20. Piepenbrock Dresden Marathon


Marathon Nr. 52



21.10.2018

Startzeit: 10:33 Uhr

Startnummer: 40926

Startgebühr: 55 EUR

Marathonauflage: 20

Start: Dresden, Pieschener Allee

Ziel: Dresden, Devrientstr. (nahe MARITIM-Hotel)

Laufzeit: 04:38:46 h

HM-Zeit: 02:12:06 h

Pace: 06:34 km/min

Herzfrequenz: 167

Rundenanzahl: 2

Kalorienverbrauch: 4698

Finisher: 968

Rang: 862

Zeitverschiebung: -

Reisekilometer: 340

Temperatur (min): 9 C

Temperatur (max): 12 C

Wind: meist schwach

Niederschlag: -

Wetterstand: leicht bewölkt

Höhenmeter: 79



Spontane Teilnahme in Elbflorenz

Meine Frau mit ihrer großartigen Solidarität für Jana

Gute Laune nach der Abholung der Startunterlagen, Jana läuft zum ersten Mal im Wettkampfmodus...
Gute Laune nach der Abholung der Startunterlagen, Jana läuft zum ersten Mal im Wettkampfmodus...

"Schon wieder ein Marathon in kürzester Zeit?" habe ich von vielen diese Frage bekommen. Um ehrlich zu sein, daran lag es nicht an mir und es war auch nicht schon lange geplant. 

 

Die gehörlose Jana aus Elsterwerda hatte bei meiner Frau mal spontan gefragt, ob wir in Dresden auch beim Marathonlauf dabei wären und wenn nicht, dann sollten wir nach Dresden fahren und mit Jana dieses Lauffest zusammen anschauen? Sie selbst lief seit einiger Zeit auch, allerdings in der Anfangsphase und war bisher immer fleißig, wie wir sie über Facebook mitbekommen hatten. Zu Jana hatte meine Frau mit ihrer Antwort gegeben, dass wir nicht daran geplant hatten. Aber Jana könnte dort den Zehntelmarathon (4,2 km) mitmachen und wir könnten dann nach Dresden nachkommen und mit ihrer Teilnahme anfeuern lassen. Jana war aber nicht so sicher und brauchte ein wenig Bedenkzeit, denn es wäre dann für Jana die erste Teilnahme im Wettkampfmodus.

Zu Hause haben wir uns über Janas Zweifel darüber unterhaltet und sie brauchte natürlich von außen die Unterstützung, deshalb hatten wir eine gute Lösung locker gefunden. Meine Frau bot Jana an, dass sie sogar bereit war, mit ihr beim Zehntelmarathon zusammen teilzunehmen und mit ihrem Lauf motivieren lassen. Die große Solidarität von meiner Frau war ich sehr beeindruckt und ich wäre sehr gern als Zuschauer für diese beide Damen dabei. Obwohl dort im Angebot auch ein Marathonlauf war, habe ich bewusst verzichtet. Ich habe es selbst bemerkt, dass ich in der letzten Zeit zu viel unterwegs auf Marathonreisen war und deshalb mein Verzicht auf ein weiterer Marathonlauf in Dresden. Meine Frau war so lieb zu mir und sie meinte, wenn ich ebenfalls nach Dresden mitfahre, dann könnte ich gleich mein Marathon mitmachen und das war für sie selbstverständlich. Auf ihr Toleranz war ich sehr froh und sehr dankbar, das werde ich nie vergessen. Ein großes Dankeschön!!!

 

Jana war dann schnell mit der Anmeldung fertig und wir waren auf ihre mutige Entscheidung richtig froh, denn wir hatten ihr die Garantie gegeben, dass es für sie dann ein schönes Lauferlebnis geben könnte. Daran waren wir sicher und für unsere Teilnahmen ließen wir ebenfalls kurz vor unserer Sofia-Reise (35. Sofia Marathon) schnell anmelden. Wir hatten Glück mit der Übernachtung und konnten ein preiswertes Hotel in der Nähe vom Start- sowie Zielbereich und die Marathonmesse finden.

 

Wie alle sicher diese Stadt Dresden gut kannten, dass es die Bundeshauptstadt Sachsens und stets eine Reise wert ist. Umso habe ich mich auf diese Teilnahme gefreut, denn es war ein Jubiläumslauf (20 Jahre alt) und ich konnte dann weitere Marathonsammlung aller deutschen Bundeshauptstädte erweitern. 

Am Sonnabend waren wir mit unserem Auto nach Dresden unterwegs, es war nicht weit von unserem Wohnort. In der Zwischenzeit machten wir uns kleine Mittagspause und in Dresden kamen wir locker in der späteren Mittagszeit an. Beim Hotel konnten wir noch nicht einchecken lassen, da es ein wenig zu früh war. Mit Jana hatten wir uns vereinbart, dass wir am Eingang von der Marathonmesse treffen sollten. Über die Marienbrücke konnten wir aus der Ferne das ICC Dresden (Internationales Congress-Center) locker erkennen. Dort war die Startnummernausgabe für die Teilnehmer*innen von allen Distanzen. Im Angebot waren Zehntelmarathon (4,2 km), 10-km-Lauf, Halb- und Vollmarathon zu sehen.

 

Bei der Startunterlagen-Abholung war für Jana das erste Mal ein interessantes Erlebnis und für die Zeitmessung gab dann ein Mietchip für sie zur Verfügung. In der Startertüte waren ein paar Broschüre sowie Werbeartikel zu finden und das Tollste für alle war, dass die Startnummer am 21.10.2018 als Fahrausweis in allen Nahverkehrsmitteln galt. Ansonsten war in dieser großen Halle sehr übersichtlich und jeder konnte seine Startnummer locker getrennt nach den Streckenlängen sowie Vor- und Nachmeldern abholen. 

Bevor wir in einer anderen Halle weiterlaufen wollten, gab es ein kurzer Check für die Zeitchip. Es waren viele Aussteller von den anderen Marathonanbieter, überwiegend aus den neuen Bundesländern. Einige davon konnte ich ein paar Berater sowie Läufer erkennen. Ein schönes Wiedersehen war für mich, als ich beim Aussteller "Ultra Sports" den super coolen Berater Stefan K., der auch ein verrückter, schneller Ultraläufer ist. Ich hatte an einigen Läufen schon mal ihn gesehen und für mich war er immer sehr sympathisch. Ich sammelte oftmals an jeden Marathonmessen viele verschiedenen Laufprogramme sowie -termine und so konnte ich vieles für das nächste Jahr im Kopf behalten. Es gab auch eine Weiterbildungsmöglichkeit beim Laufmedizinisches Symposium für alle. 

 

Ein Augen- sowie Ohrenschmaus war das, als wir zufällig nach unserem Besuch in der Marathonmesse zurückkamen. Es war eine fröhliche Sambagruppe, die mit seiner Musikstimmung laut trommelten. Die Lust und Vorfreude für morgen war bei uns schon angekommen.

Nach unserem Besuch beim ICC hatten wir unser Bedarf für eine kleine, gemütliche Kaffeerunde beim besonderen "Schwarzmarkt Café nahe dem bekannten Goldenen Reiter an der Hauptstraße. Dort waren wir beim letzten Mal mit unseren gehörlosen Freunden Heike und Robert aus Berlin gewesen und das hatte uns super gefallen. Die Atmosphäre war klasse und es gab viele verschiedene Kuchen sowie leckeren Kaffee dort. Mit Robert waren wir im letzten Jahr beim wunderschönen 20. Oberelbe Marathon und unser Ziellauf war in Dresden am Heinz-Steyer-Stadion.

Nach der angenehmeren Kaffeerunde wollten wir dann zur kleinen Stadtbesichtigung in der Altstadt Dresden sowie ihre Umgebung beteiligen. Es war unweit von dem Café. Obwohl wir schon einige Male in Dresden waren und wir  kannten diese tolle Stadt zum größten Teil ganz gut. Trotzdem reizte uns Dresden durch ihre renommierten Kunstmuseen sowie die klassische Architektur der rekonstruierten Altstadt. Vor allem die weltbekannte Frauenkirche, die 1743 fertiggestellt und nach dem 2. Weltkrieg wiederaufgebaut wurde. Das Highlight war auch das Semperoper sowie dem Schloss Versailles nachempfundene Zwinger umringt mit vielen Museen, darunter die Gemäldegalerie mit großen Kunstwerken und vieles mehr.... 

 

Am Abend waren wir noch beim Essen zusammen und es war für uns ein schöner Halbtagsausflug mit Jana. Nun waren wir auf den morgigen Lauftag sehr gespannt...

Am nächsten Morgen gingen wir gemütlich zu Fuß über die Marienbrücke zum Zielbereich, wo nahe das MARITIM-Hotel stand. Jana kam allein aus Elsterwerda mit dem Regionalbahn nach Dresden und wir hatten unser pünktliches Treffen. Sie hatte keinen guten Schlaf und das war für uns ganz normal, denn es war ihre erste Laufpremiere. Deshalb war sie davon aufgeregt. Das fanden wir von ihr niedlich, denn wir hatten damals auch gleiche Erfahrungen gemacht.

 

Es war am Morgen noch sehr kühl und der Start für Zehntelmarathon war erst um 9:30 Uhr fällig. Eine Stunde später waren dann für die Halb- und Vollmarathonis dran. Für mich war es irgendwie seltsam, aus meiner Erfahrung waren die Startzeiten oftmals überall zuerst für die Marathonis, denn sie brauchen dafür lange, bis sie zum Ziel ankommen sollten. Das war auch für uns egal.

 

Etwas zu früh waren wir dort und deshalb suchten wir Schutz vor Kälte im ICC und die Damen ließen sich etwas für ihren baldigen Start gut vorbereiten. Sie waren in guter Laune und für mich war das super, denn diesmal konnte ich als Zuschauer zuerst die Läufe von den Damen komplett verfolgen. Sonst müsste ich oftmals als Erster losstarten.

 

Unsere Kleiderbeutel legten wir in der Tiefgarage vom ICC ab und das war ganz neu für uns, so was habe ich aus den bisherigen Marathonteilnahmen noch nie gesehen. Nicht schlecht war das, aber ein wenig roch man nach den restlichen Abgasen.

Zufällig war unsere gehörlose Nichte Lisa, die bei ihrem Vater eine Woche lang in Dresden blieb, an diesem Sonntag als Zuschauerin anwesend. Ihr Vater Mario sowie seine zweite Tochter waren ebenfalls dabei. So konnten wir ein Wiedersehen mit Lisa nach langer Zeit erleben. In der Mittagszeit sollte sie mit dem Zug wieder nach Hause in den Nordrhein-Westfalen. So konnte Lisa mit der kleinen freien Zeit für ein Wiedersehen nutzen. 

 

Da der Startbereich an der Pieschener Allee, nahe Ostra-Park, etwas weiter vom ICC / MARITIM-Hotel (ca. 500 m) entfernt war, sollten wir schon rechtzeitig dorthin gehen. Davor hatte ich das Heinz-Steyer-Stadion sofort erkannt und blieb mit guter Erinnerung vom 20. Oberelbe Marathon mit dem Zieleinlauf zurück. Es wimmelten voller Teilnehmer für 4,2-km-Lauf. Zufällig habe ich dem bekannten Laufblogger sowie Ultraläufer Falk aus Hamburg getroffen. Ich war erstmal sehr erstaunt, dass er beim Start für ein 4,2-km-Lauf antrat. Wie ich ihn gut kannte, lief er immer auf längeren Strecken. Was am Ende von ihm trotzdem super fand, er zeigte mir seine zwei Startnummer-Schilder hintereinander. Nun war mir dann klar, er diente diesen kleinen Lauf als "Erwärmung" und für diesen Zehntelmarathon braucht man sicher mindestens eine halbe Stunde, da hatte er genug Zeit für sein Marathonlauf danach. Sehr clever von ihm und ich hätte es gern auch nachgemacht, vielleicht beim nächsten Mal?!

Für die beiden Damen ging der Startschuss pünktlich und vorher haben wir Jana für ihren ersten Wettkampflauf viel Glück gewünscht und auch ihr Mut gegeben, dass sie es schaffen wird. Mit Lisa sowie ihrem Vater und seiner Tochter gingen wir wieder zurück zum Start, da ich diese beiden Damen gern beim Ziellauf filmen bzw. fotografieren möchte. Wir hatten Glück, dass wir nahe am Zielbereich den freien Platz an der Schutzzaun bekommen hatten. Geduldig verfolgte ich über meine Uhr und schätzte auf die gute halbe Stunde ein. Trotzdem gab meine Frau mir kleine Nachricht per SMS, dass sie noch einen Kilometer vom Ziel entfernt waren.

 

Sofort konnten wir aus der knappen Ferne meine Frau mit ihrem auffälligen Laufstil erkennen und es war ein schöner Ziellauf für Jana, die glücklich und befreit zum Ziel ankam. Für meine Frau war es eine normale Routine und konnte Jana gut begleiten, sie war selbst auf ihre schnelle Zeit erstaunt. Stolz zeigten sie uns die Siegermedaillen und wir waren überzeugt, dass Jana eines Tages mit dem 10-km-Lauf auch gut erreichen kann. Alles hat seine Zeit und Geduld!

 

Da noch knapp 20 Minuten bis zum Marathonstart war, ging ich wieder zum Startbereich mit meiner Frau und meine Nichte Lisa war gern bereit, mit uns zu folgen. Langsam kam die Sonne dann sichtbar, da es noch höher gegangen war und es war schön spürbar warm.

Schnell suchte ich an den Bäumen für mein Pinkeln, da an den mobilen Toilettenkabinen sehr voll war und für mich war die Zeit zu knapp. Anders ging nichts!

Nun hatten wir ein zweites Startbild und das war wieder anders als beim ersten, es waren die Halb- und Marathonis und man konnte an den Startnummern erkennen. Die Nummern, die ab 20.000 standen, waren die Halbmarathonis und ab 40.000 ganz einfach die Teilnehmer*innen für die Königsdisziplin (42,195 km).

 

Für die Startblöcke A, B, C und W fanden wir eine Markierung auf der Startnummer. An den Blöcken A und B standen Helfer bereit und ließen nur Berechtigte da. Das war für mich verständlich.

 

Wieder sah ich Falko mit der Baseballkappe am Start und er wirkte es ganz locker auf mich zu. Dann darf ein Foto mit ihm nicht fehlen. Beim letzten Mal im Juni hatte ich ihn beim 40. Stockholm Marathon gesehen und er lief mit dem Elch-Kostüm für sein 250. Marathonjubiläum. Respekt vor ihm! Er lief fast an jeden Wochenenden überall Marathon und deshalb sollte keiner bei mir mit meinen bescheidenden Marathonteilnahmen wundern. Ich war bisher noch alles harmlos, trotzdem war es irgendwie ungewöhnlich für die anderen, das konnte ich gut sie verstehen.

 

Locker ging ich ganz hinten beim Startschuss los und ich freute mich schon auf diese Teilnahme beim 20. Dresden Marathon, wo immer im Oktober auf flacher Strecke durch diese Landeshauptstadt Sachsens führte und dabei an den vielen Sehenswürdigkeiten ansehen konnte. Darauf war ich sehr gespannt und diesen Lauf sollte ein genussvoller Trainingslauf für mich sein. Gut einstudiert hatte ich auch die Marathonstrecke, wo zwei fast gleiche Runden waren. Das bedeutete also, dass ich die erste Runde über die Hälfte schon kennen werde und mit der zweiten dann nur noch ein paar interessante Einblicke ansehen konnte. Mal schauen, ob diese Strecke uns allen den Reiz bringt?

 

Schon beim ersten Kilometer waren wir auf der Marienbrücke, wo ich mit meiner Frau heute am frühen Morgen vorbeiging.  Bei KM2 war der Bahnhof Dresden Neustadt kurz vorbei nach rechts abgebogen. Dieser Bahnhof war der zweite Fernbahnhof nach dem Hauptbahnhof. Weiter nach wenigen Metern war dann Palaisplatz vom Japanisches Palais dran und immer gerade aus,

 

Über den Neustädter Markt neben dem "Goldenen Reiter", wo wir gestern zum "Schwarzmarkt-Café" vorbeigegangen waren, erreichte ich nach 4 km den Albertplatz, ein annähernder kreisrunder Platz im Stadtteil Neustadt. Er wurde 1875 gestaltet und ist heute Dresdens wichtigster Verkehrsknotenpunkt nördlich der Elbe. Davor hatte ich den Samba-Band wieder erkannt und diese Trommelmusik war ich immer noch so begeistert, denn als Schwerhöriger mit wenig Hörresten konnte ich durch tragenden beiderseits Hörgeräten die Melodien verfolgen. Das reichte mir schon für den Klangeinfluss, anderseits fand ich für die Gehörlosenwelt vollkommen schade, dass sie nichts hören bzw. dabei die Musik nicht wahrnehmen konnten.

Ab knappen 6 km kam dann erster Verpflegungspunkt für uns und ich nahm bewusst ein kleines Teil Rosinenbrot und Wasser, um den späteren Durstalarm zu vermeiden. Das Rosinenbrot hatte mir wunderbar geschmeckt und war ideal für alle... Es war der zweite Verpflegungspunkt von acht Verpflegungsstellen. Es gab auch warmen Tee im Angebot. 

 

Immer weiter durch Stauffenbergallee und dann erreichte ich bei 8 km die Waldschlößchenbrücke. Alles im ordentlichen Tempo blieb ich dran und selbst war einfach gut drauf. Das Wetter ist klasse und immer noch in der Gruppenbildung blieb ich zusammen unterwegs.

 

Kurz vorm Fetscherplatz kam dann der zweite VP. Etwas eine halbe Banane nahm ich zur Verstärkung und trank wie immer weiterhin Wasser, zusätzlich gab ich von HERBALIFE den "H24 Hydrate", ein verträgliches Isogetränk-Stick für jedermann, dazu und das half mir viel. Ich hatte mit diesem Produkt gute Erfahrungen gemacht. Was ich zum ersten Mal gesehen habe, dass es auch Salzsticks für Marathon gab. Ich das letzte Mal beim Berliner Mauerweglauf gesehen. Wie ich ihn kannte, gab es nur bei Ultraläufen zur Verfügung. Der Helfer staunte mir, dass ich große Augen gemacht habe und erklärte ihm, dass ich nur bei Ultraläufen gesehen habe. Er gab stolz zu, beim Dresden Marathon gäbe es auch da. Verwundert lief ich weiter und nahm ein paar Sticks davon für späteren Notfallbedarf.

Bei 16 km, wo ich nach der Hauptallee geradeaus gelaufen war, und kurz vorm Abbiegen habe ich endlich das Rudolf-Harbig-Stadion aus weiter Entfernung gesehen. Es ist die Spielstätte des Fußballvereins Dynamo Dresden und ist nach dem Leichtathleten Rudolf Harbig benannt. 

 

Ein paar hundert Meter weiter erreichte ich nun die "Gläserne Manufaktur" von Volkswagen. Diese Gläserne Manufaktur in Dresden ist eines von drei Produktionsstätten der Volkswagen Sachsen GmbH. In Dresden wurde von 2002 bis 2016 der Phaeton produziert, seit April 2017 der Elektro-Golf der Marke Volkswagen. Zugleich entwickelt sich die Manufaktur zum Center of Future Mobility. Mitte 2018 waren am Standort 380 Personen beschäftigt.

 

Kurz vor der zweiten Hälfte sah ich zufällig den Zeitfahrzeug für die Marathonspitze. Ein Schwarzer, der bei mir vor dem HM vorbei lief, war dann der Gewinner dieses Marathonlaufes. Es war der Kenianer Läufer namens Edwin Kosgei mit seiner Zielzeit von 2:11 Stunden.  

 

Bis zum Wechsel konnte ich endlich den wunderschönen Ausblick zur Frauenkirche und vieles ansehen. Es erinnerte mich an das Ziellauf vom Oberelbe Marathon. 

Zur zweiten Runde liefen wir auf der Augustusbrücke weiter. dort war die Baustelle und es wurde viel renoviert. Es wurde eine Spurlinie für Läufer**innen aufgestellt und nebenan kamen die Fußgänger vorbei entgegen. Das war einmalig und ich lief weiter. Vorhin bekam ich eine Mitteilung von meiner Frau, dass sie schon an der Halbmarathondistanz mit Jana auf uns wartete. Ich blieb stehen und schaute ruhig an, wo sie sein konnten. Nichts waren sie zu finden und ich lief mit konzentriertem Blick auf meine Frau, sie könnte jederzeit stehen und auf mich winken... Es war aber nichts zu sehen. Ich lief weiter und mein Lauftempo wurde nicht gleichmäßig, Sch.... drauf! Für mich war das Wichtigste, ich sehe meine Frau wieder....

 

Ich bekam wieder eine kurze SMS von meiner Frau und sie gingen weiter über die HM-Distanz, also weiterlaufen... Auf der Großen Meißener Straße, wo "Goldener Reiter" vorbei stand. traf ich endlich diese Damen. Meine Nichte war noch da zu sehen und ein kurzer Halt gab mir etwas Pause. Bisher war die Laufstrecke noch okay und ich war sehr gespannt auf die zweite Runde, so habe ich sie mitgeteilt und lief weiter. 

Über den Palaisgarten nach 22 km sah ich am Elbufer Mario mit seiner Tochter winkend erkannt und ich winkte zurück. Zum Glück war ich ja ein Augenmensch, denn als Hörbehinderter ist man automatisch mehr als ein Augenmensch, denn man konnte nichts hören - dafür mehr sehen. 

 

Weiter am Elbufer lief ich und an der Elbe waren ein paar Dampfschiffe zu sehen. Immer weiter bis zur Waldschlößchenbrücke, wo ich in der ersten Runde schon mal vorbeigelaufen war. Das war bei 25 km und ich habe noch ein wenig Tempo bei diesem Lauf.

Danach wurde es mir mit dieser Laufstrecke ein wenig langweilig, da ich durch die Wohngegend am Goetheallee lief und kaum Zuschauer zu sehen war. Das war zu eintönig und öde.

 

 

Zwischen den 25 - 35 km war ich zwischen Walk- und Lauf beteiligt und ich hatte schon über die Sportuhr nachgesehen, ich habe noch viel Zeit bis zum Ziel. Ich wollte einfach nicht mich unter Druck setzen und nahm als Genusslauf. Ich war bisher mit meinem Marathonlauf zufrieden und war mir sicher, dass ich die angegebene Zielzeit von 6 1/2 Stunden schaffen werde.

Was ich erschrak, als ein Feuerwehrmann an der Fetscherstraße sofort erkannte. Er meinte mir, dass er auch beim 35. Sofia Marathon, also vor einer Woche, auch dabei war und hatte mich beim Laufen durch mein Laufoutfit erkannt. So klein kann die Marathonwelt sein und ausgerechnet selbst war er ein Dresdener, unglaublich aber wahr!!! Später sah ich eine mollige Läuferin, die selbst für Halbmarathon lief, und sie war die Letzte von allen Halbmarathonis, ich gab ihr Applaus und das war für mich respektable Teilnahme von ihr, auch wenn sie bis zum Ziel nur in Fußmarsch war. Dabei sein ist alles!

 

Nach 40 km hatte ich keine Lust mehr zum Laufen, aber mit den kleinen restlichen Kilometer konnte ich noch zum Glück selbst motivieren lassen. Neben der Augustusbrücke bei 41,5 km war die Lust wieder da, denn es waren viele Touristen zu sehen und das gab mir ein wenig Motivation zurück. Die leichte Steigung auf dem Kopfsteinpflaster hatte mich trotzdem gefördert. Locker lief ich bis zum Ziel an und bekam dann wie die anderen die wohlverdiente Erinnerungsmedaille. Bei der Zielverpflegung gab es endlich ein alkoholfreies Bier von Erdinger mit Grapefruitgeschmack und ich ließ mich etwas satt essen. Wir alle hatten Glück mit dem Laufwetter. Es war trocken, obwohl es relativ kühl war.

 

Mein Fazit zu diesem Lauf:

 

Dresden ist wirklich eine Laufadresse wert, man sollte ein oder zwei Tage für eine Stadtbesichtigung einplanen und es lohnt sich für alle! Das Gute war auch, es gab für die Laufinteressierten alle verschiedene Distanzen zur Verfügung und das konnte jeder dort mitmachen. Es war ein flacher Halbmarathon-Rundkurs durch die historische Altstadt zum Elbradweg, durch den Großen Garten, über die Albertbrücke nach Dresden-Neustadt, auf dem Königsufer elbabwärts zum Japanischen Palais und über die Augustusbrücke und Theaterplatz zum Ziel bzw. zur zweiten Runde. Da konnte man schon viel ansehen...

 

Mit Jana waren wir schon einig, dass es ein wunderschönes Laufwochenende war und Jana hatte uns für unsere supertolle Motivation herzlich bedankt. Wir waren auch froh darüber, dass es bei ihr alles gut geklappt hatte und nach einer Stunde waren wir schon bei der Heimreise. DANKE für die tolle Organisation sowie für den Besuch!!!


Strecke (Route)

1. Runde Marathon

2. Runde Marathon



Kommentare: 1
  • #1

    Georgios Gerasimou (Samstag, 03 November 2018 09:23)

    Danke für ein tolles Bericht schreiben und dazu auch Gebärden.....Interessant wie immer mein Laufmeister mit Marathon Tour....�����