26. Wuhlheide-Veteranen Halbmarathon


Der Klassiker lebt!

FEZ-Berlin ist Europas größtes gemeinnütziges Kinder-, Jugend- und Familienzentrum.
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Die verschiedene Laufveranstaltungen von Stephan, vom Verein LGR TorpeDo Berlin, waren bisher immer hochinteressant und diesmal bekam ich über das Veranstaltungskalender von FB "heyevent" vor einiger Zeit ein neuer Laufevent zur Info. In aller Ruhe schaute ich diesen Lauf 

"26. Wuhlheide-Veteranen (Halb-) Marathon" nach und ich war sofort davon begeistert. Nicht nur wegen der interessanten Laufstrecke, sondern seiner einzigartigen hübschen Medaille war mein Ansporn, unbedingt dorthin mitzumachen. Schnell habe ich bei ihm angemeldet und die Startgebühr gleich locker überwiesen. Ich wusste trotzdem schon vorher, dass ich einen Tag davor meinen Bergmarathon in Sauerland habe. Es war mir egal, denn ich hatte einfach wieder große Lust, noch weitere Marathonläufe zu sammeln bzw. gleichzeitig mit meinem neuen Versuch ein Doppel-Marathon an einem Wochenende mitzumachen. 

 

In der Ausschreibung schrieb Stephan, dass seine Kindheit und Schulzeit direkt an der Wuhlheide verbracht bzw. später fast 15 Jahre ganz in der Nähe gearbeitet hatte. Dafür hatte er  eigentlich (zu) spät dann vom „Veteranen“, wo später nun "Wuhlheide Marathon" hieß, erfahren. Er wollte dort starten, aber es gab diesen Klassiker leider nicht mehr und damals wurde von Ajax Köpenick organisiert.

 

Der Marathon trug lange Zeit den Namen „Veteranenmarathon“, aber dieser Namen täuschte wenig. Nicht nur für ältere, sondern natürlich auch durften die junge Läufer daran teilnehmen. Am 28. November 1982 war die Premiere dieses Marathons, dessen „Vater“ und gleichzeitig langjähriger Veranstaltungsleiter (bis 1990) der Köpenicker Udo Frey war. Er bildete ein aktives Organisationsteam um sich, das alle Probleme löste und im Stadiongebäude Umkleideräume und Sanitäranlagen, anbot. Sogar ein Fön wurde bereitgestellt, damit man zur Siegerehrung auch hübsch aussah. Und die fand dann meistens im Pionierpalast statt.

Deswegen möchte er uns JETZT, zehn Jahre nach der letzten Ajax-Auflage zur Neuauflage, herzlich einladen. 

 

Außerdem war die Laufroute für alle ideal geeignet, wo aus eine ca. 7,5 km komplette lange Schleife zu zwei Dritteln aus Waldwegen und einem Drittel Asphaltstraßen bestand. Das bedeutete also für den Marathon = sechs Runden und für den HM = drei Runden. Es gab auch für 10-km-Teilnehmer zur Auswahl und man konnte in der ersten Runde bis Start/Ziel und noch einmal die 5-km-Schleife laufen. 

Für uns sollte der Großteil dieser Strecke durch den Altbaumbestand gut eingeschattet, so dass wir bei dem warmen Wetter kaum in der prallen Sonne laufen werden.

Die Strecke führte uns anfänglich auf Straße, durch den Pionier-Park. Über das Eichgestell ging es dann in die Wuhlheide, am Wasserwerk-Wuhlheide und dem S Bhf. Wuhlheide vorbei zurück im Pionier-Park, dann am "Fuchsbau" (Waldkita), dem Badesee, dem Haus für Natur und Umwelt (Tiergehege) vorbei, oben rum um das alte Stadion, dann an der Kindel-Waldbühne vorbei zum Haupteingang (Pionier-Park) und dann links an der Verkehrsschule und dem Kletterpark-Wuhlheide vorbei, um dann Richtung Ziel wieder auf dem Eichgestell, an der Kindel-Waldbühne vorbei...

So hatten wir also einige Richtungswechsel, kaum Höhenmeter und ganz viel Grün und Wald!

Für die Zeitmessung sollten wir selbst ausführen und am Ende des Laufes in die Starterliste unsere handgestoppte Zeit eintragen lassen.

 

Es war ein Glück für mich, dass dieser Lauf nicht weit von meinem Wohnort war. Bevor ich in der Vormittagszeit hinfahren möchte, holte ich vorher mein gehörloser Lauffreund Robert auf dem Weg ab. Er möchte dort beim Halbmarathon teilnehmen und es sollte ein ganz normales Lauftraining für seine baldige erste Teilnahme beim Berliner Marathon im kommenden September sein.

Mit unserer kleinen Suche am Volkspark Wuhlheide, wo der Start- und Zielbereich war, konnten wir mit Glück dem Organisator Stephan aus der Nähe finden. Er war mit dem Rad unterwegs, um die gesamte Laufstrecke nachzuprüfen bzw. mit der Bio-Sprühkreide nachzusprühen.

 

Einige Laufinteressenten waren schon vor Ort und locker holten wir unsere Startnummern ab. Einige Zeit kam die gehörlose Claudia nach, persönlich war sie eine leidenschaftliche Langstreckenläuferin und kam vom Verein  „LG Mauerweg Berlin“. 

Zum ersten Mal am Start hatte ich mit drei gehörlosen Teilnehmern und ein schwerhöriger namens Martin an der Seite, das gab bisher bei mir noch nie. Ein schönes, seltenes Gefühl!

 

Kurzes Briefing von Stephan und so wie ich es allen gesehen habe, hatte ich das Gefühl – jeder hatte es für die Streckenbeschreibung leicht verstanden.

Nach dem ersten Gruppenfoto war der Start schon begonnen und wir waren in voller, guter Laune laufend unterwegs. Das Wetter sollte richtig warm werden und der Startbeginn war erst um 10:30 Uhr. Mit Sicherheit waren für alle etwas zu spät, denn es konnte mit der Mittagssonne für uns schwer belasten. Also, abwarten und erstmal diesen Lauf mitmachen!

Mit Hilfe der farbigen Pfeilmarkierungen am Boden konnten wir locker verfolgen. Bis ca. 3 km blieben wir alle in der Gruppe und langsam löste es von alleine auf. Jeder lief nach seinen eigenen passenden Lauftempo weiter und abwechselnd lief ich am Volkspark Wuhlheide auf verschiedenen Streckenbeschaffenheiten. Die erste Runde ging ja vom Gefühl schnell vorbei, denn man kannte diese Laufstrecke nicht und es war immer für Interessantes zu sehen. An einigen Stellen waren auch die Bahnübergänge zu erreichen und wir sollten sowieso darauf achten. Bis jetzt waren die Parkbahnen noch nicht zu sehen. Die Parkbahnen wurden zum großen Teil von Kindern und Jugendlichen betrieben. 

 

Es wurde immer wärmer und nach drei Runden waren die angemeldeten Marathonis schon fertig am Ziel. Ich staunte erstmal auf sein Sitzen an der Rasenfläche und fragte sie kurz nach, weshalb sie nicht weiter den Marathon laufen. Sie hatten sich für den Halbmarathon entschieden und wollten nicht mit der hohen Sonnenhitze weiterlaufen. Ebenfalls hörte Claudia auch auf und für sie war einfach die warme Belastung zu hoch. Bei Robert war nicht der Fall, denn er hatte ja für ein HM angemeldet.

 

Nun kam bei mir die Frage, soll ich mit der gesamten Marathondistanz weiterlaufen oder lieber auch wie die anderen mit Rücksicht auf meine Gesundheit beenden? 

Stephan meinte am Verpflegungspunkt zu mir, ob es mir einfach zu warm war und mit meinem Laufoutfit für ihn unvorstellbar!? Mit mühevollem Biss lief ich die zusätzliche kleine Laufschleife (2,5 km) am Stadion weiter und als ich wieder zurückkam, hatte ich mich einfach für die anderen Teilnehmer*innen entschieden. Ich machte erstmal damit Schluss mit dem Lauf und ich kam nach 22 km mit der Zeit von 2:33 Stunden leicht erschöpft an. Es wurde mir Halbmarathon bewertet und bekam wie alle die hübsche, gläserne Medaille. 

Es war nicht nur wegen dem zu warmen Wetterverhältnis belastend, sondern auch durch von meinem harten Bergmarathon in Sauerland (Bödefelder Hollenlauf).  Da bemerkte ich etwas, dass meine Kräfte nicht mehr genug vorhanden waren.

Zu Hause dachte ich einige Zeit nach und ich habe 

mich schon groß geärgert. Warum habe ich einfach auf die anderen nachgeschaut und mir selbst dumm aufhören lassen? Ich war nicht so schlimm kaputt von meiner Laufhälfte und ich könnte mit Sicherheit den ganzen Marathonlauf schaffen, egal wie die Zeit am Ende aussah?! Eigentlich sehr schade, denn als einziger Marathonteilnehmer kam trotz überraschender Hitze zum Ziel an und das war eine sportliche Frau, Sandra vom Multisport LOS. Da musste ich für meine bequeme Aufgabe ein wenig schämen.

 

Einige Zeit konnte ich damit leben und nunmehr habe ich mich entschieden, dass ich im nächsten Jahr diesen schönen Wuhlheide-Veteranen Marathon wiederholen möchte und dabei die Medaille für den richtigen Marathonlauf abholen werde.

Unterm Strich war es wirklich eine schöne Laufveranstaltung von Stephan. Endlich konnte ich ein paar Parkbahnen an den Schranken vorbeifahren sehen und dort waren viele Besucher mit Kindern zu sehen. Das lag auf jedem Fall an dem superwarmen Maiwetter.

 

Ich konnte nicht mehr erinnern, als Kind dort im Volkspark Wuhlheide miterlebt zu haben. Schade!


28.05.2017

Startzeit: 10:31 Uhr

Startnummer: 6

Startgebühr: 20 EUR

Start: Berlin, Volkspark Wuhlheide

Ziel: Berlin, Volkspark Wuhlheide

 

Laufzeit: 2:33:01 min (Halbmarathon)

Pace: 06:49 km/min

Herzfrequenz: 155

Rundenanzahl: 4

Kalorienverbrauch: 2397

Finisher: 

Rang: 

Wetter: 27 C, sonnig

Wind: ganz schwach

Höhenmeter: 83

 



Strecke (Route)


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