1. Berliner Rekord Marathon


Marathon Nr. 12



15.10.2016

Startzeit: 01:00 Uhr

Startnummer: 9

Startgebühr: 20 EUR

Marathonauflage: 1

Start: Berlin, ParkGleisdreieck

Ziel: Berlin, Park Gleisdreieck

 

Laufzeit: 04:10:56 h

HM-Zeit: 02:01:06 h

Pace: 05:54 km/min

Herzfrequenz: 170

Rundenanzahl: 8 + 2,195 km

Kalorienverbrauch: 4492

Finisher: 9

Rang: 4

Platz unter Deutschen: -

Finisher aus Deutschland: -

Zeitverschiebung: -

Reisekilometer: 46

Temperatur (min): 5 C

Temperatur (max): 7 C

Wind: schwach

Niederschlag: -

Wetterstand: bewölkt

Höhenmeter: 154



Mein erster Nachtmarathon

Mein Körper war vorm Start schon im Schlafmodus

Auf allen Wegen waren die Pfeilmarkierungen gut und hell erkennbar zu sehen.
Auf allen Wegen waren die Pfeilmarkierungen gut und hell erkennbar zu sehen.

Am Freitagabend waren wir vom Einkaufen zurück und zufällig fand ich die Laufveranstaltungen über "heyevent" (verbindet mit jedem Facebook-Account) ein interessanter Lauf, ausgerechnet hier in Berlin und das vor zwei Tagen! Mehrmals musste ich die Ausschreibung durchlesen und war sofort begeistert. Es sollte ein Nachtmarathon sein und ich hatte noch nie in meinem Marathonleben mitgemacht. Da es in Berlin war und somit spare ich die Reise- sowie Übernachtungskosten. Ich hatte schon über "myraceresult" angemeldet. Es sollte aber auch vorab überwiesen und das konnte ich nicht, da ich kein Onlinebanking besaß. Mit dem Organisator Oliver hatte ich die Kontakt aufgenommen und ich sollte kurz vorm Start vor Ort bei ihm bar einzahlen. Das war gut so! Meine Frau war damit nicht begeistert, denn es war viel zu kurzfristig und der Lauf war auch mitten in der Nacht. Für sie eine unvorstellbare Sache! Ich überzeugte ihr einfach mit dem Motto: "Dabei sein ist alles!" Ein kleiner Haken war es, am Samstag sollten wir bei unseren Freunden zu Besuch. Die Zeit könnte es knapp werden und wir hatten uns vereinbart, gegen 22 Uhr sollten wir wieder zu Hause sein. Dann müsste es alles klappen mit meiner ersten Teilnahme beim Nachtmarathon.

 

Es sollte ein ganz besonderer Marathon sein, denn wir laufen über die Zeitumstellung (Ende der Sommerzeit) und werden alle eine Stunde weniger für den Marathon benötigen. Das heißt für viele, sie werden eine neue persönliche Bestzeit aufstellen. Diese Veranstaltung ist eine "Pilot-Veranstaltung" für das kommende Jahr. Dann wird das Ganze ein wenig größer aufgezogen. Deswegen war der Reiz für mich mit dieser Teilnahme groß und konnte dann schlecht ablehnen. Darum hieß auch ganz einfach "Berliner Rekord Marathon".

Ein Tag vorher ließ ich mich alles vorbereiten, um späteren Hektik zu vermeiden. Während unserer Besuchszeit bei unseren Freunden hatte ich sie erzählt, dass ich bald in der Mitternacht mein Nachtmarathon auftreten werde. Sie halten für mich verrückt und konnten sich selbst gar nicht vorstellen, dass man sowas schafft? Ich blieb cool und ließ mich einfach überraschen.

 

Etwas früher als erwartet waren wir am Abend wieder zu Hause und ich musste mich eins nur darauf achten, dass ich nicht müde werden sollte. Gegen 23 Uhr war mein Körper schon im Schlafmodus und meine Augen wurden immer schwächer. Mein Verstand gab sie zur Aufmunterung, das fiel mir nicht leicht. Kurz vor der Abfahrt mit dem Auto zog ich mich um und war zum ersten Mal mit dem Ganzkörperanzug mit weißer Handschuhe am Steuer, das hatte ich noch nie erlebt und das war nicht schwer. Denn es war Mitternacht und keiner konnte leicht mich erkennen, was für mich gut war?!

Der Hektik war erst vor Ort groß da, als ich für Parken fast 20 Minuten gebraucht hatte. Ich wurde immer verrückter und schaute mehrmals auf die Uhr. Die Zeit bis zum Startbeginn wurde immer knapper. Mit Glück konnte ich den freien Parkplatz für meinen Pkw finden. Schnell zu Fuß unter der Monumentenbrücke, wo der Verpflegungspunkt bzw. Zielbereich stand. Es waren einige Teilnehmer*innen zu sehen und zum ersten Mal konnte ich Oliver kennenlernen. Er war so nett zu mir und ließ mir alles erklären. Nach der Barzahlung für meine Startgebühr gab Oliver mir bekannt, dass die Finishermedaille erst in ein paar Wochen per Post an jeden zugeschickt wird. Für mich war es die normale Selbstverständlichkeit, denn die Ausschreibung kam erst 2 Tage vor dieser Laufveranstaltung. Urkunden sollten ein Tag nach dem Lauf online heruntergeladen bzw. ausgedruckt werden. 

Ich war richtig froh, dass ich rechtzeitig vorm Start erreicht habe und das Wetter alles im trockenen Bereich war. 

Für uns sollte oben an der Monumentenbrücke der Startort sein, denn es sollte zuerst eine Einführungsrunde von 2,195 km geben und dann sollten wir alle 8 Runden durch den Park am Gleisdreieck laufen (pro Runde 5 km). Die vorgesprühte neongelben Markierungen konnten für uns leicht zu erkennen, nachdem sie auf der rechten Seite der Laufstrecke auf dem Boden zu sehen waren. Für alle war die Pflichtausrüstung die Stirnlampe vorgesehen, ansonsten droht uns keine Startfreigabe.

 

Pünktlich um 1 Uhr nachts war der Start für uns und alle waren richtig froh, dass es trotz kurzfristigen Aufrufs zu dieser kleinen Laufveranstaltung kommen konnte. Es wurde am Anfang durch Oliver eine lockere Einführungsrunde und danach eine komplette Runde vorgeführt. Es ging für alle dabei noch ganz gut.

 

Mit der Zeit wurde die Gruppenbildung immer auflösender und jeder lief sein passendes Tempo. Ich war bis zur Halbmarathonstrecke noch relativ in guter Verfassung. Aber danach wurde es nach dem Gefühl immer allein und man konnte nicht viel mit Hilfe meiner Stirnlampe den gesamten Durchblick mit ansehen. Ein paar Mäuse, ein Fuchs sowie viele Feldhasen waren meine zufälligen Getroffenen. Bis zum Zieleinlauf war ich richtig froh, denn ich war immer mehr müde vom Lauf. Kein Wunder bei der sehr späten Umstellung im Biorhythmus war der Körper sozusagen im Schlafmodus. Das war für mich eine völlig neue Erfahrung und schnell möchte ich nur noch nach Hause fahren und ins Bett legen, einfach müde...

 

Im Allgemeinen hatte es mir trotzdem großen Spaß gegeben und ich war froh, dass ich mutig mitgemacht habe. Sonst hätte ich mich bereut. 

 

Aber nach einem Monat war die Enttäuschung erst bemerkbar groß, als ich mehrmals an Oliver per Email und per WhatsApp angeschrieben hatte, wann wir die versprochene Finishermedaille erhalten konnten? Keine Reaktion bekam ich von ihm und über Forum im Internet las ich auch einige Unzufriedenheiten von den anderen Teilnehmer*innen. Da hatte ich einfach eine kleine Idee und bastelte die bescheidende Finishermedaille aus Pappe. Ich bin gelernter Buchbinder und hatte kein Problem damit, sie einfach anzufertigen lassen. Ich machte Oliver mein gutes Angebot, ich konnte für alle Teilnehmer die Finishermedaille sowie die Urkunden erstellen lassen. Dafür brauchte ich von ihm keine Gegenleistung, es sollte einfach eine Spende von mir sein. Leider bekam ich auch keine Rückmeldung von ihm. Nun sah ich für ihn kein gutes Vorbild und war für mich ein schlechter Verlierer. Denn keiner wusste nicht mal, WARUM konnte man nichts uns anbieten trotz Versprechungen? Darüber war ich sehr enttäuscht und auch traurig, denn für mich war ein Lauf ohne Medaille wie ein Laufbuch ohne Inhalt! Wirklich schade und sowas vergisst man nicht leicht... 


Strecke (Route)


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