Brockenlauf zum 3. Advent


Marathon Nr. 40



16.12.2017

Startzeit: 09:00 Uhr

Startnummer: 1

Startgebühr: 8 EUR

Marathonauflage:

Start: Berlin, Volkspark Friedrichshain

Ziel: Berlin, Volkspark Friedrichshain

 

Laufzeit: 05:55:02 h

HM-Zeit: 02:54:40 h

Pace: 07:45 km/min

Herzfrequenz: 147

Rundenanzahl: 19

Kalorienverbrauch: 5278

Finisher: 9 (für 1570 Höhenm.)

Rang: 7 (für 1570 Höhenmeter)

Zeitverschiebung: -

Reisekilometer: 50

Temperatur (min): 2 C

Temperatur (max): 5 C

Wind: -

Niederschlag: -

Wetterstand: bewölkt

Höhenmeter: 1711



Es gibt doch ein hoher Berg in Berlin!

Erschöpft nach 1500 Höhenmetern, aber mit glücklichem Stolz!

Ab 5. Runde erst bemerkt, dass nach dieser Statue noch diesen Weg zu laufen musste...
Ab 5. Runde erst bemerkt, dass nach dieser Statue noch diesen Weg zu laufen musste...

Dieser Adventmarathon hatte schon vor ein paar Monaten ins Visier. Ich ließ einfach bis ein paar Tage vorm Beginn dieser Laufveranstaltung entscheiden, abhängig von der Wetteraussicht. Der Winter ist oft unberechenbar und deswegen konnte ich nicht vor ein paar Monaten mich entscheiden lassen.

 

Im Normalfall sollte es ein traditioneller „Marathondoppel zum 4. Advent“ sein. Da aber in diesem Jahr der 4. Advent mit Heiligabend zusammenfiel, wurde man für Samstag, dem 16.12.2017 nur ein Brockenlauf angeboten. Wer aber gern viel startet möchte, gab es eine zusätzliche Startmöglichkeit, am Sonntag (17.12.) beim 6-Stunden-Lauf auf dem alten Tempelhofer Flughafen (organisiert von der LG Mauerweg Berlin) teilzunehmen. Dort wurde auch ein Marathon angeboten.

 

Ich hatte mich für einen Marathonlauf über den „Berliner Brocken“ mit 1570 Höhenmetern entschieden. Es war für mich die Generalprobe für den „hohen Berg“ in Berlin. Ich brauchte einfach Bergtrainingsläufe für meine spätere 5-Etappen-Teilnahme durchs Bergische Land im April 2018 (275 km / 6400 HM). Es sind 5 Etappen zu laufen und pro Etappe entspricht ca. 1280 HM, also keine leichte Laufaufgabe für mich!

Für den Adventmarathon war der Startpreis wirklich ein Schnäppchen mit 8 Euro und da bekommt jeder die Erinnerungsmedaille, Urkunde sowie Verpflegung. Was konnte man dort mit einem Trainingslauf falsch sparen? Einfach mitmachen und am Ende bin ich dann schlauer, so hatte ich es vorm Lauf selbst gesprochen.

 

Vor der Anmeldung schaute ich kurz ins Internet die Starterliste für diesen Brockenlauf zum 3. Advent. Da war ich wirklich sehr überrascht, es waren so viele Anmeldungen zu sehen. Zur Verfügung standen für diese Laufveranstaltung 2x Marathon in zwei verschiedenen Höhenmetern (600 HM und 1570 HM) sowie 2-mal Halbmarathon (300 HM und 785 HM). Das war für mich schon ein wenig klar, viele Teilnehmer*innen waren dorthin angemeldet, um als Trainingsläufe mitzumachen. Das Winterwetter um diesen Zeitpunkt war relativ noch angenehm, kein Schnee sowie kein Frost. Also, meine Anmeldung ohne Zögern erfolgreich ausgeführt.

 

Diesen Ort kannte ich schon, allerdings beim Marathonlauf aus der „Osterserie“ in diesem Jahr mit 600 Höhenmetern. Beim Adventmarathon war das anders und doppelt so hoch. Deswegen waren für mich eine neue Namensbezeichnung sowie ein neuer Ort für meinen Marathonlauf, auch wenn ich schon dort gewesen war.

 

Nun an dem Wettkampftag hatte ich keine Hektik, denn ich kannte die Fahrtzeit sowie die Ortslage schon vorher bei der Oster-Marathonserie im April 2017. Eine gute Stunde vor dem Startbeginn war ich locker da und es war wie beim letzten Mal zu sehen. An der Holzbank stand die Verpflegung für alle Teilnehmer*innen. Hinter dem Zelt war ein netter, alter Mann namens Eike, der für die Zeitmessung sowie für die Organisation verantwortlich war. Einige Zeit kam dann die bekannte deutsche Marathon-Oma Sigrid zum Treffpunkt. Eike war auch bei der Oster-Marathonserie als Helfer dabei.

Kurz vorm Start war wie immer die wichtige kurze Info für Halb- sowie Marathonstrecken mit zwei verschiedenen Höhenmetern. Es gibt dafür dort mit diesen beiden Marathonstrecken Bezeichnungen. So wurde „über den Brocken“ für 1570 Höhenmeter genannt und „um den Brocken“ für 600 Höhenmeter.

Pünktlich wurde der Start für die beiden Marathongruppen freigegeben. Ich war so erstaunt, als ich nach dem Startschuss gleich hinaufsteigen musste. Nun hatte ich vor, ein paar bekannte Läufer von der Laufgruppe „Vegan Runners“ hinterzufolgen, damit ich nachher alleine mit den nächsten Runden weiterlaufen kann.

Einige Läufer waren schon sehr schnell voran und später nicht mehr zu sehen. Nun hatte ich ja mein Bedenken, ob ich mit den restlichen Runden (18 Runden gesamt!) gut erkennbar durchkommen kann?

Es war auch schon lange mit gelb angefärbten Pfeilrichtungen an den Gehwegen zu erkennen und trotzdem war es schwierig, da zum größten Teil mit Laubblättern abgelegt wurden.

 

Aber nach ein paar Runden hatte ich gleich bemerkt, dass es irgendwie nicht mehr stimmte. Denn die vorderen Läufer waren nach der dritten Runde wieder vorne zu sehen, das konnte für mich nicht sein. Selbst war ich klar nicht schnell genug, um sie anzuschließen. Auf einmal bemerkte ich nach der Weiterverfolgung dann meinen kleinen Fehler, dass ich nicht die richtige Laufrunde mitgemacht hatte.

 

Da wo die auffällige Pandabär-Statue stand, sollte ich dann rechts weiterlaufen und danach hinab die halbe Runde durchlaufen. Es war mir zu unwohl, dass ich ungewollt mehrmals Abkürzungen gemacht hatte. Ich selbst wusste schon immer, ich hatte schon fast immer meine Schwäche mit der Orientierung.

 

Das Laufwetter war für den Monat Dezember optimal und zwischendurch konnte man aus der anderen Seite, wenn man hinablief, die andere Marathongruppe vorbeilaufen sehen. Ich lief ja vielmals über diese Berge und die andere Gruppe brauchte einfach locker um die Berge zu laufen.

 

Die Verpflegung war ausreichend vorhanden und es gab fast noch warme Eistee zu trinken.

Der nette Kontrolleur schrieb alles auf, wenn einer die Runde durchgelaufen hatte. Man rief einfach ihn mit seiner Startnummer. Das fand ich prima und unkompliziert.

 


Ich schaute mehrmals auf die Uhr und hatte schon damit gerechnet, dass ich höchstwahrscheinlich über 6 Stunden dafür brauchte. Bei den Steigungen waren fast alle nur im Wanderschritt und da konnte man nicht vernünftig laufen.

In der Zwischenzeit waren einige Läufer*innen schon fertig mit den Läufen und das waren die Halbmarathonis. Ab und zu mal hatte ich Sigrid überholt und gab immer wieder mein Lob für ihre mutige Teilnahme. Bemerkenswert in ihrem hohen Alter! Sie blieb locker und war schon immer überall zielstrebig zu erkennen.

 

Am Ende war ich schon dort am Zielbereich und schaute auf meine Sportuhr. Ich gab meine ehrliche Info dem Kontrolleur Eike, dass ich ein paar Runden ungewollt abgekürzt hatte und ich möchte einfach wiedergutmachen. Das bedeutete für mich, noch ein paar Runden weiterlaufen und dann habe ich die volle Marathondistanz erreicht. So sah ich als Fairness und möchte selbst kein schlechter Verlierer sein.

 

Als meine Uhr zeigte, dass ich noch 700 m bis zur vollen Marathonlänge hatte und ich noch unter 6 Stunden schaffen konnte, lief ich noch schneller. Am Ende war ich überglücklich, dass ich keine 6-Stunden-Zielzeit bekam. Mit diesem superschweren „Brockenlauf“ hatte ich damit nicht gerechnet, es war unberechenbar brutal und hart! Beim 40. Harzgebirgslauf (Brocken-Marathon) war der Lauf noch relativ angenehm für mich. Obwohl der Brocken im Harz aus weiter Sicht wirklich ein hoher Berg zu sehen war, war hier vollkommen eine Täuschung mit der Berliner Berghöhe. Diese Rundenanstiege hatte uns viel Kraft ausgeraubt.

 

Mit meiner Bergmarathon-Teilnahme war eine wertvolle Übung für meine spätere Etappenlauf-Teilnahme. Auf alle Fälle wird es ein harter Maßstab für mich geben

 

Die Erinnerungsmedaille war klein, aber mit der kleinen Startgebühr von 8 Euro mit toller Verpflegung darf man nicht zu viel erwarten. Ich war mit allem zufrieden. Die gesamte Strecke war übersichtlich mit Wald- und Grasflächen, zahlreiche belaufbare Wege mit und ohne Asphalt zu bieten. In den achtziger Jahren fanden dort auch schon die Berliner Berglaufmeisterschaften statt, wobei für die Männer mit 6 und für die Frauen 3 Runden liefen.

Zu Hause wollte ich über den „Berliner Brocken“ noch mehr wissen und wurde im Internet schnell fündig. Das wusste ich sowie mein Vater sogar auch nicht.

Dieser Volkspark Prenzlauer Berg ist ein entstandenes „Trümmerberg“ in der zweiten Weltkriegszeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weitere Ablagerungsmöglichkeiten für die Trümmer der zerstörten und abgeräumten Gebäude des Bereiches um den Alexanderplatz gesucht, da die Bunkerüberschüttungen in Prenzlauer Berg, Gesundbrunnen und am Teufelsberg gefüllt waren. So entstand dort eine Trümmerkippe und bekam seinen Namen „Oderbruchkippe“ durch die nebenstehende Straßennamen Oderbruchstraße sowie Schneeglöckchenstraße.

 

Ab 1963, nachdem die Kleingärten geräumt waren, kamen mit Lastwagen und der Trümmer-Straßenbahn rund 15 Millionen Kubikmeter Schutt auf diese Fläche. Auf zwei Lagerflächen verteilt entstand ein Doppelberg fast 40 Meter über dem Niveau der angrenzenden Gebiete. Nach dem Mauerbau ab 1961 wurde auch Abriss der Häuser im Mauerstreifen, wie von der Bernauer Straße, hier eingeschüttet. Die meisten der heutigen Parkwege entstanden auf den Fahrtrassen der anliefernden Lkw.

 

Durch die Bepflanzung und die Anlage eines Kinderspielplatzes auf halber Höhe (1997 als Abenteuerspielplatz) dient der Park hauptsächlich der Erholung und der Freizeit. In den warmen Monaten wird gejoggt, gewalkt oder spazieren gegangen, im Herbst können Besucher von den flachen unbepflanzten Hängen Drachen steigen lassen und im Winter bei Schnee rodeln.

 

Gut zu wissen…


Strecke (Route)


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Kommentare: 3
  • #1

    Karina (Sonntag, 25 Februar 2018 23:38)

    Sehr schöner Beitrag! Freue mich schon, bei der Osterserie wieder „über den Brocken „ zu laufen!

  • #2

    Robert (Deafrunner) (Montag, 26 Februar 2018 07:50)

    Hallo Karina, ach darüber freust Du Dich beim nächsten Lauf "über den Brocken" bei der Osterserie?! Mein Respekt und da wünsche ich Dir schon im Voraus viel Freude beim Bezwingen des Berliner Brockens...

  • #3

    Marek (Montag, 26 Februar 2018 21:06)

    Hi Robert,

    ja, eine harte Nummer, unser Brocken! Die Strecke hat es wirklich in sich und ist alles andere als einfach. Es ist kaum möglich, da wirklich durchzulaufen. Selbst Uwe schafft da nur 03:45 :-) Gibt auch einen Strava-CR auf der Runde, falls du die nochmal in Angriff nehmen willst!

    LG Marek

    P.S. Im Header steht noch VP Friedrichshain (ist aber VP Prenzlauer Berg).