2. Müritz Marathon


Marathon Nr. 5



05.06.2016

Startzeit: 09:00 Uhr

Startnummer: 5

Startgebühr: 35 EUR

Marathonauflage: 2

Start: Yachthafen Rechlin

Ziel: Yachthafen Rechlin

 

Laufzeit: 05:04:10 h

HM-Zeit: 02:00:32 h

Pace: 07:08 km/min

Herzfrequenz: 167

Rundenanzahl: 1

Kalorienverbrauch: 4.365

Finisher: 62

Rang: 50

Platz unter Deutschen: -

Finisher aus Deutschland: -

Zeitverschiebung: -

Reisekilometer: 270

Temperatur (min): 26 C

Temperatur (max): 32 C

Wind: -

Niederschlag: -

Wetterstand: wolkenlos

Höhenmeter: 52



"Nummer 5" lebt noch

Hitzeschlacht am Müritzer See

Ohne Navi geht es nicht...
Ohne Navi geht es nicht...

Seit 2015 hat Müritz-Region ihren eigenen Langstreckenlauf - der Müritz Marathon stellt die sportliche Variante dar, die Landschaft an der Mecklenburgischen Seenplatte zu erkundigen.

Den Marathon an der Müritz gibt es noch nicht lange. Erst 2015 wurde er von den Veranstaltern ins Leben gerufen. Die Kernstrecke ist natürlich der Marathon von Rechlin nach Röbel, der an der Müritz entlang führt - zu gleichen Teilen durch die Natur und auf Asphalt. Doch "über 40 Kilometer" klingen für den Ungeübten eher nach der passenden Distanz für eine Fahrradtour als nach einer zu bewältigen Joggingrunde. Daher gibt es auch andere Strecken, die für den Laufeinsteiger besser geeignet sind: Halbmarathon, 10 km oder Bambini-Lauf (für kleine Nachwuchsläufer).

Eigentlich bin ich mit meiner Frau um diesen Zeitpunkt schon längst im Urlaub an der bulgarischen Küste am Schwarzen Meer (Varna). Leider wurde unsere 18-jährige Perserkatze 3 Tage vor unserem Urlaubsantritt erblindet. Für uns war natürlich ein trauriger Schock gewesen und haben uns nach langem Überlegen beschlossen, unsere geplante Urlaubsreise abzusagen. Wir wollen für sie mit ihrer neuen Lebensumstellung als Blinde voll und ganz unterstützen. Das ist unsere Fürsorgepflicht, ohne Wenn und Aber!

 

Daheim suchte ich im Internet während der Urlaubszeit zu Hause nach den bundesweiten Marathonwettkämpfen und mit dem "Müritz Marathon" war nun meine spontane Entscheidung. Es soll ein Sonntagsausflug sein, am 05. Juni 2016 mal mit meiner Frau an der Mecklenburgischen Seenplatte hinzufahren und dort gemeinsam unseren kleinen Badeaufenthalt am Müritzer See teilzunehmen.

Nebenbei möchte ich vorher meinen 5. Marathonlauf dort mitmachen. So nach dem zufälligen Motto "Sommer, Sonne,Marathon"!

Gute zwei Autobahnstunden vom südlichen Berliner Umland war man schnell zum nordöstlichen Bundesland erreichbar.

 

Etwas verfrüht waren wir in Rechlin da, der am südwestlichen des größten vollständig in Deutschland liegenden Sees entlangführt.

Vor Ort konnte man leicht erkennen, dass an diesem Wochenende viel los war, parallel mit der Marathonveranstaltung fand sich ein buntes Rahmenprogramm der "InWater Boatshow", eine Bootsmesse, sowie ein Fest mit Karussellen.

 

Die Abholung am Startbereich war relativ schnell und ich bekam die Startnummer "5".

Die Teilnehmerzahl für Marathonlauf war 62 zu rechnen, davon waren 10 weibliche.

 

Mit großer unerwarteter Überraschung habe ich endlich eine bekannte deutsche "Marathon-Oma" persönlich getroffen. Mit ihrem stolzen Alter von 74 Jahren nahm Sigrid Eichner, vom LG Mauerweg Berlin sowie "100 Marathon Club", über 1900 Marathons teil. Hut ab vor ihrer vielen Einsätzen! Sie wirkte für mich nicht zu alt und ich fand mit unserem ersten Kennenlerngespräch cool. Ich kannte sie vorher nur aus den Medien.

Ein Tag vorm Marathonstart hatte ich kurz mal die Wettervorhersage angesehen, rechnete schon mit einer höchstwahrscheinlichen Sommerhitze. Vor Ort sah man schon blauer Himmel und ein lächelndes Sonnenschein. "Oh, es wird sehr warm werden", egal angemeldet habe ich schon. Es gibt kein Zurück mehr.

 

Direkt an der Müritz konnte man die einzigartig schöne Naturstrecke bis zur Wendeschleife in Röbel am Hafen zu laufen bzw. zu besichtigen. Die Landschaftsstrecke bestand aus einer Mischung von Natur und Asphalt zu gleichen Teilen. Die Verpflegung alle 5 km mit Wasser, Bananen und Äpfeln.

Bis zur Mittagszeit wurde das Sonnenwetter immer härter für mich, denn es war KEIN Wind sowie keine Feuchtigkeit, nur Schwüle und purer Sonnenschein. Sowas hatte ich in meinem bisherigen Marathonleben noch nie erlebt und meine Kräfte wurden immer knapper nach 27 km. Sigrid Eichner, unsere Marathon-Oma, hatte ich nach 23 km gesehen, sie war als Letzte mit dem Radbetreuer unterwegs. Sie bekam natürlich von mir den Applaus geschenkt.

Kurz vor der Wendeschleife (500 m), wo ich eigentlich zum Hafen von Röbel erscheinen sollte, lief ich in die falsche Richtung. Ein paar Mitläufer waren genauso verwirrt, jedoch konnten wir schnell diesen Anschluss finden. 

 

Ein paar Läufer, die genauso erschöpft waren wie ich, waren mit mir und es gab ein netter Small-Talk. Wir sahen gezwungen, bis zum Ziel abwechselnd so wie möglich nur noch Gehen und langsames Laufen anzukommen.

Ich erreichte nach 5:04 Stunden voll erschöpft am Ziel. Meine Frau hatte mich noch nie gesehen, wie ich ausgepowert aussah.

Sie konnte am See sonnenbaden, als ich eine Stunde vorm Ziel ihr per WhatsApp mitgeteilt hatte, dass ich noch länger bis zum Ziel brauchte. Anfangs dachte sie an einem Scherz, aber danach war für sie von mir ernst gemeint.

 

Zum Glück gab es in der Nähe vom Zielbereich See, so dass ich schnell mit meiner Frau ins kühle Wasser baden konnte. Das konnte ich wirklich sehr gut gebrauchen nach dieser Hitzeschlacht. Für mich war es trotzdem ein schöner, teils anstrengender Badeausflug gewesen.

Im Hintergrund waren die Aussteller von der Bootsmesse zu sehen. Wir wollen später noch einmal nach Müritz fahren und ein paar Tage Urlaub machen, man kann dort viel unternehmen. Wirklich eine kleine Reise wert!

 

Unterm Strich konnte ich für dieser Sonntagsausflug sagen, dass die "Nummer5 noch lebt" (bekannt aus dem amerikanischen Sci-Fi-Film aus dem Jahre 1986).

Denn mit meiner "5." Marathonteilnahme, meiner Startnummer "5" sowie über meine "5" Stunden Zielzeit und ausgerechnet auch das Laufdatum "5." Juni war eine besondere Zahl für mich programmiert! Es bleibt natürlich in schöner Erinnerung.

Daheim hatte ich mitbekommen, dass unsere Marathon-Oma Sigrich doch trotz Hitze gut ans Ziel angekommen war. (6:35 Std) Mein Respekt! Und das Schlimmste für mich war, dass ich am Rücken sehr schnell den Sonnenbrand bekommen habe.


Strecke (Route)


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