1. Natur Marathon


Marathon Nr. 13



05.11.2016

Startzeit: 09:01 Uhr

Startnummer: 22

Startgebühr: 20 EUR

Marathonauflage: 1

Start: 

Freizeitpark Marienfelde

Ziel: Freizeitpark Marienfelde

 

Laufzeit: 04:23:36 h

HM-Zeit: 02:09:34 h

Pace: 06:17 km/min

Herzfrequenz: 162

Rundenanzahl: 4

Kalorienverbrauch: 4470

Finisher: 8 (gemischt)

Rang: 6

Platz unter Deutschen: -

Finisher aus Deutschland: -

Zeitverschiebung: -

Reisekilometer: 38

Temperatur (min): 4 C

Temperatur (max): 6 C

Wind: schwach

Niederschlag: -

Wetterstand: bewölkt

Höhenmeter: 374



Pures Naturerlebnis im Freizeitpark Berlin-Marienfelde

Marathonlauf auf einer ehemaligen Mülldeponie

Der rund 40 Hektar große Freizeitpark Marienfelde wurde auf einer ehemaligen Mülldeponie errichtet.
Der rund 40 Hektar große Freizeitpark Marienfelde wurde auf einer ehemaligen Mülldeponie errichtet.

Sehr überrascht war ich darüber, als der gebürtige Berliner Stephan, alias Torpedo, uns mit seiner neuen Marathonpremiere vorgestellt hatte. Darunter war auch in diesem neuen Laufevent die Halbmarathondistanz sowie ein 10-km-Lauf angeboten. Dieser allererste Lauf fand am großen Freizeitpark Marienfelde statt, wo er auf einer ehemaligen Mülldeponie errichtet wurde. Der Freizeitpark Marienfelde hatte eine Gesamtfläche von über 40 Hektar und lag an der südlichen Stadtgrenze von Berlin. Hier unterhielt bis heute der NABU Berlin die Naturschutzstation Marienfelde. 

 

Von 1950 bis 1981 hat die BSR (Berliner Stadtreinigung) auf dem Gelände ca. 4 Mio. m³ Hausmüll abgelagert. Nach der Schließung und Übererdung wuchs im Laufe der Jahre die Mülldeponie zu und es konnte sich ungestört eine hohe Artenvielfalt einstellen; aus der Mülldeponie wurde ein Freizeitpark. Gleichzeitig wurde eine Anlage zur Gasabführung gebaut, weil immer noch Methan entweicht. Der Freizeitpark musste 2001 aufgrund einer Gas-Verpuffung aus Sicherheitsgründen für fast fünf Jahre geschlossen werden. Das Ausbleiben von Besuchern in dieser Zeit erwies sich im Nachhinein als Glücksfall für die Natur, denn heute ist der Park eine Landschaftsidylle mit einer reichen Artenvielfalt von Amphibien, Reptilien, Vögeln, Schmetterlingen und seltenen Pflanzen. (Quelle: NABU Berlin)

Seit 2007 wurden von Mitarbeiter*innen der Naturschutzstation Marienfelde sowie viele ehrenamtlichen Helfer*innen wertvolle Biotope entwickelt und zum Teil neu angelegt.

Ich habe mir aus vielen Internetseiten über den Freizeitpark Marienfelde angesehen und für mich war es eindeutig erkennbar, dass in diesem Lauf klar die Natur im Mittelpunkt stand. Deshalb war ich mit seiner EventPremiere im herbstlichen Marienfelde schon vor dem Marathonlauf begeistert. 

 

Torpedo gab schon lange in seiner Facebook-Seite die Streckenbeschreibung bekannt, dass jeder eine 10,5 km Schleife laufen sollte und nebenbei sollten wir vor allem die Parkordnung beachten. Das war für uns verständlich. Außerdem sollte für uns nach dem Ziel eine heiße Kürbissuppe zur Verfügung geben. Eine Stunde vorm Start kam ich an der Hauptstraßenseite mit dem Pkw an und mit dem Umziehen nahm ich mir genügend Zeit. Wie immer war der Stephan schon zuerst am Startbereich da und ich holte mein Startnummernschild ab. Inzwischen hatte ich mit ein paar bekannten Teilnehmer*innen eine angenehme Unterhaltung. Es waren auch neue Starter zu sehen.

 

Kurz und knapp ließ Torpedo uns noch einmal vor Ort die gesamte Strecke hinweisen und es konnte für uns nicht schwer sein. Einen Tag davor hatte er uns im Facebook die ganz kleine Änderung mit der Laufstrecke geäußert. Denn in dieser Woche war leider auf unserer Laufstrecke wegen der Arbeiten am Gehweg gesperrt worden, so dass uns jetzt pro Runde ca. 500 Meter „fehlten“. Sein rettender Vorschlag war nicht schlecht und jeder sollte eine kleine, komplette Extra-Runde zurück um den Teich drehen, wenn wir von uns nach einer jeweiligen Runde vom Teich zurückkamen. Nur dann konnten wir weiter die nächste große Runde teilnehmen.

Aus einer 10,5 komplette Runde hatte Torpedo in zwei verschiedenen 5-km-Runden aufgestellt, so dass wir für die erste 5-km-Runde mit den orangenfarben bzw. für die zweite 5-km-Runde mit den violetten Markierungen folgen sollten. Er hatte uns zugesichert, dass er die Strecke für uns gut erkennbar markiert hatte. Ein kurzer Blick ins Himmel, alles top. Es war typisch ein trockenes, aber richtig gekühltes Herbstwetter und somit für unseren Lauf doch akzeptabel war.

 

Ganz bestimmt habe ich so gedacht, dass keiner mit diesem Laufwetter klagten und die gute Ablenkung konnte uns beim Laufen durch die verfärbende Blätter die volle Unterstützung zur Entspannung geben. Das hatte ich schon beim Ankommen zum Treff eindeutig gesehen. Das war wirklich herbstlich schön.

 

Ganz locker lief ich mit der langsamen Gruppe nach dem Start los und ich wollte nur einmal die komplette Strecke sowie seine Umgebung besser kennenlernen. Die erste gelaufene Runde konnte ich vieles angenehm ansehen und es führte uns durch die vielen Gartenkolonien. Viele Laubenbesitzer waren alles in winterfester Vorbereitung zu sehen. Wir hatten ja im November und der Winter kommt ganz bestimmt bald.

 

Ein großer Teil war auf Geh- sowie Feldwegen bestimmt und nebenbei gab auch einige leichten Anstiegen für uns, was für uns trotzdem nicht so schlimm war. Am schönsten fand ich beim Vorbeilaufen mit dem Rundblick am großen Freeseteich, wo nahe der Start- und Zielbereich stand.

Für eine große 10,5-km Schleife gab es für alle Teilnehmer*innen zwei Verpflegungsstellen. Einmal am Start / Ziel und einmal in der Zwischenrunde bei ca. 5 km, wo Frau Franke vom koreanischen Kulturverein diesen VP übernahm. Sie hatte uns schon so großartig beim 1. OLYMPIA MARATHON, wo ich auch dort war, unterstützt. Mit meinem auffälligen Laufoutfit hatte sie mich leicht erkannt und sie war für mich eine sympathische Frau, denn mit ihr konnte man locker unterhalten.

 

Nach meinem dritten Rundenlauf hatte ich etwas gehofft, dass ich auch wie die anderen die heiße Kürbissuppe bekomme? Denn es waren viele Halbmarathonis am Start und mit ihren Läufen waren sie schon längst fertig. Sie könnten die Suppe vielleicht alles aufessen, wer weiß? So war mein sorgender Gedanke beim letzten Lauf und ich kam zufriedenstellend zum Ziel an. Kurz schaute ich auf meine Sportuhr und diese Zeit war mit 4:23:35 Stunden für mich vollkommen in Ordnung. Mit dieser Teilnahme hatte ich als gute Trainingsalternative für meine Grundlagenausdauer eingeplant. 

 

Mit meinem angenehmeren Marathonlauf hatte ich sogar in naturbetonter Stimmung bekommen und beim Laufen konnte ich dann gleich vergessen, dass ich in einer Großstadt war. Das war das Tollste, was ich unbewusst im Marathonlauf erlebt hatte. 

 

Jeder bekam die gläserne Erinnerungsmedaille für alle Distanzen und ich fand sie hübsch. Es war für mich die erste gravierende Medaille aus Glasmaterial für die volle Marathondistanz. Ansonsten hatte ich aus meinen beiden Halbmarathonläufen von Torpedo (1. Viktoria Marathon und 26. Wuhlheide-Veteranen Marathon) ebenfalls diese Glasmedaillen bekommen. Damit war ich leider noch nicht ganz zufrieden und erst bei diesem Lauf war ich richtig glücklich darüber.

 

Umso habe ich mich noch mehr gefreut, denn die Kürbissuppe war zum Glück doch nicht alles leer ausgelöffelt. Es hatte mir super geschmeckt und bis zum Ende dieser geglückten Laufpremiere blieb ich dort. Als Unterstützung bot ich etwas mit dem Abräumen des Zielbereiches an. Es war für alle 17 Teilnehmer*innen mit großer Sicherheit ein schöner Lauftag gewesen.

Ich konnte immer noch nicht vorstellen, dass die allgemeine Umgebung vom Freizeitpark Marienfelde früher einmal eine Mülldeponie war. Für mich war es klar ohne Wenn und Aber ein ganz besonderes Stück Natur in Berlin, das es unbedingt verdient, noch bekannter zu werden. Deshalb wird er inzwischen auch als Naturschutzpark Marienfelde bezeichnet.

 

Bevor ich nach Hause fahren wollte, habe ich dem supernetten Stephan kurz nachgefragt, wie er auf die Idee mit dem NATUR MARATHON kam. Ganz einfach war so, seit über 2 Jahren wohnte er dort mit seiner Familie in der Nähe. Zu diesem Zeitpunkt des 1. NATUR Marathon hatte seine Familie dort erst ein halbes Jahr gewohnt. Er selbst hatte den Park gut zwei Jahre zuvor durch Zufall entdeckt, da seine Frau ihn den Park zum Laufen erst empfohlen und dann gezeigt hatte. Seine Frau ist dort groß geworden und kennt den Park noch aus Westberliner (Kinder)Zeiten (Radar-Berg). Nur so kam er dann auf seine gut organisierte Laufpreimiere an.  

weitere Impressionen vom 1. NATUR Marathon


Strecke (Route)


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