stand, freigegeben wurde, waren wir alle auf diesem einzigartigen Laufabenteuer sehr gespannt. Die Versorgungspunkte waren im Indoorbereich in den Boxgassen zu finden, wobei die linke Boxengasse neben dem Sprecherturm für Marathonis und die rechte Boxengasse für die Halbmarathonis zu führen waren. Mit der Trinkversorgung wurde uns in Becherhaltern passend zu unseren Startnummern angeordnet. Es wurde an Essen und Trinken NICHTS GEMANGELT! Nur wir sollten darauf einhalten, dass das Verzehr von Essen und Trinken ausschließlich in den Boxengassen und auf gar keinen Fall mit auf die Fahrbahn genommen werden. Nach meiner Meinung fand ich die allgemeine Verzehrbestimmung sowie -verteilung gerecht und umweltfreundlich. Mit Hilfe der Monitor konnten wir leicht sehen, wie viele Runden wir bereits gelaufen waren. 

 

Für Oliver und Frank war das schon schwierig nach einem geeigneten Termin, denn der Laufkalender in Deutschland war so voll, dass kaum noch etwas hinzukommen konnte. Überraschenderweise war der bekannte Honigkuchenmarathon in Kevelaer (wo ich einmal im 2017 dort war) für immer eingestellt wurde und somit für Oliver/Frank die gute Chance auf diesen nun freien Termin zu rücken. 14 Tage nach der Kevelaer-Absage stand sein Termin dann fest. Die Gründe für diese traurige Absage war wie bei den anderen Vereinen die zurückgehende Mitgliederzahl und somit für die gewährleistende Marathonvorbereitung, die Veranstaltung und die Nachbereitung immer schwieriger. 

Fotos: Carsten Mathiaszyk (www.trail-view.de)

 

Gogo und ich hatten wirklich die gesamte Laufzeit großen Spaß an diesem tollen Kartbahnrun und haben uns festgestellt, dass wir bis zu 30 km etwas viel zu schnell waren. So hatten wir dann uns beschlossen, dass wir bis zur vollen Marathondistanz im Outdoorbereich in lockeren Laufschritten und in der Indoorhalle nur noch Gehschritten beteiligen sollten. Wir brauchen unsere Kräfte für den nächsten Tag mit dem zweiten Marathonlauf.  Am Ende waren wir überglücklich und bekamen die wohlverdiente, schöne Erinnerungsmedaille. 

 

Fast alle Berliner waren durch die Ziellinie und der letzte Marathoni war Torpedo. Es war sein 50. Marathonlauf und wir alle Berliner hatten uns dann vereinbart, dass wir seine letzte Runde zusammenlaufen und bis zum Ziel ihn begleiten sollten. Das war für Gogo und für mich selbstverständlich und als Torpedo an der Zielmatte als überglücklicher Finisher ankam, war es noch eine grausame Minute vorm 6-Stunden-Zeitlimit zu haben. So ein emotionaler Ziellauf war nicht nur für Torpedo, sondern für uns alle gewesen und diesen Moment war für alle unvergesslich! Später bekam er auch von seinen großherzigen Lauffreunden aus Berlin einen hübschen Pokal für sein 50. stolze Marathonteilnahme.

 

Für diesen unglaublich tollen Laufest in der Kartbahnhalle sowie die gesamte, gutgelaufende Organisation ein herzliches Dankeschön! Auch dem Betreiber dieser Kartarena, indem wir die Möglichkeit für ein unvergessliches Laufabenteuer mitmachen konnten, danken wir vielmals... Wir waren sicher felsenfest überzeugt, dass mit diesem Premierenerfolg im nächsten Jahr noch weitere Teilnehmerzahlen, vor allem ganz bestimmt auch aus den internationalen Ländern, nach Dinslaken kommen werden. 

Videotrailer: Jana & Micha Bieler


Strecke (Route)


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