10. Schlaubetal-Marathon


Marathon Nr. 11



15.10.2016

Startzeit: 10:00 Uhr

Startnummer: 671

Startgebühr: 44 EUR

Marathonauflage: 10

Start: Eisenhüttenstadt

Ziel: Eisenhüttenstadt

 

Laufzeit: 04:21:28 h

HM-Zeit: 02:01:51 h

Pace: 06:14 km/min

Herzfrequenz: 156

Rundenanzahl: 1

Kalorienverbrauch: 4366

Finisher: 132

Rang: 70

Platz unter Deutschen: -

Finisher aus Deutschland: -

Zeitverschiebung: -

Reisekilometer: 146

Temperatur (min): 7 C

Temperatur (max): 11 C

Wind: schwach

Niederschlag: -

Wetterstand: bewölkt

Höhenmeter: 393



Herbstlicher Marathon im Schlaubetal

Außergewöhnlicher Cross-Marathon im Land Brandenburg

Start und Ziel vom Schlaubetal-Marathon war in der Nähe von der Inselhalle in Eisenhüttenstadt.
Start und Ziel vom Schlaubetal-Marathon war in der Nähe von der Inselhalle in Eisenhüttenstadt.

Ich hatte einfach Lust, wieder ein neuer weiterer Marathon zu laufen. Wie immer schaute ich seelenruhig ins Internet nach und konnte mit Glück aus meiner Wohnnähe (90 km von Berlin entfernt) ein kleiner Marathonjubiläum (gerade 10 Jahre alt) gefunden zu haben. In südöstlicher Richtung fand man in Eisenhüttenstadt das schönste Bachtal Brandenburgs. Schlaube ist ein Fluss im Osten Brandenburgs (77 km lang) und durchfließt die Schlauberinne. Heute gilt das Schlaubetal als eines der ältesten Bachtäler Deutschlands und steht unter Naturschutz.

 

Als ich schon dort angemeldet hatte, hatte ich zufällig in der Starterliste einen Bekannten von mir gefunden. Das war Marek, ein Fast-Nachbar von mir und ebenfalls ein Marathonläufer, aber in besonderer und feiner Art. Schnell und dominant auf der Laufstrecke - so sah ich ihn an und trotzdem nach meiner Meinung ein supernetter, bodenständiger Typ. Mit seinem Zwillingsbruder Henrik kann man in seinem Laufblog viele sehr interessante Berichte zu lesen. Sie sind sogar ein Fan von mir.

 

Kurz angeschrieben hatte ich mit Marek per Email über unsere Teilnahme beim Schlaubetal-Marathon und einige Vereinbarungen wurden angeboten. Nun war ich sehr gespannt auf unsere Reise nach Eisenhüttenstadt und war teils auch froh, nicht allein unterwegs zu sein.

Am Samstagmorgen holte ich ihn vor seiner Haustür ab und über eine gute Fahrstunde waren wir unterwegs. Wir kamen am großen Parkplatz an der Rasenfläche neben der Inselhalle in Eisenhüttenstadt. Dort war der Start und Ziel für alle Teilnehmer*innen. Es standen verschiedene Laufdistanzen (Marathon, Halb- und Viertelmarathon) sowie Nordic Walking zur Verfügung. Auf der Fahrt im Auto hatte Marek mir schon etwas angedeutet, dass der Lauf dort etwas schwierig sein wird. Ich hatte ihm mit meiner ausgedruckten Seite im A3-Papierformat die Laufstrecke gezeigt. So hatten wir unsere besseren Vorkenntnisse für diese Laufroute.

 

Marek hatte schon daheim fast die Laufbekleidung bei sich angezogen und brauchte kurz nur noch, seine Startunterlagen abzuholen. Bei mir war das im Gegenteil, ich konnte zu Hause nicht vorher für meinen Marathon umziehen. Es war mir zu blöd und unangenehm, noch vorher mit dem angezogenen Ganzkörperanzug unterwegs mit dem Auto zu fahren. Dafür hatte ich in der Inselhalle genug viel Zeit zum Umziehen und nahm die ganze Umgebung vom Wettkampfort ins Visier. Ein paar Fotos konnte ich für mein Blog gut gebrauchen. Man hatte sofort den klaren Eindruck, dass hier die Laufveranstaltung durch das erfahrene Organisationsteam alles gut im Griff hatte. Deshalb hatte ich ein gutes Gefühl, dass es alles mit Sicherheit gut gehen könnte.

 

In der Startertüte aus der Startunterlagenabholung waren einiges zu finden wie das Laufkalender mit den aktuellen Laufterminen fürs 2017, das überwiegend fürs Land Brandenburg und vor allem für die ostdeutsche Region bestimmt waren. Eine kleine, niedliche Marathonmesse in der Inselhalle gab es dort und in der Mitte der gesamten Inselhalle war neben der Siegertreppe herbstlich geschmückt. Es standen viele aufgestellte Pokale auf dem Tisch.

Die Zeit verging schnell und alle waren schon vorm Start. Die Neuheit war für mich, der Lauf wird mit einem Armbandchip (Transponder) für die Zeitmessung vom Veranstalter gestellt und erfasst danach die Brutto- sowie die Zwischenzeiten.

 

Pünktlich ging der Start für alle los, auch Nordic-Walker sowie die HM-Läufer*innen und für Kinder waren dabei. Viele hatten gute Laune mitgebracht und waren in bester Laufstimmung, das hatte man leicht gesehen.

 

Kurz die Stadtspur gelangen wir nach 3 km auf den Geh- bzw. Radwegen. Endlich ein Musikband brachte uns etwas Stimmung. Es war ein typisches Herbstwetter, etwas feucht und kühl, aber zum Glück trocken. Optimal für ein Marathonlauf! Nach 7,5 km etwas später wurde man aufgeteilt. Die 10-km-Strecke wurde dann abgebogen und der Rest ging weiter geradeaus in den Wald. 

Der Schlaubetal-Marathon führte uns auf und ab über die sanfte Hügel der Grundmoränenlandschaft, vorbei an ehemaligen Mühlen und Forsthäusern, Seen und Sümpfen sowie an Wäldern und Wiesen. Wie in Mittelgebirgsbach windet sich die Schlaube dort durch steile, bis zu 30 m hohe Schluchten und durchfließt eine Kette von Seen. Wirklich ein Genuss für begeisterte Landschaftsläufer!

 

Mein Lauf war sehr abwechslungsreich und ich hatte nie Langeweile. Teils musste ich mit den leicht gestiegenen Laufwegen beteiligen und ich hatte wirklich nie gedacht, dass im Land Brandenburg doch erhebliche Steigungen in der Waldlandschaft gaben. Trotzdem habe ich dort voll genossen. Nachhinein hatte Marek doch Recht mit seiner Vorwarnung wegen der Laufstrecke und auf ihn war immer ein Verlass mit seinem speziellen Läuferwissen. Er nahm außerdem viele schwere Herausforderungen im Bergmarathon wie Transalpine Run, Rennsteiglauf usw. Alles mit Bravour gemeistert!

 

Eine interessante Sache, die ich immer wieder mein Kopf schütteln musste. Es war nämlich eine Läuferin mit ihren begleitenden Hund. Zufällig traf ich sie und fragte nach dem Hund nach, ob er auch den vollen Marathon mitmacht? Ihre Antwort war schlicht und einfach, aber stolz: "Ja!" Da habe ich ihr gesagt, das war einmalig für mich und konnte mein Hut abnehmen für seinen bemerkenswerten Lauf. Ab und zu gab sie ihn auch was zum Trinken, sie hatte die Faltschale mitgebracht und konnte damit locker mitschleppen. Tolle Sache!

Alles war tiptop abgewickelt und die Streckenmarkierungen waren gut erkennbar. Man konnte fast gar nichts verlaufen. Die Verpflegungen waren sagenhaft spitze, alles war vorhanden, sogar warmer Tee.

 

Ich könnte gern an die andere Werbung machen und kann jeden bedenkenlos weiterempfehlen. 

 

Zum Ziel war ich erschöpft, aber glücklich da und ich bekam eine große, selbst erstellte Finishermedaille aus Gips. Sie sah fein aus und passte zu diesem ultimativen Crossmarathon. 

Was mich etwas traurig machte, war Marek als einziger Läufer, der nicht zum Ziel ankam. Er musste aus gesundheitlichen Gründen leider bis zur Hälfte der gesamten Marathonstrecke aufgeben. Für ihn war einfach die sinnvolle Entscheidung gewesen, sonst wäre es am Ende nur noch zur Verschlimmerung gekommen. Er hatte schon das Ziel in seinen Augen, beim nächsten Mal möchte er den Lauf gewinnen und den Pokal mit nach Hause nehmen. Gute Besserung für Marek und er wird es sicher schaffen!

 

Es hatte sich für mich gelohnt, dort beim Schlaubetal-Marathon mitgemacht zu haben und eine lehrreiche Lektion habe ich gesammelt. Für mich war die harte Teilnahme von 2 Marathon innerhalb einer Woche gewesen und war richtig froh, gesund und wohlauf angekommen zu haben. Die nächste Marathonreise wird sicher in diesem Jahr noch kommen.

 

Bis zur Kaffeezeit waren wir pünktlich zu Hause und für mich war ein schöner Ausflug mit Marek gewesen. Danke für die schöne Zeit!


Strecke (Route)


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