4. Rubbenbruchsee Marathon


Marathon Nr. 39



09.12.2017

Startzeit: 11:00 Uhr

Startnummer: 23

Startgebühr: 15 EUR

Marathonauflage: 4

Start: Rubbenbruchsee

Ziel: Rubbenbruchsee

 

Laufzeit: 04:28:09 h

HM-Zeit: 02:10:52 h

Pace: 06:31 km/min

Herzfrequenz: 170

Rundenanzahl: 9

Kalorienverbrauch: 4417

Finisher: 55

Rang: 31

Zeitverschiebung: -

Reisekilometer: 758

Temperatur (min): 1 C

Temperatur (max): 3 C

Wind: schwach

Niederschlag: später Nieselregen

Wetterstand: bewölkt

Höhenmeter: 99



Winterwetter am Rubbenbruchsee

Klein, aber fein - der RuM in Osnabrück

Michael war selbst der Organisator und lief auch den Marathon mit, mein Respekt!
Michael war selbst der Organisator und lief auch den Marathon mit, mein Respekt!

Ich kannte diesen Rubbenbruchsee Marathon (RuM) schon lange aus dem Internet und deshalb merkte ich mir immer wieder an die Freischaltung dieses Marathons. Letzter Marathonlauf war am 10.12.2016 und ein paar Wochen danach hatte ich Michael, dem Organisator vom RuM, per Email wegen der Anmeldung nachgefragt. Er hatte mir schon das Datum der Anmelde-Freischaltung bekanntgegeben. Es war immer bisher so, dass die begrenzte Teilnehmerzahl von 60 schon nach wenigen Tagen sehr schnell vergriffen war.

 

Pünktlich am 02. Januar 2017 in der frühen Morgenzeit hatte ich erfolgreich beim RuM 2017 angemeldet und war selbst froh darüber. Es war eine kleine Laufveranstaltung und hatte seinen guten Ruf durch die familiäre, angenehme Atmosphäre. Die Laufstrecke rund um den Rubbenbruchsee sollte auch abwechslungsreich sein. Also, meine Neugier war nicht bescheiden und hatte natürlich mein Interesse, mitten im Dezember, beim RuM anzumelden. Die Auswahl der Marathonläufe im Dezember auf deutschem Gebiet war sehr gering und war für Michael sozusagen ein konkurrenzloser, deutscher Marathon in diesem Monat. Deswegen waren die Anmeldungen auch schnell sichtbar voll ausgebucht. Kein Wunder bei der kleinen Startgebühr von 15 Euro, wobei der Überschuss für einen wohltätigen oder gemeinnützigen Zweck gespendet wird. Im Startpreis enthält man eine bedruckte Startnummer, angeblich gute Verpflegung, eine ordentliche Erinnerungsmedaille sowie Ergebnisliste und Urkunden zum Ausdrucken. Da konnte keiner klagen! Natürlich war das Risiko da, wenn man fast schon für ein Jahr im Voraus ein Marathonlauf anmeldet?! Es könnte immer noch viel passieren...

 

Im März beim 25. Marburger Lahntallauf hatte ich Michael schon gesehen und ich erkannte an seinem auffälligen Laufoutfit. Er lief bei allen Laufevents immer mit dem kompletten Fußballtrikot sowie -hose vom FC Bayern München unterwegs, deshalb konnte man ihn nicht übersehen. Als ich ihm angesprochen hatte, dass ich ihn nur aus dem Internet kannte und beim RuM 2017 angemeldet hatte. Er war etwas verwundert, denn ich kam gleich direkt mit dem Ganzkörperanzug und Hut zu ihm. Wir hatten trotzdem ein nettes Kennenlerngespräch und auf seinen RuM hatte ich mich gefreut.

Eine Woche nach dem harten Brockenlauf beim 40. Harzgebirgslauf im Oktober dieses Jahres hatte ich plötzlich die schmerzhafte Entzündung am Schienbein. Da dachte ich schon an einem Aus beim Rubbenbruchsee Marathon. Aus meiner Erfahrung beim letzten Schienbeinkantensyndrom (SKS) im Jahre 2014 war die Heilung sehr lange und dachte an dem gleichen Zeitvergleich mit dieser Entzündung. Bitterlich sah ich gezwungen, nicht beim RuM mitzumachen und gab Michael per E-Mail meine Absage bekannt. Er fand es auch schade und wünschte mir gute Besserung. Ich sollte ihm trotzdem noch einmal Bescheid geben, ob mein Startplatz an den nächsten Läufer aus der Warteliste weitergeben kann? Für mich sah ich keine andere Möglichkeit und gab natürlich ihn frei. Ans Fairness dachte ich auch und war selbstverständlich für mich!

 

Eine Woche nach dem harten Brockenlauf beim 40. Harzgebirgslauf im Oktober dieses Jahres hatte ich plötzlich die schmerzhafte Entzündung am Schienbein. Da dachte ich schon an einem Aus beim Rubbenbruchsee Marathon. Aus meiner Erfahrung beim letzten Schienbeinkantensyndrom (SKS) im Jahre 2014 war die Heilung sehr lange und dachte an dem gleichen Zeitvergleich mit dieser Entzündung. Bitterlich sah ich gezwungen, nicht beim RuM mitzumachen und gab Michael per E-Mail meine Absage bekannt. Er fand es auch schade und wünschte mir gute Besserung. Ich sollte ihm trotzdem noch einmal Bescheid geben, ob mein Startplatz an den nächsten Läufer aus der Warteliste weitergeben kann? Für mich sah ich keine andere Möglichkeit und gab natürlich ihn frei. Ans Fairness dachte ich auch und war selbstverständlich für mich!

Eine Woche später war ich erstaunt, dass meine Heilung mit dem SKS schnell erfolgreich auskuriert war. Knappe zwei Wochen war der Schmerz nicht mehr zu spüren und ich hatte natürlich meine Hoffnung, beim RuM doch mitzumachen. Kurz in seiner Webseite nachgeschaut, ob mein Name auf der Meldeliste noch zu sehen war - es war noch DA! Dann meine schnelle, kurze Anfrage an Michael und er schrieb, ich hatte Glück. Er war noch nicht dazu gekommen, mein Platz neu zu vergeben und ich konnte noch mitmachen. Meine Freude war wieder da, denn es gab von mir zwei zu frühe Marathon-Absagen im November. Es war der 2.

Kölner Karneval-Marathon am 11.11. und ein Tag später beim Indoormarathon in Nürnberg. Es sollte ein Doppel-Marathon an einem Wochenende sein. Schade, dass es nicht daraus wurde, nur weil ich zu früh abgesagt hatte. Beim nächsten Mal bin ich schlauer und lasse mir mit dem Heilungsprozess etwas abwarten.

Eine Woche vor meiner Reise nach Osnabrück ließ ich mir über das winterliche Wetter informieren, bis jetzt hatten wir trockenes Winterwetter. Das war in Osnabrück auch so und es sollte langsam der fürchterliche Wintereinbruch kommen. Etwas Schnee sollte an diesem Wochenende fast auf allen deutschen Gebieten liegen. Ich hatte oft gewünscht, im Schnee mit meinem Laufkostüm teilzunehmen und das sollte prima optisch aussehen. Die Erwartung für den RuM mit Schnee war etwas da...

 

Von der Deutschen Bahn (DB) habe ich einen Gutschein erhalten, so dass ich eine ICE-Fahrt in der ersten Klasse teilnehmen konnte. Durch den Gutschein war die gesammelte Bonusmeilen aus meinen mehrmaligen Zugteilnahmen und kein schlechtes Angebot von der DB. Das war die Hinfahrt von Berlin nach Osnabrück und leider mit über 40 min Verspätung. Für mich war der Unterschied zwischen 1. und 2. Klasse im ICE nicht groß, man hatte die gleiche Probleme mit dem Klassenunterschied: Fahrtzeit unregelmäßig, WLAN-Nutzung oft problematisch - nur die Beinfreiheit war viel besser in der ersten Klasse, ansonsten nicht viel Positives. Deshalb war ich erst spätabends im Hotel angekommen. Die Rezeption wusste nicht von meiner Buchung über Booking und zum Glück hatte ich meine schriftliche Reservierungsbestätigung in der Hand. Sowas hatte ich noch nie erlebt und bekam trotzdem mein gewünschtes Einzelzimmer. Draußen zum Fenster vom Hotel sah man ein wenig Schneefall und ließ mich bis morgen überraschen, ob ich mit Schnee teilnehmen werde?

Locker war meine Schlafnacht und mein Frühstück war relativ angenehm. Die Startzeit für RuM war um 11 Uhr für mich etwas spät, aber dafür hatte ich viel Zeit und Ruhe am Morgen. Zum Glück war die Bushaltestelle vom Hotel ca. 300 m entfernt und kam nach einer halben Fahrstunde vor der Rubbenbruchsee an. Ich war wirklich erstaunt darüber, als ich draußen die weiße Schneedecke gesehen hatte. Das war doch super und mein winterlicher Marathonlauf konnte kommen. Ich hatte über WhatsApp aus meiner Laufgruppe mitbekommen, dass in NRW sowie andere Bundesländer noch viel mehr Schnee bekommen hatte als hier.

Bis zur Café am Rubbenbruchsee, wo nahe der Startbereich für uns stand, war keine 1 km entfernt. An den beiden aufgestellten Pavillons konnte ich Michael schon aus der Ferne sehen, er war sich mit seiner Familie sowie seine Freunde bei der Vorbereitung sehr beschäftigt. Locker konnte man aus den Pavillons gegenüber den großen Rubbenbruchsee sehen. Der Rubbenbruchsee ist ein künstlich geschaffener See im Westen von Osnabrück und somit ein Teil eines großen Naherholungsgebiets. Von der Osnabrücker Innenstadt bis zum Rubbenbruchsee ist 4 km entfernt und die Umgebung dieses Sees ist durch ausgedehnte Wald- und Wiesenflächen geprägt.

 

Michael hatte ich schon begrüßt und gab ihm Info, dass ich eine halbe Stunde vorm Startbeginn wieder zurückkomme. Es war draußen richtig winterkalt und ein wenig windig, deswegen suchte ich mir bewusst ins Café die Wärme und ließ ein Pott Kaffee bestellen.

 

Außerdem musste ich sowieso dort umziehen, mit dem Laufkostüm konnte ich nicht vorher schon umziehen lassen, da es etwas unpraktisch für mich war, wie immer das Gleiche.

Beim Umziehen meines Laufkostüms brauchte ich wirklich lange dafür, ich musste aus mehreren Schichten mit den Funktionsshirts aufziehen. Es soll mir beim Laufen vor Kälte und Wind geschützt werden, ich hatte lange nicht mehr für die kalte

Winterzeit angezogen. Was viele nicht wussten, war mit dem Laufkostüm nicht einfach für den Winter anzuziehen. Immerhin hatte ich ja Übung und klappte bisher zum Glück gut.

Gute 20 Minuten vorm Start war ich mit den anderen Teilnehmer*innen da und ich hatte einige bekannte Gesichter, vor allem vom Laufverein "100 Marathon Club", wie Sylke, Michael und Gerd leicht erkannt sowie ein paar Läufer, die ich nur aus den Laufblogs kannten. Ein Beispiel dafür war Falko mit der Weihnachtsmütze, ich hatte zufällig in der Toilette ihn getroffen und habe angesprochen. Er war erstaunt darüber, dass ich ihn durch sein Blog gekannt hatte. Ich war mit seinen Berichten interessiert und verfolgte bis heute noch, darüber war er froh und ich möchte gern mit ihm ein Foto haben. Warum nicht? Ich versprach ihm, nach diesem Lauf daheim dieses Foto nachzuschicken. Alles war tiptop vorbereitet und jeder machte sein eigenes Erwärmungsprogramm.

Ganz wichtig war für mich, dass ich nicht ihn vergessen durfte - dem Organisator Michael im FC-Bayern-Outfit. Er war sogar bereit, mit mir ein Erinnerungsfoto zu machen und danach gab es kleine Unterhaltung mit ihm. Er fragte mich, ob ich gesundheitlich alles okay war? Ich kannte auch aus seinem Laufblog und er machte wirklich sehr interessante, vor allem unberechenbare Laufteilnahmen. Egal ob auf der Treppe, auf Schnee und Eis in Sibirien, auf der Wüste sowie an den Bergen - er war stets überall da und das Besondere oftmals, er hatte gute Laufzeiten in seinem Alter. Da muss man ihn Respekt geben. Nicht nur ein guter Marathonläufer war er, sondern er nahm auch viele harte Ultraläufe teil und bisher kam er gut ins Ziel an. Ich war davon sehr begeistert und ich hatte ebenfalls meine eigenen Träume. Wer weiß, ob ich sie verwirklichen könnte?

 

Michael erklärte schnell noch uns die Streckenbeschreibung und meinte sicher, wir könnten uns nicht verlaufen. Er war heute am Morgen um 6:30 Uhr schon vor Ort und mit seinem Zielfahrrad war er nach fast 2 Stunden mit der Streckenmarkierungsrunde fertig. Er hatte ja seine Erfahrung und war oft dort im Training

unterwegs. Für unseren Lauf sollten wir 9 Runden um den Rubbenbruchsee und 7-mal eine zusätzliche Schleife durch ein angrenzendes Waldstück auf öffentlichen, nicht abgesperrten Spazierwegen teilnehmen. Die erste Seerunde betrug 3,095 km, dann die 2.-8. Runde die komplette Acht (pro Runde 5,140 km war wie die Zahl 8 zu laufen) und die letzte Seerunde mit 3,120 km. Nicht schlecht…

Schnell Gruppenfoto und dann ging es locker mit dem Startschuss los. Alle blieben noch am Anfang bei der ersten Runde zusammen. Für mich war eindeutig oft die Schwäche, alle Strecken im Kopf zu behalten. Sozusagen meine schwache Orientierungswahrnehmung! Wie peinlich…

Nach der ersten Runde, wo man vorher nach rechts abgebogen war, sollte für die 2.-8. Runde nach links abbiegen. Dann war die Streckenbeschaffenheit auch ganz anders als bei der Einführungsrunde. Die ganze sieben Runden liefen wir durch den Wald und es gab einige hügelige Steigungen, alles halb so schlimm. Nur die Waldwege wurden durch mehrmalige Laufabdrücke schnell weich und dreckig, fast alle hatten am Ende schmutzige Laufschuhe. Kein Wunder, es war auch mitten im Winter.

Der einzige Verpflegungspunkt war am Start- und Zielbereich zur Verfügung, aber vollkommen ausreichend für alle Läufer*innen. Darüber konnte keiner klagen, dass es fehlte. Für mich war es toll, dass es jeder mit seiner Startnummer markiert am Plastikbecher erhielt – umweltfreundliche Entscheidung von Michael.

 

Erstaunlich war auch für mich, es gab privat von Michael mit der Zeitmessung. Mit Laptop an den angeschlossenen Monitor konnte man für alle am Ende die Zielzeiten bewerten. Tolle Sache bei der kleinen Laufveranstaltung.

Alles war am Ende für mich einfach schön:

  • -Lockere, ordentliche Laufstrecke
  • - gemütlicher Seeblick
  • - reichliches Verpflegungsangebot
  • - nettes, familiäres Organisationsteam
  • - akzeptables Laufwetter (am Anfang trocken, später Sonne und kurz vorm Ende hatte es geregnet, aber danach etwas später vorbei…)

Jeder bekam dann die Erinnerungsmedaille, die jedes Jahr die Prägefarbe des Rubbenbruchsees änderte. Unterm Pavillonzelt waren die Teilnehmer*innen in bester Stimmung bei Glühwein.

Ein großes Dankeschön an Michael im Bayern-Outfit aus Osnabrück.

Gleich am Wettkampftag fuhr ich mit zufriedener Freude nach Hause. Die Bahnfahrt war reibungslos angenehm wie mein winterlicher Lauf ebenso.


Strecke (Route)


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