37. Internationaler Usedom-Marathon


Marathon Nr. 8



03.09.2016

Startzeit: 10:30 Uhr

Startnummer: 360

Startgebühr: 28 EUR

Marathonauflage: 37

Start: Swinemünde, Promen.

Ziel: Peenestadion Wolgast

 

Laufzeit: 04:16:22 h

HM-Zeit: 02:01:05 h

Pace: 06:04 km/min

Herzfrequenz: 169

Rundenanzahl: 1

Kalorienverbrauch: 4393

Finisher: 215 (für Marathon)

Rang: 83 (für Marathon)

 

Zeitverschiebung: -

Reisekilometer: 380

Temperatur (min):  C

Temperatur (max):  C

Wind: schwach

Niederschlag: -

Wetterstand: wolkenlos

Höhenmeter: 190



Laufen auf Europas längster Strandpromenade

Polnischer Start - deutsches Ziel

Nach der Ankunft auf Insel Usedom trafen wir mit unseren Freunden Robert II und seine Frau Heike zum Baden an der Ostsee.
Nach der Ankunft auf Insel Usedom trafen wir mit unseren Freunden Robert II und seine Frau Heike zum Baden an der Ostsee.

Mit meiner Frau habe ich schon seit Monaten mal darüber unterhalten, ob wir auf Insel Usedom unseren Kurzurlaub machen werden im Anschluss mit einer Teilnahme beim Usedom-Marathon.

Das war möglich und die problemlose Anmeldung im Internet beim 37. Usedom-Marathon war schon im Juni dieses Jahres ausgeführt. Anfang September soll das sommerliche Klima an der Ostsee relativ noch zu retten, vielleicht mit ein paar Sonnenstunden, so hatten wir uns mehrmals gehofft? Der Reiz für mich war die vielen Kilometer Laufweg direkt an der Ostsee sowie die malerische Ortschaften und traumhafte Landschaften in der Küstennähe.

 

Schon am Freitagvormittag waren wir mit dem Auto in Zinnowitz angekommen, es verlief kein Stau auf der Autobahn. In Wolgast hatten wir für 2 Übernachtungen mit Frühstück beim schön gestalteten Hostel „Postel“ (ehemals Postamt) gebucht. So hatten wir uns den halben Tag mit dem Baden genutzt, etwas Sonne war noch da. Unsere Freunde Robert sowie seine Frau Heike waren zurzeit dort im Urlaub, ebenfalls auf Usedom und in der Nähe von Zinnowitz, kamen später zum Strand an und wir machten in der Nachmittagszeit uns gemeinsam den gemütlichen Sonnenbaden. Robert hatte auch beim Internationalen Usedom-Marathon für Halbmarathon angemeldet.

Ich konnte endlich in diesem Jahr an der Ostsee baden teilnehmen, das Wasser war ein wenig kalt, egal – ich bin doch kein Weichei – das war mein Gedankenblitz!

Nach drei lockeren Stunden bekam ich schnell leichten spürbaren roten Sonnenbrand am Gesicht, alle Achtung! Eincremen bitte! Selbst schuld, das mitgebrachte Sonnenöl war im Auto aufbewahrt und leider weit zu Fuß vom Strand zum Parkplatz zu gehen.

Nach dem Einchecken im Hostel bzw. vor dem Abendessen in Wolgast schnell die Startunterlagen abholen im Sportcasino am Peenestadion. Merkwürdig war allerdings wenige Tage vor dem Start die E-Mail vom Veranstalter, dass die finale Startnummer erst mit Abholung der Startunterlagen vergeben würde. Der Nachteil war nur, dass man andere Läufer*innen vor dem Lauf nicht an der Startnummer identifizieren konnte.

In einer Papiertüte wurde ausgegeben: 2 Äpfel, 1 Capri Sonne, Anhänger mit der Startnummer für die Kennzeichnung der Kleiderbeutel, Programmheft sowie ein Gutschein für Essen und 1 Getränk.

 

Pünktlich um 8:30 Uhr am Wettkampftag war die Abfahrt vorm Peenemünder Stadion mit einem der drei bereitgestellten Busse nach Swinemünde. Das ist der Startort für Marathonläufer, bei dem HM beginnt in Wolgast mit der gleichen Startzeit. Über eine gute Fahrtstunde dauerte es, da unterwegs noch Läufer*innen zugestiegen waren – das nenne ich das gute Service vom Veranstalter.

Ich hatte ein gutes Gespräch mit einem älteren Marathonläufer im Bus, der sich üppig frühstückte. Darüber staunte ich bis heute noch, wie er sich schaffte, fast über 1 Stunde vorm Start noch voll und satt gefrühstückt hat. Bei mir ist die Schmerzgrenze bei fast 3 Stunden vorm Start. Seltsam! Sein erster Marathon mit 62 Jahren, mein Respekt! Er war schon 3-mal dort und würde immer wieder gern wiederholen. Für mich unvorstellbar, aber seine Entscheidung...

 

Er berichtete mir auch, dass früher bei der Anmeldung die Nummer von Ausweisen/Reisepässe angegeben werden musste wegen des Grenzübergangs. Heute ist das zum Glück nicht mehr der erforderliche Fall.

Am Start hatte ich noch ein wenig Zeit, mich schnell umzuziehen. Viele blickten mich komisch an, als ich das „Vegan Runners“-Laufshirt anzog. Ich bin schon sehr gewohnt mit meiner Ernährungsweise gegenüber den anderen, bleibe psychisch stabil, egal wie die anderen über mich respektieren. Bin auf anderer Seite stolz auf meine vegane Lebensweise.

Diesmal habe ich mir schlau machen lassen, etwas Sonnenöl einzucremen. Vom letzten Marathonlauf in Müritz bekam ich starken Sonnenbrand, das war meine Lektion gewesen. Einmal und (hoffentlich?) nie wieder…. 

Hier vor dem Start war an der Swinemünder Strandpromenade wirklich viel los.

Für den Rücktransport unserer Kleider stand der Bus nach Wolgast. Klasse Wasserangebot vom Veranstalter vorm Startbeginn.

 

Zufällig war der bekannte Berliner Kostümläufer mit seinem Vornamen "Henry" auch vor Ort und ich hatte ihn schon einige Male bei anderen Wettkämpfen gesehen. Er war sogar sehr bereit, für mein Laufblog Fotos zu machen. Er läuft mit seinem auffälligen Ganzkörperanzug mit dem weißen Hut als "Gangster". Eine geniale Idee von ihm! Das hat mich erstklassig wunderbar gefallen. 

Über 200 Marathonteilnehmer vor dem pünktlichen Start um 10:30 Uhr. Das Wetter war für mich schon optimal, etwas leichter Wind mit Sonnenschein. Kurz vor dem Startbeginn plötzlich ein unerwartetes Wiedersehen mit Jörg sowie seine Frau Kerstin, mit ihm habe ich zum ersten Mal kennengelernt beim 2. Müritz-Marathon. An diesem Tag war für uns richtig eine Hitzschlacht und die letzten über 10 Kilometer konnten wir mit Mühe zu Fuß weitergehen, dabei entstand eine Kennenlern-Unterhaltung zwischen uns. Später beim Olympia-Marathon war unser Wiedersehen zum zweiten Mal wieder da. Sowas vergisst man nicht und er ist für mich wirklich ein sehr sympathischer Typ, mit dem man alles unterhalten konnte. 

Das laute Startsignal kam aus einer historischen Kanone mit 2 Kanonieren. Mal was anders!

Viel Beifall von den polnischen, aber auch vielen Besucherkreise anwesenden deutschen Zuschauern. Nach einer halben Kilometerlänge die 180-Grad-Wende in die Richtung Westen zur polnisch-deutschen Grenze. Gleich am Anfang von diesem Marathonlauf traf ich auch zufällig den Christian mit seinem Bruder Florian, einer aus der STRAVA-Laufgruppe aus Zeuthen, sozusagen ein Fastnachbar von mir und nach dem kurzen Plausch schnell ein Foto zur Erinnerung. Er dient diesem Marathon als gute Vorbereitung für seine Teilnahme beim Dresden-Marathon. Von ihm hatte ich schon beim Potsdamer Staffellauf im August erfahren, dass er wahrscheinlich spontan beim Usedom-Marathon mit seinem Bruder teilnehmen möchte. Das hatte er sein Wort gehalten! Auf ein Wiedersehen mit ihm hatte ich mich sehr gefreut!

Nach ca. 2,5 km erreichte man die Grenzlinie Polen und Deutschland, was nicht zu auffällig war aufgrund des gleichen Ausbaus des Küstenweges. 

Auf der wunderschönen Strandpromenade war ich zufällig mit "Henry", der feine Gentleman-Läufer, bis fast zum 10. Kilometer zusammen, da sein Marathontempo für mich sehr anpassend war. Sehr auffällig und bemerkenswert war für mich schon, dass er unterwegs an der Strandpromenade neben mir ganz viel Anerkennung und Bravour für sein auffälliges "Smoking-Outfit" von den Zuschauern erhalten hatte. Das war ein einzigartig geiles Gefühl für mich! Ich konnte fast alles mit ansehen und miterleben! 

Er feierte seinen 40. Marathon, fünffach mehr als meine derzeitige Teilnahme. Mein Applaus für ihn!

Die bekannte drei „Kaiserbäder“ Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin war für mich eine tolle Mischung mit der guten Stimmung von den Zuschauern sowie die sehenswert restaurierten prächtigen Strandvillen, die vielen aus Holz in weiß gestrichen – typisch Badearchitektur – gewesen.

Am Ortsende von Bansin ging es dann links von der Promenade weg recht steil bergan, um dann ca. 4km auf einem profilierten schönen Waldweg zu laufen.

Es waren viele überholte Radfahrer zu sehen, was mich aber nicht störte. Wir laufen ja fast auf dem bekannten „Usedom-Radweg“.

Nach dem Waldstück ging es parallel zu einem Campingplatz wieder auf geteerter Strecke und kurzen teilweise 16%-igen Gefällstrecken nach Ückeritz. Es wurde immer härter mit den abwechslungsreichen Bergsteigungen. Der Spaß war garantiert auf alle Fälle da.

Wir alle Teilnehmer hatten ja Glück, dass wir mehr im Wald waren und lag somit im Schatten, dafür hatten wir kaum Sonne sowie kein Anblick an der Ostsee.

Vorbei am Kölpiner See war die Halbzeit für die gesamte Marathonstrecke. Nach der tollen Verpflegung bestehend aus viel Obst (Melone, Orangen, Äpfeln und Bananen) sowie Getränke in die vielen Treppenstufen hoch wieder die herrliche Waldstrecke nach Koserow.

Bisher waren bereits für mich die schönen 25 km-Strecke nach der-Verpflegung mit Hilfe von Streckenposten, die mit Rad unterwegs waren. Noch ein weiteres letztes Waldstück von ca. 2,5 km, dort wurden vom Organisator die hoch ausstehende Wurzeln mit leuchtenden Sprayfarben markiert, um ein Stolpern der Läufern zu vermeiden. 

Bei 30 km war mit dem Waldlauf damit vorbei und musste nun bis zum 40 km parallel zur B 111 auf einem Radweg bei starkem Gegenwind! laufen. Das war brutal und kraftraubend!

Die einige letzten Verpflegungen bei Zinnowitz und kurz vor der Peenebrücke war ein Lauf in Begleitung mit dem bekannten „Mann mit dem Hammer“, in meinen Gedanken immer wieder: „aufgeben, Pause machen, durchbeißen usw.“ im Spiel.

Nun endlich das „blaue Wunder von Wolgast“ angekommen – die moderne Brücke, die Usedom mit dem Festland verbindet, überquert und dann um den Stadtkern zum Wolgaster Peenestadion.

Kurz vorm Ziellauf (500 m) ein letzter kurzer Anstieg und eine halbe Stadionrunde zum stolzen Marathonziel mit einer Zeit von 4:16:22 Stunden. Die Zielzeit störte mich schon lange nicht mehr, ich hatte schon in der Zukunft immer vor, ich sei ein Marathontourist mit vielen schönen Erlebnismomenten.

 

Am Ziel traf ich Robert, der sein Halbmarathonlauf erfolgreich absolviert hatte und schon lange am Ziel war, wieder. Für alle Teilnehmer gab es gratis Mittagessen (zur Auswahl standen Nudeln mit Bolognese oder Erbsensuppe) sowie ein Freigetränk zur Verfügung. Bevor ich mit verdientem Stolz wieder zum Hostel mit Robert zurückgehen wollte, holte ich schnell ohne Anstehen eine gut dargestellte Urkunde ab.

 

Nach dem kurzen Essenaufenthalt mit einem Freigetränk (zur Auswahl gab es Nudeln mit Bolognese oder Erbsensuppe)) gingen wir wieder nach Zinnowitz, um unsere liebe Damen wiederzusehen. Sie waren den ganzen Tag beim Tagesausflug auf Usedom. Es gab für alle keine Langeweile. Gemütlich beim Abendessen gab es ein Unterhaltungsstoff zu diesem Tagesprogramm und es hatte für mich alles prima geklappt. Meine Teilnahme war schön und interessant und bekam nach dem Ziel eine passende hübsche Finishermedaille.

Ich war echt froh, dass ich doch mit diesem interessanten Insellauf teilgenommen zu haben, obwohl viele im Vorfeld mich Angst zuredeten, dass dieser Usedom-Marathon sehr hart sein soll, aber im Endeffekt war es nicht so ausgegangen. Ich denke, es ist ein MUSS für jeden Marathonläufer, dort einmal mitzumachen. Die ersten Kilometer auf Europas längster Strandpromenade in Swinemünde, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin waren für mich ein richtiges Laufvergnügen.

 

Meine kurze Zusammenfassung:

 

Ein Marathon als deutsch-polnisches Naturerlebnis!. Für ein Startgeld von 28 EUR wurde die Marathonveranstaltung professionell und mit viel Erfahrung organisiert.

Die Verpflegung war läufergerecht, die Laufstrecke meist flach mit ein paar kleinen Steigungen und jeder Kilometer ist sehr auffallend markiert. Auf der Straße ohne Autoverkehr und auf den Radwegen wurde meistens gelaufen. Ansonsten alles TOP mit ein super Preis-/Leistungsverhältnis. Es lohnt sich für alle, ein Kurzurlaub an der sonnigsten Ecke Deutschlands näher kennenzulernen!

 

Aus der Webseite von „Insel Usedom“ passt der Spruch mit meiner Teilnahme:

„Mehr Licht, Meerluft, mehr Zeit“ – für mich auch beim Marathon auf Usedom! ;o)

 

Parallel wurde auch nicht nur Halbmarathon (295 Teilnehmer), sondern zum ersten Mal ein Staffelmarathon (20 Teilnehmer) angeboten.


Strecke (Route)


Kommentar schreiben

Kommentare: 0