34. Berliner Halbmarathon


Schlechte Trainingsvorbereitung - wenig Wettkampferfolg

Die Laufstrecke vom Berliner Halbmarathon
Die Laufstrecke vom Berliner Halbmarathon

Der Berliner Halbmarathon ist weltbekannt ein historischer deutscher Straßen- und Volkslauf und war bis heute immer noch sehr beliebt.  Seit 1984 war in West-Berlin den bestehenden "SCC-Halbmarathon" und in Ost-Berlin seit 1981 "Berliner Friedenslauf" hervorgegangen. 1990 hatte der Berliner Halbmarathon noch den Beinamen Friedenslauf, doch es gab bereits eine Laufstrecke durch den Ost- und Westteil der Berliner Stadt. Damit ging ein Traum in Erfüllung und nach der Wiedervereinigung gaben über die Jahre kleine Veränderungen im Streckenverlauf, unverändert blieb aber, dass Start- und Zielbereich am Alexanderplatz lagen.

 

Den West-Berliner Halbmarathon gab es bereits seit dem 2. September 1984 und diente als lockere Generalprobe für den Berlin Marathon. Die Teilnehmerzahl schwankte entsprechend zwischen rund 1350 und 1800.  Der Lauf wurde dann 1991 aufgrund der Terminenge mit dem BERLIN-MARATHON vom September ins Frühjahr verlegt. Dies geschah zu einer Zeit, als der Halbmarathon als Disziplin auch international aufgewertet wurde. Seit 1992 gab es jährliche Weltmeisterschaften den Halbmarathon mit über die genauere 21,0975 km langen Strecke.

Die heutige und seit 2011 bestehende Halbmarathonstrecke beginnt und endet auf der Karl-Marx-Allee und führt über Unter den Linden und durchs Brandenburger Tor nach Westen. Vorbei an der Siegessäule geht es für alle bis zum Schloss Charlottenburg, wo sie nach Süden Berlins abbiegen. Über den Kürfürstendamm geht es zurück ins Stadtzentrum, wo die weitere Strecke über den Potsdamer Platz, vorbei am Checkpoint Charlie und über die Leipziger Straße verläuft.

Im Herbst 2013 hatte ich beim 34. Berliner Halbmarathon erfolgreich angemeldet. Er wird vom Sportverein SC Charlottenburg veranstaltet und von der SCC EVENTS GmbH organisiert. Es sollte mein erster Halbmarathon sein. Neu für mich war es, dass jeder vor der Anmeldung online den "PAPS-Test" mit dem Gesundheitsfragebogen ausfüllen sollte, um selbst mit dem gesundheitlichen Risiko zu vermeiden. Das war die Fürsorgepflicht vom Veranstalter und das hatte mir gut gefallen. Vorher kannte ich diesen Fragebogen noch nie.

 

Kurz vorm Jahreswechsel bekam ich vom SG BMF 07 die Info, ob ich bei der 41 "BSV 92 Winterlaufserie" mitmachen möchte? Darunter war auch ein Halbmarathonlauf beim 3. Lauf dieser Serie im Angebot. Da dachte ich mir, dieser Halbmarathon im Winter soll eine Generalprobe für meine erste HM-Premiere im Frühjahr in Berlin sein. Das hatte ja gut geklappt, aber wie aus dem letzten Bericht bekam ich leider nach der Generalprobe des Halbmarathons die schmerzhafte Knochenhautentzündung am rechten Schienbein.  Die Heilung war sehr lange und bis Februar dieses Jahres hatte ich Bedenken, ob ich doch bei diesem Berliner Halbmarathon mitmachen sollte? Ich hatte mich schon entschieden, komplett darauf zu verzichten und hoffte natürlich auf die Kostenrückerstattung vom Veranstalter SCC-Events. Ich hatte per Email an SCC Events mit meiner Begründung geschrieben und prompt bekam ich seine Rückmeldung. Es gab leider keine Rückerstattung meines Teilnehmerbetrages, aber dafür ein Gutschein im Wert von 20 EUR und ich könnte dann im nächsten Jahr mit der erneuten Anmeldung mit dem Teilnehmerbetrag zusätzlich einfügen. Für mich eine tolle Kulanzregelung vom Veranstalter war es.

 

Fast den ganzen Monat Februar war mit dem Lauftraining nicht möglich, meine Entzündung am Schienbein musste auskuriert werden und das dauerte wirklich sehr lang. Das hatte mich voll geärgert und musste einfach meine Geduld haben. Das war schwer für einen Laufanfänger, um das zu akzeptieren. Viele aus meinem Bekanntenkreis hatten selbst auch sowas erlebt und meinten mich, ich musste nur gedulden. Ein Monat vor dem Berliner Halbmarathon konnte mich schrittweise mit meinen Trainingsläufen locker erhöhen und das klappte ganz gut. Da hatte ich meine Lust für meine Teilnahme beim Berliner HM gefunden und schrieb an SCC Events, ob die Möglichkeit mit meiner Wettkampfabsage zurücknehmen konnte. Ich hatte wirklich großen Glück, ich sollte das PDF-Formular für die Absage ausfüllen und an SCC schicken lassen, nur dann wäre meine Absage gültig und ich hätte dann den Gutschein erhalten. Also, meine Anmeldung blieb noch gültig und das war gut so...

 

Zwei Wochen vorm HM-Start bekam ich per Email viele Informationen vom Veranstalter und für mich war wieder die Neuheit. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass in diesem Jahr einige Neuheiten für alle HM-Teilnehmer*innen gegeben wurde, z.B. Zugänge im Startbereich, Ausweiskontrolle bei der Startnummernausgabe, Teilnehmerarmband für den Zutritt in den Startblock. 

 

Am Freitag, 2 Tage vorm Halbmarathonbeginn, war ich nach der Feierabendzeit bei der Vitalmesse am ehemaligen Tempelhofer Flughafen, um meine Startunterlagen abzuholen. Man hatte mir empfohlen, nicht am Samstag dort zu gehen. Da ist man oft sehr voll und meistens hektisch untereinander. Ich hatte den Eindruck, dass es stimmte. Es war nicht so voll und für mich war es zum ersten Mal bei einer Laufmesse. So viele Aufsteller aller Arten von Hersteller für Laufbekleidungen, Ernährung, Sportgeräte usw. waren zu sehen. Für mich schon etwas wahnsinnig, da brauchte ich etwas Zeit, um alles anzusehen. 

 

Bevor ich in dem Bereich reinkommen sollte, wo ich meine Startunterlagen abholen möchte. Über dem Bereich stand in fast großer Optikgröße das Berliner Brandenburger Tor und das war prima. Den bekannten "Champion-Chip" von der Zeitmessungsfirma MIKA TIMING hatte ich gebraucht von dem anderen Läufer vor ein paar Monaten erworben, da er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr laufen sollte. Dort wurde auch mein Laufchip überprüft, ob ich bei meiner Anmeldung richtig meine Nummer eingetragen hatte. Nach der erfolgreichen Kontrolle bekam ich endlich den klarsichtigen Starterbeutel aus Plastiktüte und hatte dann das Armband. Dieses Armband sollte ich bis zum Ende des Halbmarathons behalten, da sonst ich nicht teilnehmen kann. Nach ein paar Stunden Aufenthalt war ich immer noch erstaunt von dieser bunten Vitalmesse.

An dem Tag beim Berliner Halbmarathon war die Sommerzeitumstellung, da durfte ich nicht vergessen, alle Uhren eine Stunde früher zurückzustellen. Da wäre es zu peinlich, zu spät am Startbereich anzukommen.  Bei den Infos wurde man uns vom Veranstalter empfohlen, nicht mit dem Auto hinzufahren. Also fuhr ich locker mit der S-Bahn und danach mit der U-Bahn bis zum Strausberger Platz, dann kleiner Fußmarsch bis zur Sicherheitskontrolle an den Eingängen. Ab da verstand ich mehr, warum der SCC EVENTS uns der durchsichtige Teilnehmerbeutel verteilt hatte. Schnellere Durchsicht in den Beuteln bei den Eingangskontrollen und geprüft wurden auch die Mitnahme der Armbändern...

 

Soviele Menschen hatte ich noch nie gesehen und das war für mich schon die kleine Hölle, bisher war ich an den kleinen Laufwettbewerben dabei. Aber diese große Laufveranstaltung - unglaublich, aber wahr!!!

 

Ich fand wirklich klasse, dass die Kleiderbeutelaufbewahrung an den LKW´s, von Möbel Höffner zur Verfügung gestellt, abgeben bzw. aufbewahren lassen konnten. Leicht waren die Nummern zu finden und jeder hatte seine Ruhe vorm Start. Langsam wurde es mir zu warm und in den letzten Wochen war immer noch zu kalt gewesen. Vorm Start war es schon 16 Grad und es sollte in der Mittagszeit noch wärmer werden. 

 

Meine erste HM-Teilnahme, neue Erfahrung (schwerer Lauf, da ab 16 km kein Power mehr hatte!) Trotzdem alles ok! Wetter war auf einmal zu warm, Sommerzeit gleich umgestellt und 30.000 Leuten auf allen Straßen - neu für mich!

Ich wusste es nicht, dass am Startnummernschild ein bestimmter Buchstabe draufstand. Ich hatte den Startblock "F" und das bedeutete für mich, ich war am letzten Block von allen Blöcken. Deswegen hatte ich gewundert, warum beim Block F so unterschiedliche Läufer*innen, mal dick und dünn, mal unsportlich und sportlich usw. eher sah ich nach den Freizeitläufer*innen aus. Ich wollte lieber in dem Block, wo ich auch meine Laufzeit mit den anderen zusammenlaufen kann. Ich fragte einem Läufer, woher man diesen Block nehmen kann? Er meinte zu mir, vor der Anmeldung sollte man seine eigene Bestzeit eingeben. Da konnte ich mich gut erinnern, ich wusste nicht, welche gute Zeit für meinen Halbmarathon war. Ich hatte noch keinen mitgemacht und das sollte mein erster HM sein. Pech für mich, also bei diesem Block mit den anderen, wo ich mich nicht wohlfühlte, zusammenbleibe.

 

Es wurden in Zeitabständen jeder Block zum Start freigegeben und deswegen war ich erst später dran. Mit dem Verschlafen hätte ich auch keine Schwierigkeiten... Spaß beiseite! Ich suchte vergeblich auch meine Eltern, sie wollten vorm Start mich wiedersehen. Es war nichts zu finden und schrieb sie per SMS, nach dem Ziellauf sollten wir im Kino International treffen. Ein leichter. auffälliger Ort für uns. Doch ich hatte Glück, als ich langsam bis zur Startlinie im Fußmarsch an der rechten Straßenseite ab und zu mal angeschaut hatte. Da waren meine Eltern im Schutzzaun zu sehen und wir hatten uns begrüßt. Ein schöner Moment war für mich.

Als ich über die Startlinie vorbei lief, bekam ich etwas Gänsehaut. Das wurde mein erster HM und war sehr gespannt, wie ich bis zum Ziel darstelle? Aus den Zuschauerrängen an den Straßenseiten gab viel Applaus und das war für mich wieder neu. Mit dem blauen Himmel und purem Sonnenschein hatte ich am Anfang Spaß beim Laufen. Ich versuchte mit ein paar schnellen Tempozügen an den anderen überzuholen. Bis zum Brandenburger Tor war es schon für mich anstrengend, immer schön aufpassen beim Überholen.

 

Nach 3 km erreichte ich schon das Brandenburger Tor und war selbst etwas glücklich darüber, mitten im Berliner Wettkampf durchs Tor zu laufen. Mit meiner Pace unter 5 min pro 1 km war ich schnell bis zum 7 km unterwegs und dann wurde bemerkbar immer langsamer, wo ich dann das Gefühl ab Schloss Charlottenburg mit meinem Lauf hatte, ich konnte nicht mehr schnell mitmachen.

 

Man konnte es viel beim Berliner Halbmarathon den bekannten Sehenswürdigkeiten ansehen, aber ich musste immer an mein Lauftempo ruhig konzentrieren und über Kürfürstendamm bis zum Potsdamer Platz war der Spaß am Laufen für mich bald vorbei.

Mit schwerer Mühe musste ich durchsetzen und kämpfte bis zum Schluss, wo ich dann ins Ziel wirklich total erschöpft angekommen war. Ein paar Kilometer vorm Ziel gab es einige Kreislaufkollapse von den Teilnehmer*innen zu sehen, daran lag es an der schnellen, warmen Temperaturanstieg. Ungewöhnliche Belastung bei einigen Körpern waren sicher die Ursachen. Das betraf mich auch bald und einige Zeit später nach dem Ziellauf bekam ich etwas Schwindel. Zum Glück waren sehr viele da, so dass ich zwischen an den beiden Teilnehmer als Schutz feststehen konnte. Das fiel keiner auf. Langes Warten bis ich die Zielverpflegung fürs Trinken und Essen bekam. Eine bescheidende Finishermedaille erhielt ich etwas später und ließ mit meiner Zielzeit gravieren. Ich war total enttäuscht auf meine Laufleistung. Bei meiner ersten HM-Teilnahme in der Winterlaufserie war meine Zielzeit viel besser als diese. Damit hatte ich nicht gerechnet und habe mich völlig unterschätzt. Meine Eltern waren trotzdem stolz auf mich und hätten nicht gedacht, dass ich mein Halbmarathonlauf doch mitgemacht hatte.  Es war wirklich eine schöne Laufstrecke gewesen.

 

Auf dem Rückweg hatte ich mit meinem kompletten HM-Lauf in Ruhe über die Ursache für mein schlechtes Abschneide nachgedacht und konnte dann schon sagen, es war für mich alles unerfahren. Ich hatte mein Ziel schon in meinen Augen, im nächsten Jahr möchte ich mit besserer Teilnahme beim Berliner HM abschließen. Da war ich mir schon sicher, dass es klappen sein sollte.


30.03.2014

Startzeit: 10:33 Uhr

Startnummer: 5179

Startgebühr: 35 EUR

Start: Berlin, Karl-Marx-Allee

Ziel: Berlin, Karl-Marx-Allee

 

Laufzeit: 1:54:12 min

Pace: 05:24 km/min

Herzfrequenz: 189

Rundenanzahl: 1

Kalorienverbrauch: 1745

Finisher: 22224 (für HM)

Rang: 8125 (für HM)

Wetter: 20 C, sonnig

Wind: -

Höhenmeter: 198

 



Strecke (Route)


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