9. Sputnik Park-Run


Marathon Nr. 77



14.12.2019

Startzeit: 10:07 Uhr

Startnummer: 12

Startgebühr: 25 EUR

Marathonauflage: 9

Start: Berlin, Volkspark Insulaner 

Ziel: Berlin, Volkspark Insulaner

Laufzeit: 05:31:30 h

HM-Zeit: 02:36:36 h

Pace: 07:50 km/min

Herzfrequenz: 157

Rundenanzahl: 8

Kalorienverbrauch: 4492

Finisher: 13  (Marathon)

Rang: 8 (Marathon)

Reisekilometer: 24

Temperatur (min): 4 C

Temperatur (max): 6 C

Wind: kaum spürbar

Niederschlag: leicht bis starker Regen zwischendurch

Wetterstand: bewölkt

Höhenmeter: 956



Nasskalte, gelungene Premiere

Nach gut vier Jahren erstes Regen-Rennen in der Torpedo-Run-Series…

Video-Impressionen vom 9. Sputnik Park-Run

Ein schönes Wiedersehen mit Gunnar Meikstat und wir waren die Deutschlandlauf 2019-Teilnehmer...
Ein schönes Wiedersehen mit Gunnar Meikstat und wir waren die Deutschlandlauf 2019-Teilnehmer...

"Insulaner" in Berlin - noch nie gehört?! Mein Sportfreund Torpedo hatte für dieses Jahr ein neuen Park-Run am „Insulaner“ im Rahmen seiner SPUTNIK PARK RUN Serie ausgeschrieben. Der "Insulaner" ist als ein Trümmerberg im Berliner Ortsteil Schöneberg an der Grenze zum Ortsteil Steglitz entstanden. Es ist der älteste Trümmerberg Berlins mit rund 78 Meter Berghöhe.

 

Der Insulaner entstand nach dem 2. Weltkrieg zwischen 1946 -1951 aus rund 1,8 Millionen Kubikmetern Trümmerschutt der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt. Für die Ablagerung des Schutts wurde ein Areal am Rande der Rauhen Berge festgelegt, das durch Kiestagebau gezeichnet und aus einer Sandfläche mit sich anschließenden Kleingärten bestand. Zum Transport des Schutts dorthin wurde vom Bayerischen Viertel in Schöneberg aus einer provisorischen Strecke für eine Lorenbahn eingerichtet.

 

Der Name des Trümmerbergs wurde durch einen Ideenwettbewerb ermittelt, an dem sich 180 Schöneberger Schulklassen beteiligten. Den Namen haben sich zwei Schulklassen ausgedacht, die damit bei diesem Preisausschreiben 100 Mark gewannen. Der Namensvorschlag lehnte sich an das damals populäre Kabarett Die Insulaner im Hörfunksender RIAS an. Am 11. August 1951 erhielt der Insulaner dann offiziell seinen Namen.

 

Der West-Berliner Volksmund hatte dem Berg bereits den Namen „Mont Klamott“ gegeben. Diesen gab es aber schon in Ost-Berlin (ebenfalls ein aus Trümmern erbauter Berg im Friedrichshain).

 

Da die Umgebung des Insulaners in seiner Entstehungszeit noch weniger dicht besiedelt war, entschied man sich Anfang der 1960er Jahre, die Wilhelm-Foerster-Sternwarte auf dem Gipfelplateau zu errichten, um der Lichtverschmutzung zu entgehen. Auf der Plattform der 1963 eröffneten Sternwarte befindet sich eine Wetterstation. Im Jahr 1965 kam das Planetarium am Insulaner am Fuße des Berges hinzu. Sternwarte und Planetarium sind als Baudenkmale geschützt.

Erstaunt war ich auch darüber, als ich noch eine weitere Sternwarte in Berlin, nämlich die "Wilhelm-Foerster“-Sternwarte" am Insulaner gibt. Ich kannte ehrlicherweise nur das Zeiss-Großplanetarium im Prenzlauer Berg sowie die Archenhold-Sternwarte im Treptower Park im Berliner Ortsteil Alt-Treptow.

 

Soviel zum Thema Planetarium und Sternwarten - Wie eigentlich immer habe ich mich im Vorfeld darüber gefreut, dass Torpedo eine neue interessante und wohl hüglige Park-Strecke aufgetan hat. Ich sage ja schon lange, dass Torpedo nie die Ideen zu Läufen ausgehen werden und dieser Run ist ein höhenmeterbehafteter Beweis!

 

Drei Tage vorm Start dieser Park-Run-Premiere hatte Stephan Schillhaneck-Demke alias TORPEDO, mich angefragt ob ich für diesen Lauf kurzfristig den Transport-Support übernehmen könnte? Da ich sowieso mit dem Auto zum Run fahren wollte, war das für mich gar keine Frage. Also klar war ich für den Transport-Support sofort bereit, denn ohne Transport, kein Lauf. Es war für mich auch mal die Gelegenheit Torpedo, der immer alles so grandios organisiert, damit wir als Läufer*innen sorglos laufen können, was zurück zu geben.

Nach Terminvereinbarung mit Torpedo war ich etwas überpünktlich bei Torpedos Wohnung, wo ich dann mal Bild davon bekommen habe, was alles so an Vorbereitung und Organisationsaufwand vor- bzw. hinter einem Lauf steckt.

 

Wie ruhig und gelassen das mein Lieblings-Lauforganisator alles Stunden vorher bevor der Lauf überhaupt startet hinbekommt ist echt klasse. Der Typ gibt sich immer große Mühe bei der Vorbereitung. Wenn wir Läufer*innen teilweise noch schlafen, steht Torpedo in der Küche und kocht Kartoffeln, Kaffee und Tee, packt Kisten und Taschen, geht alles nochmals durch, damit nix vergessen wird (was ab und zu dann doch passiert und Torpedo der Perfektionist sich den halben Tag darüber ärgert..). Bei jedem Handgriff merkt man Torpedo die Erfarhung aus gut vier Jahren Lauforganisation an.

 

Ich kann nur immer wieder feststellen dieser liebenswerte Torpedo ist Einer mit einem großem Läufer-Herz! Wir alle können ihm richtig dankbar sein, dass wir hier in der Hauptstadt einen so wunderbaren Organisator für verschiedenste Arten von Läufen haben und er auch selten „vergisst“ uns mit hunderten von Höhenmetern zu erfreuen.

 

Bei unserer etwas verspäteten Ankunft (wir hatten uns kurz verfahren) waren die Ersten Teilnehmer*innen schon am Treffpunkt. Zügig wurde der Pavillion und die Tische mit Hilfe vieler Runner schnell aufgebaut. Nun konnte die Startunterlagen durch den Meister an die vielen Runners ausgegeben werden. Offensichtlich waren Viele von uns auf diese neue schöne Strecke gespannt denn über 40 Läufer*innen waren bei diesem nasskalten Wetter gekommen.

 

Torpedo hatte uns auf Facebook vorab die Streckenbeschreibung mit vielen Worten und Zeichen zur Kenntnis gegeben… anhand der vielen Post im Anschluss, war ich etwas erleichtert nicht der Einzige mit einem Fragezeichen zu sein!

 

Wie immer bei Torpedo wurde es bunt, denn es gab drei verschiedene farbige Streckenmarkierungen. Es war von rot, auf blau und zum Ende einer jeden Schleife auf gelb zu laufen. 

 

Es ist mir immer eine große Freude bei den Torpedo Runs viele bekannte Gesichter zu begrüßen. An diesem Samstag habe ich mich ganz besonders auf das Wiedersehen mit dem Deutschlandläufer 2019 Gunnar Meikstat gefreut. Er schaffte starke neun Etappen durch halb Deutschland von Sylt bis Bornheim (bei Brühl) durchzulaufen. Am verletzungsbedingten Ende standen dann für Gunnar krasse 682 km auf dem Zettel! Ich finde, eine megastarke Laufleistung von Gunnar. Ich war von seiner Art und Weise sehr angetan, denn er zeigte keine Schwäche mit seiner verletzungsbedingten Aufgabe, sondern zu recht, völlig stolz und zufriedenstellend! Ein grandioser Typ, mit großen Kämpferherz und großer Bescheidenheit, Meinen große Respekt geht an an Gunnar!

Traditionell und fast schon mit Kultstatus fehlte auch bei dieser Premiere nicht das das kurze Briefing vom Organisator Torpedo sowie das Gruppenfoto und erste Video-Sequenzen von Jana und Micha Bieler. Auf die anspruchsvolle und abwechslungsreiche Strecke gingen heute über 40 Läufer*innen aus vier Ländern und fünf Bundesländern, über sechs unterschiedlichen Distanzen.

 

Gemeinsam mit Torpedo lief ich die erste große Runde. Schon auf dem ersten Kilometer, stellte ich fest, dass es heute keine leichtes Rennen für uns alle werden würde. Als wir nach gut zwei Kilometern schon am höchsten Punkt des Insulaners, die Sternwarte umrundeten, habe ich zu Torpedo gesagt, „das wird heute ein schwerer Lauf. Cool und wissend zeigte er mir sein bescheidendes Lächeln und wir liefen schmunzelnd weiter...

Nach einer kompletten Runde, hatte ich mir die Strecke von Torpedo gut eingeprägt und fand sich heftig, aber wunderschön. Sehr gut gefallen, hat mir dass der Streckenverlauf abwechslungsreich und gleichmäßig mit den Auf- und Abstiegen ausgeglichen gehalten war.

 

Wenn man den Insulaner, dieser kleine Park in Berlin-Schöneberg, zum ersten Mal sieht, würde kaum jemand auf die Idee kommen, dass der Insulaner einer von vielen Trümmerbergen Berlins ist. Im Gegensatz zu anderen wurde er nicht kegelförmig, sondern eher hügelig über eine Fläche von ca. 13 ha aufgeschüttet wurde. An seinem höchsten Punkt war der Insulaner ca. 76 m hoch.

 

Beim gemeinsamen Laufen durch diesen wunderschönen Park, mit dem Sommerbad Steglitz, der Wilhelm-Foerster-Sternwarte, dem Planetarium, der kleinen Minigolfanlage, dem großen Spielplatz, der großen Liegewiese und der langen Rodelbahn, war ich echt erstaunt, was ein so kleiner Park alles bieten kann. 

 

War es in der ersten Runde noch trocken von oben und auf der Piste,  änderte es sich das ab Runde zwei entscheidend, denn es begann langsam zu nieseln und gleichmäßig nahm der Regen in den nächsten 2-3 Stunden zu. Trotzdem ließen wir uns nicht mit diesem nasskalten Wetter abschrecken. Völlig durchgenässt und durch gefroren, liefen vor allem die über zehn Marathonis tapfer weiter und es wurde sogar noch gelacht dabei.

 

Oben, an der Wilhelm-Foerster-Sternwarte war ja diese immer zu umlaufen und das war eine prima Abwechslung und auf jeder Runde der Höhepunkt im wahrsten Sinne für uns. An der Sternwarte könnte man bei klarem Wetter durch große Fernrohre schauen und zahlreiche Himmelsobjekte beobachten. Die Wilhelm-Foerster-Sternwarte und das Planetarium am Insulaner bieten eine im Europa einzigartige Kombination von Planetarium und Volkssternwarte an einem Ort. 

 

Mit versuchtem Glück hatte ich in der letzten Runde die geöffnete Sternwarte reingehen und etwas mitansehen. Ich habe es mitbekommen, dass bei schlechten Sichtverhältnissen die Sternwarte ein Ersatzprogramm anbot, das sich vor allem mit ihrer technischen Ausstattung beschäftigte.

Am Ende war Cheforganisator Torpedo total begeistert und stolz angesichts der gezeigten Laufleistungen aller Teilnehmer*innen und zollte jedem Finisher*in seinen allergrößten Respekt. Bei diesen nasskalten Witterungsbedingungen, war jede Distanz heute eine persönliche Herausforderung diese abwechslungsreichen und anspruchsvollen Strecke zu bewältigen.

 

Als ich endlich durchgefroren im Ziel ankam, hätte ich nicht damit gerechnet, dass fast alle Marathonis, die am Insulaner die über 950 Höhenmetern eingesammelt hatten, wirklich das Ding über die volle Distanz finishen. Wirklich stark von uns allen! 

 

Mit diesem Streckenprofil, reiht sich der Run am Insulaner, würdig in die Reihe der anderen höhenmerterreichen Läufe (VP Prenzlaufer Berg, FZP Marienfelde und dem Kreuzberg im Viktoria Park) von Torpedo ein.

 

Ich war riesenfroh darüber, dass ich bei dieser Premiere mein Marathonlauf gefinisht habe. Ich gebe es zu, eigentlich wollte ich nach ca. 25 km schon fast aufgeben, weil mir die Hände durch die nasse Kälte eingefroren waren. Aber mit dem Wissen, dass die Anderen bestimmt nicht aufgeben werden, denn da sind ja Einige "100 Marathon Club Deutschland" (100 MC) Held*innen dabei, die für mich wirklich Vorbilder sind, zog ich es dann doch tapfer durch.

 

Die anderen Marathonis waren für mich wie die rettende Motivationsspritze und am Ende hat mein hartes Stück Laufarbeit auch wirklich gelohnt. Nach diesem kalten Regenrennen haben wir uns alle die schöne Finishermedaille  von Torpedo zu Recht verdient.

 

Mit der einbrechenden Dunkelheit und wieder einsetzenden Starkregen wurde schnell gemeinsam abgebaut und die VP Sachen im Auto verstaut und dann eilten wir alle irgendwie schnell nur noch ins Warme.

 

Am Abend dann wurde auf Facebook viel Positives für die gelungene Premiere am Insulaner geschrieben. Danke an Torpedo und Monika, die bei dieser Kälte und Regen über Stunden ausgeharrt und für uns Läufer*innen da waren.

 

Dieser tolle Run war klar Torpedos großer Verdienst, auch mit dem Wissen, dass es (selbst noch nass und durchgefroren) erst einmal alles zu Hause wieder einräumen und säubern muss, was bestimmt auch immer eins bis zwei Stunden dauert.

 

Abschließend will ich noch erwähnen, dass Torpedo schon im November sein Laufplan 2020 der Torpedo Run Series fürs 2020 auf Facebook und seiner Website: torpedo-run-series.de eingestellt hat. Darüber haben sich alle gefreut und sind sicher auch auf die kommenden und neuen SPUTNIK-Park-Runs 2020 gespannt.

 

Am Tag nach dem Insulaner Run, hatte ich einen heftigen Muskelkater, wie ich ihn schon sehr lange nicht mehr gehabt hatte. 

Videotrailer: Jana & Micha Bieler


Strecke (Route)

Höhenmeter vom VP Insulaner


Kommentare: 0