35. Sofia Marathon


Marathon Nr. 51



14.10.2018

Startzeit: 10:00 Uhr

Startnummer: 205

Startgebühr: 25 EUR

Marathonauflage: 35

Start: Sofia, nahe Wassil-Lewski-Nationalstadion 

Ziel: Sofia, nahe Wassil-Lewski-Nationalstadion

Laufzeit: 04:45:32 h

HM-Zeit: 02:08:58 h

Pace: 06:38 km/min

Herzfrequenz: 154

Rundenanzahl: 4

Kalorienverbrauch: 3873

Finisher: 373 (Marathon)

Rang: 311 (Marathon)

Platz unter Deutschen: 8

Finisher aus Deutschland: 8

Zeitverschiebung: 1 h

Reisekilometer: 2594

Temperatur (min): 11 C

Temperatur (max): 18 C

Wind: kaum bis schwach

Niederschlag: -

Wetterstand: anfangs sonnig, später bewölkt

Höhenmeter: 218



Anfangs flott, später lahm

Zweifache Startschüsse für mich

Herbstliche Stimmung in der bulgarischen Hauptstadt...
Herbstliche Stimmung in der bulgarischen Hauptstadt...

Zum letzten Mal waren wir 2006 in Bulgarien im Urlaub, allerdings an der Bulgariens Schwarzen Meeresküste. Früher hatte man an billigen Urlaub an den langen Sandstränden gedacht, doch heutzutage war das nicht mehr der Fall und dieses Land war seit 2007 EU-Mitglied. Es sollte noch viel mehr geben. Vor allem junge Bulgaren suchten auch nach ihrer, nach einer bulgarischen Identität. Dieses Land drängte auch mit dem Herzen nach Europa. Die EU hatte Arbeit gemacht und der Tourismus war bis heute die wichtige Einkommensquelle. Doch es gab seit vergangenem Jahr ein eigenständiges Ministerium und die Bulgaren fangen erst jetzt an, sich Gedanken darüber zu machen, wie man heute Besucher ins Land zieht. Die Zeit drängt und das Land wartet…

 

Aus diesem Grund habe ich mit meiner Frau darüber etwas unterhaltet und wir hatten zum Glück gleiche Visionen. Nun habe ich meinen kleinen Bedarf, zusammen mit meiner Frau endlich mal die bulgarische Hauptstadt Sofia mit zusätzlicher Marathonteilnahme noch besser kennenzulernen. Außerdem war in diesem Jahr in Sofia ihr 35. Marathonjubiläum bekanntgegeben. Im Sommer hatten wir locker für unsere Läufe angemeldet und die Startgebühren waren nicht viel für die Besserverdiener als für die Einheimischen (25 EUR für Marathon und 15 EUR für 10-km-Lauf). 

Vor der Anmeldung hatten wir ein kompletter Preisvergleich für Flug sowie für die Übernachtung aufgestellt und am Ende konnten wir diese unschlagbar preiswerte Reise schlecht ablehnen. Wir wollten mit unserer Teilnahme dazu eine verlängerte Wochenende-Reise einplanen.

Ein paar Tage nach der Anmeldung für unsere Läufe bekam ich einen kurzen Schreck, als ich in der Homepage vom Sofia Marathon mit Hilfe der Google-Übersetzer aus den englischen Wörtern in  deutscher Sprache gelesen habe. Es sollte für Marathonis ein ärztliches Attest vorzeigen. Aber zum Glück war es in der Ausschreibung zu finden, dass dies nur für Bulgarien erforderlich war. 

 

Die Hin- und Rückflüge waren leider nur die Abendzeiten angeboten. Deshalb nahmen wir den Donnerstag den Tag für unser Hinflug, so dass wir an den beiden nächsten Tagen bis zum Marathonstart genug Zeit für die Stadtbesichtigung erhalten konnten. Der Hinflug war angenehm und schnell, nur 2 Stunden von Berlin entfernt. Aber was ich nicht wusste, dass die Zeitverschiebung um eine Stunde mehr als in Deutschland war. So weit entfernt war Bulgarien nach meiner Einschätzung nicht... Vom Flughafen bis zum U-Bahnhof war das kein Problem, man konnte durch die erkennbaren farbigen Führungslinien auf dem Boden folgen. Wir konnten schon die bulgarischen Schriften leicht erkennen bzw. buchstabieren, denn wir hatten in der ehemaligen DDR-Schulzeit Russisch gelernt. Das war damals ein Pflichtfach für die sozialistischen Staaten Europas, für heute war das nicht mehr aktuell wichtig. Die englische Sprache war bis heute immer die wichtigste Sprache weltweit.

Zu Hause habe ich mich gut vorbereitet, wie wir zum Hotel ankommen können und es war sowieso von mir bewusst, dass das Hotel stets die gute Verbindung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie leichte Erreichbarkeit zum Stadtzentrum bieten sollte. Unser Hotel war direkt an der Löwenbrücke und in der knappen Mitternacht sah es schön leuchtend aus. Noch konnten wir die helle Wahrheit von Sofia nicht vollständig erkennen, da es noch dunkel war.

 

Am nächsten Morgen wollten wir unser kleiner Morgenlauf teilnehmen und mit guter Laune waren wir für eine halbe Stunde unterwegs. Kurz nach dem Beginn unseres Laufes war ein auffälliges Spielcasino zu sehen und da stand drauf: "LAS VEGAS" - da war schon immer mein gewünschtes Marathonziel gewesen. Ich war noch nie in den Vereinigten Staaten von Amerika. Alle 5 Kontinenten möchte ich davon ein bestimmtes Land antreten. Für Amerika war Las Vegas mein Fokus, vor einiger Zeit war diesmal New York. Aber dass komplett vom Reiseveranstalter ein übertriebener Paketpreis für die Marathonteilnahme in dieser bekannten Stadt Amerikas war, hatte ich schnell mit meinem Traumziel verzichtet und deshalb auf diese täglich offene amerikanische Casinostadt fokussiert.  

 

Wie überall auf unseren Reisen sahen wir die freilaufenden Katzen und für meine Frau war das selbstverständlich ihre Pflicht, die Streichelheiten für Katzen zu geben. Wie ich sie kenne, liebte sie Katzen schon immer über alles.

Nach dem reichhaltigen Frühstück war für uns die Abholung unserer Startunterlagen an erster Stelle wichtig, denn es könnte nicht so voll wie typsich überall am Samstag sein. Mit der Metro waren wir in der Vormittagszeit bei der kleinen Expo (Marathonmesse) und es war ein großes Zeltpavillon nahe dem Start- und Zielareal vom Wassil-Lewski-Stadtion. Bevor wir die Startunterlagen abholen wollten, sollten wir die Haftungsausschlusserklärung unterschreiben. Die Startnummer hatten seine eigene erkennbare Farben und für die Marathonis die roten Zahlen, die blauen für Halbmarathonis und für meine Frau beim 10-km-Lauf die grüne Nummer.

Im Expo-Zelt war nicht viel zu sehen, eher eine niedliche kleine Ausstellung und das störte uns nicht. Ein seltener schöner Zufall hatten wir erlebt, als wir auf dem Tisch die Flyer für kommenden 20. Dresden Marathon gesehen haben. Darüber waren wir sehr erstaunt, denn gerade vor unserer Sofia-Reise hatten wir für diesen sächsischen Jubiläumslauf schon angemeldet. Unglaublich, aber wahr - diese Werbung waren auch in SOFIA zu finden. So klein kann die schöne Welt sein!

 

Nach dem kleinen Rundgang waren wir auf dem Platz vor den Wassil-Lewski-Nationalstadion angekommen, um für uns nachher leichter zu erkennen, wo der Start- und Zielbereich war. Das Wassil-Lewski-Nationalstadion ist ein Fußball- und Leichtathletikstadion in Bulgariens Hauptstadt Sofia und ist mit einer Kapazität von über 43.000 Sitzplätzen das größte Stadion des Landes. Zwei bekannte bulgarische Fußballvereine ZSKA Sofia und Lokomotive Sofia spielten dort um die bulgarische Meisterschaften im Fußball.

 

Von nun an wollten wir so viele Sehenswürdigkeiten von Sofia besichtigen, so lange unsere Füße mitmachten. Da wir zwei Besichtigungstagen haben, entschieden wir für den ersten Teil mit einem anderen Stadtteil. Diesmal gingen wir etwas weiter in den südwestlichen Bereich, wo wir uns aus der Ferne das Nationale Kulturpalast gesehen haben. Es war ein Kongress- und Konzertzentrum von Sofia und war erst 1985 fertiggestellt worden. Danach gingen wir weiter zur lebendigen Einkaufsstraße "Vitosha Boulevard" bis in der Nachmittagszeit, wo wir anschließend zum Hotel ankamen. Dieser Boulevard war eine schicke, belebte Einkaufsstraße, wo keine Autos fuhren. Man konnte dort einen gemütlichen Einkaufsbummel teilnehmen. Es sah einfach schön aus.

 

Nach der gemütlichen Kaffeepause im Hotel bei Café "Papaya" waren wir von der bulgarischen Hauptstadt fasziniert, vor allem die Metro sowie ihre Stationen waren hochklassig sauber. In Sofia gab es nur zwei Metrolinien und fast alles in der Umgebung von Sofia-Zentrum locker erreichbar. Das hatten wir auf einigen europäischen Hauptstädten nicht so in diesem Zustand gesehen. Mit einer kleinen Zeitspanne machten wir die Vorbereitung im Hotelzimmer für unseren morgigen Start. In jedem Starterbeutel waren zu finden: Trinkflasche, Startnummer inkl. Sicherheitsnadeln, Infohefte für Marathonevent, Energieriegel und schickes hellgrünes ASICS-Finishershirt. Ein Gutschein im Wert von 20 EUR vom ungarischen Hauptsponsor WizzAir, wenn beim nächsten Flug mit WizzAir gebucht wird. Darüber konnte keiner klagen. 

 

Einen großen Wunsch haben wir schon vor unser Sofia-Reise, dass wir einmal den typisch bulgarischen Restaurant besuchen bzw. essen sollten. Das klappte ja super, durch Hilfe aus dem Handy-App "TripAdvisor" konnten wir ein super Restaurant "Hadjidraganovite Kashti" in der Hotelnähe finden. Es lag etwas versteckt in einer Seitenstraße und sah schon von außen sehr einladend aus. Das Ambiente des Restaurants war ebenfalls ganz und gar einladend. Ein altes Holzhaus was von innen liebevoll traditionell eingerichtet war. Unschlagbar war das leckere Essen und das zu einem sehr guten Preis. Unser Besuch dorthin hatte sich gelohnt. 

 

Am zweiten halben Aufenthaltstag waren wir wieder zu Fuß unterwegs und haben die verschiedene schöne Sehenswürdigkeiten mit vielen Fotos fleißig geschossen. (siehe Fotos unten) Ein kleiner Teil waren wir auch beim Sofia Mall, am Rande des Stadtzentrums ein modernes Einkaufszentrum und war nicht so lebhaft wie bei uns in Berlin. Am Abend waren wir italienisch essen gegangen und für uns war eine Stärkung von Carboloading.

Nach dem Frühstücken fuhren wir mit der Metro zum Marathonlauf. Als wir dort ankamen, waren viele Gedränge zu erkennen und in aller Ruhe schauten wir am Startbereich alles um. Es waren viele Helfer sowie Organisatoren auch zu erkennen und waren mitten beim Aufbau. Ein kurzer Blick ins Himmel, es war für uns ein herrlicher, leicht sonniger Herbsttag. Es war relativ noch kühl am Morgen und es sollte trocken bleiben. Sozusagen für alle ein optimales Laufwetter und rechts neben dem gesperrten Start-Ziel-Geraden stand eine Bühne mit dem Treppchen, ein Podest mit Stühlen für die Presse. Gegenüber stand eine große Bildschirm-Leinwand, das bedeutete also, dass den Zuschauern den ganzen Lauftag die Berichte aus dem Bildschirm verfolgen konnten. Ich habe ein paar Kameras gesehen.

 

Ein paar Afrikaner mit weißen Jacken waren auf der anderen Seite bei der Erwärmung zu sehen. Das müssten die Profis sein.

Was wir ganz toll fanden, dass auch ein Infostand "HERBALIFE NUTRITION" zur Verfügung gab. Dies ist ein amerikanischer Nahrungsergänzungshersteller, der weltweit verbreitet ist und wir sie regelmäßig einnehmen. Man konnte endlich erkennen, dass es ein seriöser Hersteller war. Ein deutscher Halbmarathoni klopfte auf mich zu, er war froh, dass ein Deutscher leicht zu erkennen war. Kurz in dem Himmel angeschaut, es blieb weiterhin ein optimales Laufwetter und wir freuten uns auf unseren baldigen Lauf. 

Schon vor der Sofia-Laufreise hatte ich zu meiner Frau zugesichert, dass ich nach meinem Marathonstart um 10 Uhr (für deutsche Zeit war es schon um 9 Uhr) ein paar hundert Meter weiterlaufen bzw. anhalten möchte. Für Halbmarathonis war der Start 10 Minuten später und für 10-km-Teilnehmer*innen um 10:20 Uhr. Da möchte ich nachher mit meiner Frau zusammen eine komplette Runde laufen, denn die Zielzeit für Marathonis war 5 1/2 Stunden und das war für mich eine passende Zeit. Was nützte mir, wenn ich alleine schon im Voraus nach vorne bis zum Ziel laufe? Ich möchte einfach für meine Frau auch beim Laufen da sein und das war selbstverständlich für mich. 

 

Kurz vorm Startbeginn stand ich fast ganz hinten mit der Marathon-Gruppe und staunte selbst, dass es nicht sehr viele Teilnehmer*innen waren. Pünktlicher Startschuss ging für uns los und ich war erstmal verwundert, als ich über die Startmatte etwa hundert Meter weiter auf der rechten Straßenseite schon die Getränkeversorgung vorbei lief. Fast keiner nahm diese stehenden Getränke an, kein Wunder bei dem frischen Anfang! Ich lief ca. 250 Meter noch weiter und hielt bei den GARMIN-Werbebannern an. Noch war ich nicht vom kleinen Lauf warm und ich wartete ganz entspannt auf meine Liebste. Meine Laufzeit an der Uhr lief weiter und 20 Minuten vergingen sehr schnell vorbei, ich konnte die Halbmarathonis vorbeilaufen mit ansehen und am Ende kam meine Frau gut gelaunt zu mir. Locker liefen wir gleich gemeinsam weiter. Es war für mich eine seltsame Gefühlslage, dass ich bei zwei Startschüssen innerhalb von einer halben Stunde teilnahm. Ebenfalls war es auch komisch daran, das ich dafür eine halbe Stunde 2,5 km brauchte. Trotzdem war es mal was anderes!

Bevor wir am Anfang kurz abgebogen hatten, sah ich schon aus der Ferne die andere Gegenstraßenseite das Nationale Kulturpalast. Dort hatte meine Frau zu mir kurz gesagt, ich sollte lieber schon alleine weiterlaufen und auf meine eigene Zielzeit fokussieren. Ich war selbst überrascht, dass ich nicht eine ganze Laufrunde mit ihr sollte. Trotzdem habe ich auf ihre Bitte gehört und lief dann mit ein wenig schnellerem Tempo alleine weiter. Schon war ich ein wenig traurig darüber, dass ich nicht an der Seite meiner Frau geblieben war. Dann wurde ich bewusst auf dem schnelleren Kurs geblieben. Mehrmals schaute ich auf meine Sportuhr und rechnete schon im Voraus, wieviel ich Zeit noch zur Verfügung besaß?

 

Nach dem Abbiegen war ein wenig Steigung zu erkennen, noch hatten wir alle genug Kraft. Kurz auf dem Gehweg lief ich mit der 180-Grad-Wende rund um das Nationale Kulturpalast. Dann immer geradeaus in den Westen und es kam auch ein langer Anstieg für alle Teilnehmer. Unter der Betonbrücke lief ich weiter und beim Wendepunkt bei 4,8 km über die getrennten Straßenbahnschienen wurde es dann flach. Zufällig kam meine Frau auf der anderen Seite und ich konnte sie leicht erkennen. Die erste Kontrollmatte folgte bei 5 km und ich schaute kurz auf die Uhr, ich war bei knappen 43 Minuten. Oh weh, dachte ich zuerst, und musste doch ein wenig schneller sein, um die erste Stunde bei zwischen 8 und 9 km zu erreichen sollte. Dann könnte es mir mit der angegebenen Zielzeit von 5:30 Std schaffen. 

 

Kurz vor der Brücke stand dann der Verpflegungspunkt (VP) für uns. Es waren nur Wasser zur Verfügung und ich nahm ein Becher zum Trinken. Danach nach einer scharfen Rechtskurve ging es weiter in die Richtung Südpark und es war wieder leicht bergauf. Überwiegend waren das Wohngebiet sowie die hohen Bäumen die einfachen Besichtigungsquellen für uns. Bisher war die Strecke nicht so reizvoll für mich. Auf beiden Seiten standen parkenden Pkws, die an den Außenspiegeln mit den rot-weißen Bändern festgebunden bzw. für unsere Marathonstrecke abgesperrt wurden. Bisher waren die Zuschauer nicht viel zusehen, für mich ein negativer Punkt. Nichts zu machen und ich lief weiter mit dem gleichmäßigen Tempo in den Norden. Diese letzte Teilstrecke war etwas abfallend und es war die Mischung zwischen 10-km-Teilnehmer*innen sowie Halbmarathonis zu erkennen. Bisher waren die VPs nicht so vielseitig im Angebot. Nur Wasser, Äpfeln und Weintrauben...

 

Die letzten Kilometer auf der ersten Runde führten wieder am Wassil-Lewski-Stadion vorbei. Die letzte Wendeschleife war an der Adlerbrücke zu laufen und dann die letzten 350 Meter bis zum Zielbereich. Die erste 10,5-km-Runde hatte ich bei 1 h 11 min erreicht und das war für mich noch in Ordnung. Für die zweite Runde hatte ich schon vor, dass ich mit einer Pace (Durchschnittstempo) von 5:30 min pro km laufen sollte. Das klappte mit meiner Planung und die zweite Laufrunde (HM) erreichte ich bei 2:08 Std. Nach dem Zielbereich in der zweiten Runde war meine glückliche Frau mit der Finishermedaille leicht zu erkennen. Ein kurzes Anhalten von mir und ich gratulierte zu ihrem Ziel. Die hübsche Medaille schaute ich kurz an. Im Hintergedanken dachte ich noch an die langweiligen beiden Restrunden.

 

Etwas habe ich mit dieser HM-Zeit noch aufgeholt und meine Kraft war noch etwas genug da. Trotzdem hatte ich eine Stufe zurückgestellt und ich lief ganz locker weiter, denn ich besaß noch 3 1/2 für die zweite Halbmarathonhälfte bis zum Ziel. 

Es wurde immer weniger zu sehen, denn die Halbmarathonis waren schon zum Ziel. Es begann dann für mich ein langweiliger Lauf und als Ablenkung schaute ich ab und zu das restliche Umfeld. Es schien so, dass die bulgarische Menschen noch keine Interesse an diesem Lauf. Es wurden immer weniger Zuschauer auf allen Bereichen und das war diesmal ein Hauptstadtlauf, da hätte ich mehr Publikum erwartet. 

Die dritte Runde lief ich über das Zielbereich bei 3:15 Std und noch habe ich viel Zeit bis zum Ende meines Marathonlaufes. Meine Kräfte wurde immer weniger und oftmals brach ich in der dritten Runde beim Laufen ab. Es waren dann Walk- und Run- Teilnahme.

 

Die letzte Runde hatte ich keine Kraft und auch keinen Bock mehr, weiter auf das schwache Tempo zu laufen. Ich habe mich dann entschieden, dass ich überwiegend nur noch zu Fuß mit dieser letzten Runde beteiligen möchte. Die Zielzeit war für mich kein Thema. Ankommen mit einer Medaille und die Sammlung aller europäischen Hauptstadt war meine große Bedeutung. 

 

Die letzten 5 km kontaktiere ich mit meiner Frau übers Videochat, dass es mir noch gut ging und sie meinte, ich sollte ich trotzdem ein wenig bemühen, bis zum Ziel langsam zu laufen. Ich ging weiter zu Fuß, aber 3 km vorm Ziel lief ein großer Bulgare bei mir vorbei und meinte, ich sollte ihm folgen und etwas mitlaufen. Ich prüfte sein Lauftempo über meine Uhr und es war mein passendes Wohlfühlstempo. So nahm ich ihn als Fokus und lief ihm hinterher. Es klappte doch und alles war wohl Kopfsache!

 

Den letzten Kilometer schaute ich noch einmal auf die Uhr und war sofort froh, dass ich keine 5-Std-Zielzeit bekam. Zum Schluss konnte ich doch etwas schneller laufen, da ich Lust auf meinem Feierabend von diesem Lauf hatte.

 

Ein wenig Zuschauer vorm Ziel waren doch da und bis zum Ziel war ich etwas erleichtert. Wie an jeden europäischen Hauptstädten kniete ich nach dem Ziel auf den Boden und gab ein Kuss auf der Straße als meine Dankbarkeit, dass ich diese Marathonstrecke teilnehmen konnte. Ich blieb dort nicht lange am Zielbereich, ein paar Fotos mit meiner Frau und die Zielverpflegung war schwach. 

 

Ich möchte nur noch zum Hotel mit dem Metro fahren. Nur dann kann der Abend für uns kommen und wir hatten danach eine schöne gemütliche Sonntagsfeier am Abend für uns. 

 

Meine Meinung über diesen Marathon möchte ich an allen gern etwas äußern. Mit dem Sofia Marathon war meine 5. europäische Hauptstadtmarathon-Teilnahme. Für mich war es ein ganz schwacher Marathon und das mit 373 Teilnehmern (nur 8 deutsche Teilnehmer!), die das Ziel erreichten. Für mich war es ein kleiner Stadtmarathon, obwohl die Organisation eigentlich gut war. Der Zuschauerhintergrund war sehr mager. Leider war die gesamte Strecke, wo viermal absolvieren war, kein schöner Altstadtlauf, sondern mehr aus der Stadt hinaus und fast auf allen Hauptstraßen. Für mich eine eintönige Laufstrecke trotz Anstiege und der vielen Wenden und Schleifen. Die Versorgung war viel zu bescheiden. Deswegen sollte keiner für die Teilnahme beim Sofia Marathon große Erwartungen mitbringen. Zum Glück hatten wir ein paar Tage mehr für unsere Stadtbesichtigung in Eigenregie genommen, das war viel schöner als dieser Marathonlauf.

 

Später hatte ich zufällig mitbekommen, dass vor den letzten fünf Jahren 7 Runden (pro Runde 6 km) für einen kompletten Marathonkurs zu laufen war. Das wäre für mich die reine Katastrophe gewesen. Dafür war der Startpreis damals 10 EUR wert!

Am Montag, unser letzter Tag, war für uns einfach zu lang. Der Abflug nach Berlin war erst am Abend und wir hatten der bulgarischen Hauptstadt schon fast alles angesehen. Da hatten wir zufällig unsere Idee, den halben Tagesausflug mit den verschiedenen Straßenbahnlinien hin- und her die Stadttour teilzunehmen. Das war abenteuerlich und wir konnten noch näher die Außenwelt von Sofias Umgebung kennenlernen. Das war ganz anders als im sauberen Stadtzentrum. So hatten wir unseren schnellen Zeitvertreib bekommen.

 

Bei der Abreise waren wir froh, dass wir trotzdem mit dem Sofia-Besuch unsere richtige Entscheidung getroffen hatten. Sofia war nicht weit von der Welt und mit ein paar Stunden waren wir mit guter Erinnerung schon zu Hause da.

Highlights aus unserer Stadtbesichtigung in Sofia

Die Statue von Sofia

Anlässlich des Milleniums ist diese Statue aufgestellt, sie stellt eine junge Frau dar, mit einer Krone auf dem Haupt, die einer Festungsmauer gleicht und einem Lorbeerkranz in der rechten Hand. Auf ihrem linken Arm sitzt eine Eule - das Symbol der Weisheit. Als Patronin der Stadt und Schutzherrin des Landes strahlt die Sofia-Statue Erhabenheit, Frieden und Schönheit aus.

Tsar Osvoboditel Denkmal

Errichtet wurde es zu Ehren des russischen Kaisers Alexander II. und seiner Armee, aus welcher im Russisch- Türkischen Befreiungskrieg (1877-1878) über 200.000 Soldaten ihr Leben ließen. Die Einweihung des Denkmals erfolgt 1907. Die Skulpturengruppe auf dem Fundament zeigt russische Soldaten und bulgarische Widerstandskämpfer, die von der Siegesgöttin Nike angeführt werden. Auf dem massiven Sockel erhebt sich die Gestalt von Kaiser Alexander Ii. hoch zu Ross. In der Hand hält er das Manifest, mit dem der Russisch-Türkische Befreiungskrieg erklärt wird.

Alexander-Newski-Kathedrale

Die Kirche wurde als Zeichen tiefer Dankbarkeit gegenüber dem russischen Volk für die Befreiung Bulgariens von der osmanischen Fremdherrschaft errichtet. Sie trägt den Namen des berühmten russischen Heerführers Prinz Alexander Newski, der sich in zahlreichen Schlachten einen Namen machte und zum Symbol der russischen Militärmacht wurde. Die Initiative für den Kirchenbau wurde 1879 ins Leben gerufen. Der Entwurf des Petersburger Architekten Pomeranzew wurde jedoch erst 1898 genehmigt. Die Ende 1904 aufgenommenen Bauarbeiten dauerten bis 1913 an. Das 5000 Personen Platz bietende Gebäude ist die größte gottesdienstlich genutzte orthodoxe Kirche in Bulgarien. Die architektonische Kirchengestaltung basiert auf der byzantinischen Sakralarchitektur. Die Goldschicht der Kuppeln wurde 2006 erneuert.

Museum für Stadtgeschichte

Es hat offiziell seine ständige Ausstellung eröffnet. Sofia verfügt nunmehr über einen speziellen Ort, an dem einige der bedeutendsten kulturellem Werte aus ihrer tausendjährigen Geschichte gezeigt werden. Es beherbergt auch Säle für die Ausstellung und Sonderausstellungen, einen Raum für schöpferische Workshops, ein Retro-Café, Restaurations-werkstätten und Depots, eine Bücherei sowie ein Info-Zentrum.

Adlerbrücke

DIe Übergabe des symbolischen Schlüssels von Sofia, die großen Demonstrationen von 1990, der Stadtpark Boris-Garten mit dem Ariana-See, Ausgangspunkt des Tsar Osvoboditel macht diesen Ort zu so viel mehr als nur zum Eingangstor von Sofia. Die Adlerbrücke wurde 1891 nach dem Entwurf von Vaclav Prosek gebaut, der zwei Jahre zuvor auch die Löwenbrücke entworfen hatte. Die Bronzeadler auf den Brückenpfeilern symbolisieren die aus Sofia verbannten Rebellen diesem Ort von ihren Angehörigen empfangen wurden. Die Metallteile wurden vom Wiener Unternehmen "Rudolf Philipp Waagner" gefertigt, von dem auch die s. g. "Eiserne" Stephanskirche in Istanbul stammt.

Nationalgalerie

Die Nationalgalerie ist die größte Kunstmuseum Bulgarienas. Ihre Sammlung umfasst über 42.000 Kunstwerke aus Bulgarien, Europa, Asien, Amerika und Afrika.

Filialen der Nationalgalerie sind: das Museum "Quadrat 500" (Repräsentativausstellung), der Palast am Fürst-Alexander-Platz (Sonderaus-stellungen), das Museum für christliche Kunst in der Krypta der Alexander-Newski-Kathedrale (ständige Ausstellung), das Museum für sozialistische Kunst (Themenausstellungen), das Museum für zeitgenössische Kunst - Sofioter Arsenal (Sonderausstellungen) sowie die Hausmuseen von Nikola Tanev und Vera Nedkova.

Nationalgalerie - Quadrat 500

Es ist eine Filiale der Nationalgalerie. Es wurde im Mai 2015 eröffnet und beherbergt die ständige Ausstellung ausgewählter Werke aus dem Fundus der Nationalgalerie. Neben namhaften bulgarischen Meistern sind im "Quadrat 500" auch Werke ausländischer Künstler aus Europa, Asien, Amerika und Afrika zu sehen. Es befindet hinter der Alexander-Newski-Kathedrale. Jeden zweiten Donnerstag im Monat ist freier Eintritt.

Georgsrotunde

Die Rotunde des hl. Goerg des Siegreichen ist das älteste erhaltene Bauwerk aus der Römerzeit. Sie gehört zu einer antiken Gebäudeanlage, die unter Kaiser Konstantin dem Großen (306-337) eingangs des 4. Jahrhunderts entstanden ist. Man nimmt an, dass sie im Urchristentum als Taufkapelle diente. Bei Restaurierungsarbeiten wurden mehrere Malschichten aus verschiedenen Epochen freigelegt. 

Kirche der Hl. Nikolaus und Panteleimon in Boyana

Die Boyana-Kirche zählt zu den wertvollsten Denkmälern des bulgarischen Kulturerbes. Der älteste bau datiert aus dem 11. Jh. Im 13. Jh. wurde neben der alten Kirche eine Familien- und Begräbniskirche errichtet. Die Wandmalereien aus dieser Zeit (1259) stammen von einem unbekannten Meister der Tarnovo-Schule. Sie haben außerordentlich hohen künstlerischen Wert und gelten als Vorboten der europäischen Renaissance. Die Stifter Sevastokrator Kalojan und seine Gemahlin Desislava sind in voller Größe dargestellt. Ihnen gegenüber sind Zar Konstantin Asen Tich und Zarin Irina zu sehen - die einzigen erhaltenen Porträts bulgarischer Herrscher aus dieser Zeit. Die Boyana-Kirche ist eine UNESCO-Welterbestätte.

Parlament

Das Gebäude der Völkerversammlung befindet sich gegenüber dem Tsar-Osvoboditel-Denkmal. Bis 1885 tagen die Abgeordneten in unterschiedlichen Bauten, die für ihre Tätigkeit jedoch ungeeignet waren. Politischer Wandel nach der Wiedervereinigung Bulgariens erfordert den Bau eines repräsentativen Parlamentsgebäudes.  Es entsteht in den Jahren 1884-1886 im Stil der Neurenaissance. Im Inneren wird es mehrfach umgebaut, wobei sein ursprüngliches Aussehen größtenteils erhalten bleibt. Heute tagen hier 240 Abgeordnete.

Volkstheater Ivan Vazov

Errichtet wurde es 1906 am Standort des Holzbaus des Osnova-Theaters nach dem Entwurf der Wiener F. Fellner und H. Helmer im neoklassizistischen Stil. Das Ivan Vazov Volkstheater ist das größte Schauspielhaus in Bulgarien sowie ein architektonisches Wahrzeichen von Sofia. Auf seiner Bühne standen alle bedeutenden Vertreter der bulgarischen Theaterkunst. Das Theatergebäude, das mehrere Brände und Zerstörungen überlebt hat, wurde 1976 in seinem ursprünglichen Antlitz wiederhergestellt. Beeindruckend ist die Fassade mit sechs Säulen, die einen dreieckigen Giebel tragen, auf dem Apollo mit den Musen der Künste dargestellt ist. Es trägt den Namen des Klassikers, Dichters und Schriftstellers Ivan Vazov.

Die Klöster von Sofia

Sofia gehört zu den bedeutendsten zentren des orthodoxen Christentums in Europa. Die Anfänge des Kirchenbaus gehen auf Kaiser Konstantin den Großen (4. Jh.) zurück. Ihren Höhepunkt erreicht die sakrale Bautätigkeit im Zweiten Bulgarischen Reich (1186-1396). in dieser Zeit entstehen in der Umgebung von Sofia etwa 300 Klöster. Während der Osmanenherrschaft sind auch die Kirchenheiligtümer dem Schicksal der Schmach preisgegeben. Erst gegen Ende des 16. Jh. kann ein neuer Kirchenvorstand gebildet werden, was mit den letzten Lebensjahren des heiligen Pimen Zografski zusammenfällt. In der Wiedergeburtszeit erwachen die heiligen Stätten um Sofia zum neuen Leben. Heute kann man in der Umgebung der bulgarischen Hauptstadt über 20 Klöster besichtigen. 



Strecke (Route)


Kommentare: 2
  • #2

    Rob Deafrunner (Mittwoch, 24 Oktober 2018 11:30)

    Danke, mein lieber treuer Blogleser Gogo... Ich möchte gern einfach Euch nur die Interesse an allen für eventuelle Laufreise oder Stadtbesichtigung in diesem Land wecken... LG Robert :o)

  • #1

    Georgios Gerasimou (Dienstag, 23 Oktober 2018 21:39)

    Ein tolles Bericht und auch Video.....Danke für Info....